Mittwoch , 28. September 2016
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Alte Strecken, neue Ideen

dth Lüneburg/Amelinghausen/Winsen. In der Region Lüneburg sind zwischen Elbe und Heide insgesamt vier stillgelegte Bahnstrecken auf der Liste der 58 infrage kommenden Linien zur Reaktivierung: Lüneburg-Bleckede, Lüneburg-Soltau, Winsen (Luhe) Süd-Hützel und Winsen (Luhe) Süd-Niedermarschacht. Noch bis zum 2. September haben Kommunen entlang stillgelegter Strecken die Gelegenheit, Stellungnahmen zu möglichen Reaktivierungen beim Landesverkehrsministerium einzureichen. Viele befinden sich noch in Abstimmungsprozessen. Andere hingegen befürchten, dass mit dem Ausbau der alten OHE-Strecken auch eine Hintertür für zusätzlichen Güterverkehr in der Region geöffnet werden soll.

So mahnte nach der ersten Euphorie in der Region kürzlich Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU): „Mit einer möglichen Nutzung auch für den Personennahverkehr hat man vor einigen Jahren schon versucht, uns die Ertüchtigung der OHE-Strecke schmackhaft zu machen. Das eigentliche Ziel war damals jedoch, die Güterverkehre besser an den Hamburger Hafen anzubinden.“

Auf LZ-Nachfrage erklärt Stefan Wittke, Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover: „Es geht bei der Reaktivierung der Bahnlinien um die Förderung des Personenverkehrs, der steht im Vordergrund. Gleichwohl werden wir wohl Güterzügen nicht verbieten können, auch auf diesen Strecken zu fahren.“

Wiese fordert zudem eine gründliche Prüfung, sagt auch zur Linie Winsen-Hützel: „Es handelt sich um eine eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke, ohne adäquate Sicherungsmaßnahmen und ohne jeden Lärm- und Erschütterungsschutz für die oft unmittelbar angrenzende Bebauung.“ Dazu Wittke: „Herzlichen Dank für diesen Beitrag. Normalerweise werben Kommunen für ihre Strecken. Aber auch das sind alles Aspekte, die in die Bewertung miteinfließen werden.“ Bis zum Jahresende sollen die 58 Strecken auf eine vorläufige Auswahl von 20 eingedampft werden. Schließlich sollen dann bis Ende 2014 bis zu acht Strecken zur Reaktivierung ausgewählt werden – nach Kriterien wie Kosten und Verkehrspotenzial.

Bei einem Treffen kommende Woche stimmen die hauptamtlichen Bürgermeister im Kreis Harburg ihre Positionen ab. Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause sagt: „Vieles hängt von den Rahmenbedingungen ab.“ Schließlich seien viele lokale Bahnhöfe und Gleisanlagen bereits in anderer Nutzung.

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