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Auf dem Weg zur gütlichen Einigung

rast Lüneburg. Die Heide-Park Soltau GmbH hatte ihren Geschäftsführer Hannes W. Mairinger nach elf Jahren im Februar per fristloser Kündigung vor die Tür gesetzt. Dagegen wehrte sich der gebürtige Österreicher Ende Mai vor der 7. Zivilkammer am Landgericht Lüneburg als 1. Kammer für Handelssachen. Zu einer schnellen Einigung kam es zwar nicht, doch der Vorsitzende Richter Klaus-Rainer Strunk unterbreitete einen akzeptablen Vorschlag: Die Parteien sollten sich zunächst außergerichtlich überlegen, ob sie einen Mediationsrichter einschalten und die Geschichte so erledigen wollen. Mittlerweile haben sie sich entschieden: „Die Sache liegt inzwischen in der Güterichterabteilung“, bestätigt eine Sprecherin des Landgerichts Lüneburg. Wie weit es da gediehen sei, das sei „streng vertraulich“ – was eben der Sinn der Mediation sei.

Der Betreiber des Freizeitparks in Soltau, dessen Gesellschafter die Tussaud Deutschland GmbH ist, argumentiert in seiner fristlosen Kündigung, Mairinger habe Daten manipuliert. Er soll Personal angewiesen haben, an den Terminals falsche Angaben zur Kundenzufriedenheit zu registrieren. Möglicher Hintergrund: Eine bessere Kundenzufriedenheit hätten sich auf die Boni des Geschäftsführers auswirken können und eventuell seine Stellung in der Konzerngruppe gestärkt. Während der Verhandlung am 28. Mai vor der 7. Zivilkammer bestritt Mairinger diesen Vorwurf vehement: „Ich habe keine Manipulationen vorgenommen, nicht inhaltlich und sie auch nicht angeordnet.“ Das hätte ihm auch nichts gebracht, finanzielle Vorteile hätte er davon nicht gehabt.

Dem Vorsitzenden Richter war schnell klar, dass ein weiteres Zusammenarbeiten beider Seiten nicht mehr möglich ist und es in dem Streit nur noch um „Parameter“ gehe – also im Wesentlichen um die Abfindung für den Ex-Geschäftsführer. Um welche Summen es da geht, wurde von beiden Parteien öffentlich nicht angesprochen. Erfolgt eine Einigung innerhalb der Mediation, wird die Einigung ebenso wenig publik wie die Antwort auf die Frage nach der angeblichen Manipulation. Einigen sich GmbH und Mairinger allerdings nicht vor dem Güterichter, landet die Geschichte zur Entscheidung wieder vor der Kammer für Handelssachen – und die tagt öffentlich.