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Ein Ring zur Erinnerung

emi Amelinghausen. Das Straßenschild bei Soderstorf ist noch unter weißem Stoff verhüllt, mit mehreren entschlossenen Zügen an der Schnur bringt der ehemalige Lüneburger Oberkreisdirektor (von 1969 bis 1987) den neuen Straßennamen zum Vorschein. Der bisher als „Panzerumgehung Soderstorf“ bezeichnete Straßenabschnitt zwischen der Abzweigung der Wohlenbütteler Straße und der Einmündung auf die Kreisstraße nach Evendorf trägt in Anerkennung der Verdienste des 84-Jährigen jetzt offiziell den Namen „Klaus-Harries-Ring“.

Roland Waltereit, Bürgermeister der Gemeinde Soderstorf, und Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker luden Klaus Harries, seine Frau Ingrid und viele von Harries‘ ehemaligen Weggefährten im Anschluss zu einer kleinen Feierstunde ins Rathaus Amelinghausen ein.

Waltereit ergriff bei der Enthüllung als Erster das Wort: „Dass die bisher namenlose Straße jetzt einen Namen hat, ist Ratsmitglied Hans-Joachim Barufe zu verdanken.“ Die Samtgemeinde als Träger der Straße habe dem zugestimmt. Der neue Name solle künftige Generationen anregen, sich bei der Frage „Warum heißt der Ring so?“ mit der Geschichte seiner Entstehung auseinanderzusetzen. Daran sei Harries maßgeblich beteiligt gewesen.

Wie es zum Bau der Straße kam, schilderte der Geehrte vor Ort: Nach Kriegsende 1945 waren britische Truppen in die frei gewordenen Kasernen der Garnisonsstadt Lüneburg eingezogen. „Es gab Zeichen der britischen Besatzer an den Landkreis, dass der Westbereich von Lüneburg bis Soltau instand gesetzt werden soll“, er müsse für Panzer befahrbar sein.

Der Kreis habe also „bestimmt ein bis zwei Millionen Mark für den Straßenbau ausgegeben, bis selbstbewusste Soderstorfer sagten: ,So geht es nicht weiter, die Briten machen Radau bei uns im Dorf.'“ Die Idee einer Umgehungsstraße wurde geboren und nach langem Hin und Her um 1978 umgesetzt.

Waltereit lobt auf LZ-Nachfrage: „Klaus Harries hat das Vorhaben auf Kreisebene sehr unterstützt.“ Der ehemalige Oberkreisdirektor habe sich darüber hinaus aber auch sehr für das Dorfgemeinschaftshaus in Soderstorf eingesetzt. „Deshalb wollten wir ihm noch zu Lebzeiten Dankeschön sagen.“

Im Anschluss an die Enthüllung des Straßenschildes trug sich Klaus Harries im Amelinghausener Rathaus in das Goldene Ehrenbuch der Samtgemeinde ein. Deren Bürgermeister Helmut Völker hob in seiner Rede noch einmal Harries‘ Verdienste um die Dörfer der Samtgemeinde hervor: Aufbau der Fremdenverkehrsstrukturen, Gebietsreformen und die finanzielle Förderung der Dörfer: „Vieles, wofür Sie die Grundlagen geschaffen haben, ist inzwischen weiterentwickelt worden.“ Einiges wurde durch Harries‘ Einsatz überhaupt erst möglich: „Der Lopausee wäre ohne Sie vielleicht nicht da.“

Völker überreichte dem 84-Jährigen eine Tasche voller Bücher zur Geschichte der Samtgemeinde von 1993 bis heute. Anschließend tauschten die Gäste bei Kaffee und Kuchen ihre eigenen Geschichten aus.