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Die ideale Stadt der Zukunft

lkö Lüneburg. Gibt es sie, die ideale Stadt? 2800 Frauen und Männer aus 107 Ländern haben sich der Aufgabe gestellt, sie zu entwerfen. Beim Pilotprojekt „ThinkTank Ideal City of the 21st Century“ der Digital School der Leuphana Universität Lüneburg bildeten sich internationale Teams über eine Online-Plattform. Das Besondere des Projekts neben der Internationalität: Es ist für jeden zugänglich, es gibt keine Beschränkungen. Das Ziel: Lerninhalte jedem an jedem Ort der Welt zugänglich zu machen. Die Leitung des ersten Online-Kursus dieser Art übernahm der renommierte Architekt Daniel Libeskind.

Die Teams sollten gemeinsam Modelle für das künftige Leben in Ballungsgebieten entwerfen. Sechs Arbeitsproben galt es abzugeben, Feedback gab es fortlaufend von anderen Teilnehmern und den Dozenten. 380 Online-Studenten erbrachten alle geforderten Leistungen und erhielten ein Zeugnis dafür. Am Ende wurde eine Gruppe für die beste Arbeit als Gewinner gekürt: Es ist das Team Cookbook. Das setzt sich zusammen aus Esteban Fernandez Rosso aus Argentinien, Martina Helm und Bianca Kindler aus Deutschland, Javier Pérez-Lanzac aus Spanien und Eric Reinhard aus den USA. Sie entwarfen die Zukunftsstadt „New Port City Brazil“. Eine Stadt am Hafen, durch erneuerbare Energien mit Strom versorgt, mit einem gut ausgebauten Verkehrsnetz und einem dichten Stadtbild.

Online-Kurse sind nicht neu, viele deutsche Hochschulen verwenden sogenannte Massive Open Online Courses (MOOC). Das Problem dabei ist, dass durch die große Teilnehmerzahl, manchmal sind es weltweit bis zu 160 000 Studenten, die Qualität der Vorlesung und die Betreuung der Teilnehmer leidet. Deshalb lege die Leuphana bei ihren Kursen ein hohes Augenmerk auf akademische Standards und ein funktionierendes Betreuungskonzept. „Klasse kommt vor Masse“, erklärt Vizepräsident Holm Keller das Konzept.

Für den ersten Online-Hochschulkursus hat die Leuphana mit vielen Wissenschaftlern und Experten unter anderem aus New York, Jerusalem und Hong Kong kooperiert. Das soll auch beim nächsten Mal wieder so sein. Im Moment werde der erste „ThinkTank“ ausgewertet, um die Erfahrung in die Konzeption der kommenden Kurse, die 2014 stattfinden sollen, einfließen zu lassen.