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Goa-Party schreckt Anwohner auf

rast Brietlingen. Die dreitägige Goa-Party, die von Freitag bis Sonntag am Elbe-Seitenkanal – An der Bennerstedt in Brietlingen – von rund 300 vorwiegend jungen Teilnehmern gefeiert wurde, wird voraussichtlich juristische Nachspiele haben. Laut Polizeisprecher Kai Richter war die Party nicht angemeldet. Auch gibt es im Umfeld weitere Fragen, beispielsweise, ob GEMA-Gebühren abgeführt wurden und ob das Finanzamt Bescheid wusste. Zudem verursachte ein betrunkener Teilnehmer in der Nähe einen Autounfall, die Polizei mutmaßt, dass er auch unter Drogeneinfluss gefahren ist.

Mehrere Anwohner hatten sich am Wochenende bei der Polizei über den Lärm beschwert, so wie LZ-Leser Bernd Riegel: „Leiser wurde es aber erst am Sonntag.“ Goa beschreibt eine Musikrichtung, die Partys werden oft spontan organisiert, eingeladen wird übers Internet. So auch in diesem Fall, in dem die Organisatoren mit einem „Mega-Soundsystem“ um Gäste warben, das laut Riegel nun wirklich nicht zu überhören gewesen sei. Zudem hieß es in dem Aufruf, dass die Teilnehmer auch „mit nem Bändchen voll Stoff“ versorgt würden, das könnte ein Hinweis auf einen Drogenhandel sein, wie er nach den Worten des Polizeisprechers auf Goa-Partys häufiger vorkomme.

Die Polizei fuhr mehrere Einsätze, den ersten am Freitagabend, forderte zum Herunterdrehen des Sounds auf und sprach am Sonnabend mit der Samtgemeinde, die nicht über die Party informiert war. Richter: „Es lag keine schriftliche Genehmigung vor. Solche Partys sind aber auch nur anzeige-, nicht genehmigungspflichtig. Die Samtgemeinde hätte Auflagen erteilen können.“ Die Party selbst habe auf einem Areal des Staatsforsts stattgefunden, einem privaten Gelände. Über das weitere juristische Vorgehen sei auch von der Samtgemeinde nachzudenken.

Einer der Party-Gäste fuhr laut Richter am Sonntagmorgen in betrunkenem Zustand und möglicherweise unter Drogeneinfluss mit seinem Wagen über einen Verbindungsweg zum ESK: „Dabei touchierte der 21-Jährige mit seinem VW Passat gegen 7.30 Uhr einen geparkten Opel, so dass ein Sachschaden von gut 1300 Euro entstand. Der junge Man fuhr weiter, stoppte jedoch kurze Zeit später. In der Folge setzte sich der ebenfalls alkoholisierte 20-jährige Beifahrer an das Steuer, wendete den Passat und fuhr zur Unfallstelle zurück.“ Zeugen alarmierten die Polizei, die die Beteiligten noch vor Ort antraf. Bei dem 20-Jährigen stellten die Beamten einen Alkoholwert von 1,02 Promille fest, der 21-Jährige verweigerte einen Atem-Alkoholtest. Beiden wurden Blutproben auf Anordnung eines Bereitschaftsrichters entnommen. Die Führerscheine wurden sichergestellt.