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Schubz-Umzug kostet 450 000 Euro

ahe Lüneburg. Die Eckdaten sind benannt: rund 300 000 Euro Umbaukosten, 60 000 Euro für den reinen Umzug und etwa 90 000 Euro unter anderem für den Umbau von Außenanlagen. Macht zusammen rund 450 000 Euro, die der Umzug des Schulbiologie- und Umweltbildungszentrums (Schubz) ins ehemalige Anna-Vogeley-Seniorenzentrum an der Wichernstraße nach aktueller Kalkulation kosten wird. Für 300 000 Euro liegen finanzielle Zusagen vor, wer die restlichen 150 000 Euro beisteuert, ist noch offen. Die Diskussion darüber im Schulausschuss des Rates zeigte, dass es in dem Punkt unterschiedliche Erwartungshaltungen gibt.

Die Stadt möchte 100 000 Euro für den erforderlichen Umbau beisteuern, dieselbe Summe ist vom Landkreis eingeplant. Und auch die Sparkassenstiftung habe 100 000 Euro zugesagt. Die Verwaltung setzt hinsichtlich der noch offenen 150 000 Euro nun darauf, dass das Schubz Klinken putzt und bei Stiftungen oder anderen Organisationen Drittmittel einwirbt. Diese Erwartungshaltung erkenne die bisherigen Bemühungen des Schubz nicht gebührend an, kritisieren einige Politiker. Denn Schubz-Leiter Frank Corleis habe mit seinem Team und dem Förderverein bereits eine Stiftung aufgetan, die sich bereit erklärt, für die nächsten 20 Jahre die Kaltmiete des neuen Domizils zu übernehmen.

Laut Dr. Gerhard Scharf (CDU) wären das mal eben 550 000 Euro, dazu kämen weitere 20 000 Euro für die Freihaltung der Räume bis zum voraussichtlichen Schubz-Einzug am 1. Januar 2014, auch dafür habe das Schubz-Team gesorgt. „Die Jungs haben sich also schon mächtig Mühe gegeben. Deshalb müsste die Stadt beim Rest mal ein bisschen aktiver werden“, findet Scharf. Das sieht auch Sonja Hollstein (Grüne) so: „Die Einrichtung glänzt über die Kreisgrenzen hinaus und ist quasi Opfer des eigenen Erfolges. Die jetzigen Räume in der Uni sind zu klein geworden, weil immer mehr Schulen und Kitas das Angebot in Anspruch nehmen. Mit dem Anna-Vogeley-Heim als neuem Standort ist ein großer Wurf gelungen. Gerade deshalb hätte ich mir aber gewünscht, dass wir als Stadt etwas mehr Geld reinbuttern.“ Friedrich von Mansberg (SPD) dagegen steht voll hinter der Linie der Verwaltung: „Wir wären ja blöd, wenn wir unser eigenes Geld einsetzen, bevor alle Möglichkeiten der Drittmitteleinwerbung ausgeschöpft sind.“

Einigkeit aber bestand darin, dass die Einrichtung Unterstützung verdient. Denn das einst schon mal als „Spinnenkeller“ bezeichnete Schubz habe sich prächtig entwickelt, rund 12 000 Mädchen und Jungen haben allein 2012 an rund 650 Veranstaltungen teilgenommen. Bei der Suche nach einem neuen Standort waren Alternativen wie die ehemalige Fachhochschule in Volgershall, das Casino im Hanseviertel oder in Nachbarschaft zur Grundschule Hasenburger Berg durchgefallen, erinnerte der Erste Stadtrat Peter Koch. Mit dem Anna-Vogeley-Seniorenzentrum wurde eine Lösung gefunden, die alle zufriedenzustellen scheint. Das Gebäude gehört der Gesundheitsholding, sie hat es an die Campus GmbH vermietet, die wiederum einen Trakt, der abschüssig zum Wald liegt, ans Schubz weitervermieten würde. Der Vertrag liegt der Stadt vor und wird aktuell geprüft.

Koch sagt aber auch: „Nicht alle Vorstellungen des Schubz zur Ausstattung sind erfüllbar. In den 150 000 Euro, die offen sind, steckt Erforderliches und Gewünschtes. Vielleicht muss man noch ein paar Abstriche machen. Die Möglichkeiten des Sparens sind aus unserer Sicht noch nicht ausgeschöpft. Das muss man Herrn Corleis auch mal sagen.“ Vorwürfe, die Zusage der Sparkassenstiftung sei unter anderen Voraussetzungen erfolgt, nämlich dass die Stadt mehr gebe, wies er zurück.

Am Ende gab es dann doch das gewünschte Signal für das Schubz: Einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Umzugspläne aus und machte deutlich, dass die Stadt die Einrichtung hinsichtlich der offenen Kosten nicht im Regen stehen lassen werde. Der Mietvertrag solle zeitnah abgesegnet werden.