Mittwoch , 28. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Anwohner klagen gegen Bebauungsplan
3504894.jpg

Anwohner klagen gegen Bebauungsplan

as Lüneburg. Grünes Licht für den Bebauungsplan Nr. 100 An der Wittenberger Bahn hatte der Rat der Stadt im vergangenen November gegeben, inzwischen läuft dort die Erschließung des Neubaugebietes „Ilmenaugarten“ an. Doch nun haben Anwohner aus dem Blümchensaal einen Antrag auf Normenkontrolle beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg gestellt. Das bestätigte Dr. Jürgen Rettberg, Pressesprecher am OVG, auf LZ-Anfrage. Das OVG werde entscheiden, ob die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplanes besteht.

Auf Anfrage bei der Stadt sagte Wolfgang Sorger, Leiter des Rechtsamtes, die Antragsteller der Normenkontrolle befürchten, dass durch die geplanten Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Wittenberger Bahn zu viel Lärm auf ihre Grundstücke im Blümchensaal reflektiert wird. „Wir arbeiten an der Erwiderung, die an das Oberverwaltungsgericht geht.“ Das werde dann entscheiden, ob der angefochtene Bebauungsplan rechtens ist.

Zum Hintergrund: In einem Bebauungsplan wird festgesetzt, wie und wo es zum Beispiel Wohn- und Gewerbeflächen gibt, ebenso Art und Maß der Bebauung sowie der Anteil an Grün und Straßen. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens, an dessen Ende der Ratsbeschluss des B-Planes als Satzung steht, werden die Träger öffentlicher Belange und die von der Planung betroffenen Bürger beteiligt. Sie können Anregungen und Einwendungen einbringen, die die Stadt dann abwägt. Gegen den beschlossenen B-Plan kann eine Normenkontrolle beim OVG beantragt werden.

Bereits im Dezember 2011 hatten Bürger aus dem Bereich Blümchensaal bei einer Anwohnerversammlung lautstark deutlich gemacht, was sie von den Plänen für das Neubaugebiet auf dem Areal der ehemaligen Wittenberger Bahn halten. Sie befürchteten, dass der Schall der Züge auf der vielbefahrenen Nord-Süd-Strecke durch eine geplante Lärmschutzwand und Gebäuderiegel, die zur Bahnstrecke hin entstehen sollen, in Richtung Blümchensaal zurückgeworfen wird. Der Lärmgutachter Mirco Bachmeier hatte dem widersprochen: Der Schall schlage gegen die Wand, nehme aber quasi auf dem Weg in Richtung Blümchensaal ab. Der Lärm sei „akustisch nicht wahrnehmbar“. Anwohner hegten daran Zweifel, sahen ihre Einwände nicht berücksichtigt.

Zwei Ehepaare wandten sich nun an das OVG. Vertreten werden sie dort durch den Celler Rechtsanwalt Dr. Martin Biermann. Der sagte gestern auf LZ-Anfrage, er möchte zu diesem Zeitpunkt ohne Rücksprache mit seinen Mandanten nichts sagen.

Laut Rechtsamtsleiter Wolfgang Sorger können die Arbeiten für die Erschließung weiterlaufen, weil diese nicht angefochten wird.