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Per Anhalter nach Polen

kg Lüneburg. Jonas Willen und Cornelius Brandmiller sind seit 13 Stunden unterwegs. Vier Stunden hingen sie am Mittag vor Magdeburg fest, dann hielt ein Kleinbus voller Fußball-Fans an und gab den beiden Studenten immerhin für weitere 170 Kilometer eine Mitfahrgelegenheit Richtung Süden. Dort ist für diesen Tag jedoch endgültig Schluss, kaum ein Fahrzeug stoppt abends um 23 Uhr noch an der Raststätte am Hermsdorfer Kreuz zwischen den Autobahnen A 4 und A 9. Das Etappenziel Zittau scheint noch in weiter Ferne.

Für die beiden 22-Jährigen ist das bereits der fünfte Tag der Tramptour der Hamburger Trinkwasser-Initiative „Viva con Agua“. 58 Zweier-Teams trampen innerhalb von 14 Tagen auf sechs verschiedenen Routen von Deutschland nach Mikolajki, einem kleinen Ort in Nordostpolen, wo alle Teilnehmer wieder aufeinander treffen. Für Jonas Willen und Cornelius Brandmiller, unterwegs für das Videoportal LZplay, geht die Route von Hamburg über Paderborn und Zittau, dann weiter nach Hrádek nad Nisou und OlmÇtz in Tschechien und anschließend bis in den Nordosten Polens.

Die Initiative „Viva con Agua“ richtet die Tramptour bereits zum sechsten Mal aus. Mit der Aktion will der Verein den interkulturellen Austausch fördern und die Fortbewegung per Anhalter als gesellschaftlich anerkannte Reiseform etablieren. „Viva con Agua“ betreibt seit acht Jahren professionelles Fundraising zur Finanzierung von Wasserprojekten der Welthungerhilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika. Bei den Projekten werden verschiedenste Technologien verwendet, um die dauerhafte Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und die Sicherstellung einer menschenwürdigen Sanitärversorgung zu garantieren.

Übernachtet wird, wo jemand ein Bett anbietet oder die Teilnehmer Isomatte und Schlafsack ausrollen können. Im Vorfeld der Tour bemühte sich jedes Team um Sponsoren, deren Gelder den Trinkwasser- und Sanitärprojekten zugute kommen. Unterstützt von LZplay, konnte Willen, der in Lüneburg Kulturwissenschaften studiert und sich neben seinem Studium bei der Initiative engagiert, seinen Mitbewohner Brandmiller schnell zum Mitmachen motivieren. Seit dem Start in Hamburg verlief jeder Tag anders. Auf der ersten Etappe nach Paderborn „ertrampte“ das LZplay-Team den fünften Platz und konnte anschließend einen Pausentag am Badesee einlegen. Um so zäher läuft nun die zweite Etappe Richtung Zittau. „Uns steht die erste Nacht auf einem Rastplatz bevor“, sagt Willen. Beide sind müde und es wird langsam kalt. Da bietet die Wirtin der Raststätte den beiden für die verbleibenden drei Stunden ihrer Schicht das Raucherzimmer zum Schlafen an. Immerhin ein kleiner Lichtblick. Und morgen geht es weiter nach Zittau.

Per Videotagebuch melden sich Willen und Brandmiller regelmäßig von ihrer Tour. Können Sie in Tschechien oder Polen einen Etappensieg für sich einholen? Verfolgen Sie die Reise der beiden Lüneburger auf LZplay.