Mittwoch , 28. September 2016
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Neue Stelen sollen Gäste lotsen

ca Lüneburg. Wenn Lüneburg-Besucher heute auf die Info-Tafeln in der Stadt schauen, ist es fraglich, ob die Tafeln sie auch zum gewünschten Ziel leiten. Denn seit deren Einführung im Jahr 2000 hat sich viel verändert. Doch das ist nur ein Problem, denn manche der Schilder sind so zerkratzt, überklebt und beschmiert, dass darauf kaum noch was zu erkennen ist. Für Marketing-Chef Stefan Pruschwitz und seine Mitarbeiter ist es also höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Eine Agentur hat ihnen Entwürfe für neue Stelen angefertigt. Doch noch sei unklar, ob das Konzept vom Denkmalschutz abgesegnet wird. Im Rathaus sagt Sprecherin Suzanne Moenck, dass man offene Fragen gemeinsam mit Denkmalschützern und Marketing klären wolle: „Es findet sich ein Weg.“

Doch braucht Lüneburg die Stelen überhaupt noch? Stefan Pruschwitz kennt natürlich das Argument, dass viele Menschen heute ein Smartphone besitzen. Via Internet könnten sie sich einen Stadtplan, Sehenswürdigkeiten, Parkplätze und Angebote von Gastronomie und Handel auf ihr Mobiltelefon spielen lassen und sich so orientieren und leiten lassen. „Der Trend ist da“, räumt der Lüneburg-Vermarkter ein. „Doch eine Befragung hat ergeben, dass längst nicht jeder so ein Gerät hat.“ Gerade ältere Besucher der Stadt wünschten sich die klassischen Schilder. Zumindest für eine Übergangszeit sei es sinnvoll, zweigleisig zu fahren.

Grafische Entwürfe hat Pruschwitz vorliegen, eine Tafel zur Anschauung soll gefertigt werden. Der Favorit: ein mehr als mannshohes Modell, dessen Kopf den Lüneburger Treppengiebel aufgreift. Die Informationsflächen sollen einen Stadtplan mit dem eigenen Standort enthalten, dazu Hinweise, welchen Weg der Gast zum Beispiel zum Rathaus oder dem Wasserturm einschlagen muss. Auch Veranstaltungen könnten so angekündigt werden. Die Stelen sind in zweifacher Hinsicht flexibel: Sie lassen sich mit ein paar Handgriffen abbauen, wenn der Platz etwa fürs Stadtfest oder die Sülfmeistertage gebraucht wird. Und Mitarbeiter können die Info-Flächen austauschen, wenn sich neue Aspekte ergeben oder Vandalen die Felder bekritzeln. So könnte die Übersicht immer einen sauberen Eindruck machen.

Rund 35 Info-Punkte möchte Pruschwitz installieren, um Fußgänger etwa von den Sülzwiesen oder vom Bahnhof in die Innenstadt zu leiten. Noch offen sei, wie außerhalb des Zentrums gelegene Sehenswürdigkeiten wie das Kloster Lüne in das „Fußgängerleitsystem“ eingebunden werden können.

Zu klären sei auch die Frage, wie die Info-Säulen finanziert werden. Inklusive Einbau rechnet Pruschwitz mit Kosten von rund 1800 Euro pro Stelle. Zu diesen insgesamt etwa 63 000 Euro kommen weitere Ausgaben für Folien und Unterhalt. Der Marketing-Chef könnte sich vorstellen, dass Firmen ihre Logos auf die Tafeln aufbringen und dafür eine Gebühr zahlen. „Für die Ideen müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten.“ Klappt alles, möchte er die Stelen 2014 aufstellen.