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Gute Geschäfte ohne Geld

lz Lüneburg. Astrid Wichmann freut sich auf den 24. Oktober. Die Leiterin der Mediationsstelle Brückenschlag setzt dann gemeinsam mit anderen Aktiven eine für Lüneburg völlig neue Idee in die Tat um: einen Marktplatz zum Tausch von Waren und Dienstleistungen.

Bei zwei Informationsveranstaltungen haben Astrid Wichmann und ihre Kooperationspartner in der Industrie- und Handelskammer (IHK) jetzt 40 Vertreter von Vereinen und Unternehmen über die Projektidee Marktplatz „Gute Geschäfte“ informiert: Geschäfte, bei denen kein Geld fließt, sondern eine Gegenleistung.

„Es werden Hände, Köpfchen, Kontakte und logistische Mittel in Umlauf gebracht, die sonst nicht auf den Markt kommen würden“, sagte Wichmann. Werte gehen dabei nicht verloren, im Gegenteil: „Es kommen Dinge aus der Versenkung, die sonst niemals in Umlauf kommen würden.“ Das können Beratungen und Ratschläge sein oder auch Ressourcen, in denen Unbeteiligte keinen Wert mehr erkennen würden. Cornelia Büchner vom Vorstand der Mediationsstelle hat das Projekt in Norderstedt auf den Weg gebracht: „Ich kann nur schwärmen. Es war unheimlich viel los auf den Marktplätzen, und jedes Mal sind etwa 60 bis 70 Verträge geschlossen worden.“

Neugierig zur ersten Infoveranstaltung gekommen ist Roswitha Hentschel vom Ostpreußischen Landesmuseum: „Wir machen mit, um soziale Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk zu spinnen. Wir als Museum können sicherlich einiges beitragen, zum Beispiel Räume zur Verfügung stellen. Da wir alle wenig Mittel zur Verfügung haben, ist das Projekt wichtig, um in Kontakt zu kommen – ohne dass Geld fließt.“

Kooperationspartner des Projekts sind die Hansestadt Lüneburg, die IHK LüneburgWolfsburg, die Sparkassenstiftung Lüneburg und die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. „Wir möchten am Geben und Nehmen teilhaben“, sagte Ute Kotter von der Lebenshilfe. Ziel sei auch, die Lebenswege von Menschen mit und ohne Behinderung zu kreuzen, mehr Berührungspunkte zu schaffen. „Es macht Spaß, Talente zu erkennen und einzubringen. Wir möchten diesen Weg in die Öffentlichkeit gehen.“ Nina Heyse von der IHK: „Der Marktplatz ermöglicht Unternehmen, einen Weg des sozialen Engagements zu zeigen.“ Nicole Bloch von der Sparkassenstiftung hofft, dass sich über die bereits angemeldeten Institutionen hinaus noch mehr Betriebe für den Marktplatz interessieren. „Wir freuen uns, wenn noch mehr Firmen und Unternehmen mitmachen. Der Zeitaufwand ist wesentlich geringer als manch einer denkt. Und die Veranstaltung bringt Menschen zusammen, die vorher vielleicht gar nichts voneinander wussten. Das stärkt den Gemeinsinn in der Stadt. Und wir hoffen, dass die guten Geschäfte in Lüneburg dauerhaft ihren Platz finden.“

Der erste Marktplatz öffnet am Donnerstag, 24. Oktober, von 18 bis 19.30 Uhr in der IHK, Am Sande. Am 23. September gibt es vorbereitende Workshops um 16 und 18 Uhr. Mehr Infos auch zu anderen Angeboten unter Tel.: 4 22 11.