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Schwestern von zwei Kontinenten

lkö Lüneburg. Rea Wolf und Hikaru Konishi sind wie Geschwister. Aber sie leben auf verschiedenen Kontinenten. Elf Monate verbrachte die 17-jährige Rea in Lüneburgs Partnerstadt Naruto in Japan. Sie ging dort zur Schule und wohnte bei Hikarus Familie. Jetzt ist Reas japanische Gastschwester gemeinsam mit sieben anderen Schülern und 28 Erwachsenen nach Lüneburg gekommen.

Es ist bereits die 20. Freundschaftsdelegation, die Lüneburg besucht. „Aber es ist das erste Mal in dieser Form, dass auch japanische Jugendliche mitkommen“, erzählt Volker Geball, der Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Lüneburg, die den Aufenthalt organisiert. Durch Reas Austausch sei der Kontakt zwischen ihrer Schule, dem Johanneum, und Naruto entstanden. Die japanischen Schüler wohnen während ihres Aufenthalts in Familien von Johannitern und begleiten ihre Gastgeschwister auch in den Unterricht. „Wir finden es toll, die Jugendlichen hier zu haben. Ich glaube, beide Seiten lernen viel voneinander und nehmen viele schöne Eindrücke mit“, sagt Schulleiter Friedrich Suhr zufrieden.

Während die Schüler vor allem Zeit mit ihren Gastgeschwistern verbringen, unternimmt die Erwachsenengruppe mit Mitgliedern der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Ausflüge in Hansestadt und Landkreis. Gestern empfing Oberbürgermeister Ulrich Mädge die gesamte Delegation im Rathaus, und am Sonnabend ist ein Abschiedsfest geplant, an dem sogar der japanische Botschafter teilnehmen wird.

Der Lehrer Yasuhiko Miharar begleitet die Schülergruppe. Er ist das erste Mal in Deutschland: „Mir fällt auf, dass die Deutschen besonders höflich sind, sich etwa die Türen aufhalten.“ Die 18-jährige Hiraku sagt, dass hier alles viel grüner ist als in ihrer Heimat Naruto: „Ich kann es nicht direkt beschreiben, aber es ist alles anders hier.“ Ähnlich hat Rea es erlebt, als sie nach Japan kam: „Es ist wirklich alles ganz anders. Am Anfang hatte ich zum Beispiel Probleme mit dem Sarkasmus, das hat da keiner verstanden“, erzählt die Schülerin, die fließend Japanisch spricht.

Die beiden Mädchen freuen sich sehr über das Wiedersehen, Rea: „Ich bin ein Teil der Familie geworden, es war sehr schmerzhaft, als ich wieder nach Deutschland geflogen bin.“ Und auch Hiraku vermisst ihre Gastschwester, sagt sie. Nächstes Jahr wird eine deutsche Delegation nach Naruto fliegen, Rea hofft, dass sie diese begleiten kann. Geball und Suhr können sich auch beide vorstellen, den Schüleraustausch fest zu etablieren. „Wir warten jetzt erstmal diesen Ablauf ab, aber das Interesse ist da“, so Geball.