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Gäste aus 29 Ländern pauken Deutsch

lkö Lüneburg. Sie gehen freiwillig in den Semesterferien in die Uni. 63 Studenten nehmen derzeit an der zwölften Internationalen Sommeruniversität (ISU) der Leuphana Universität teil. Sie kommen aus 29 verschiedenen Ländern, alle mit dem gleichen Ziel: Sie wollen hier Deutsch lernen. Vier Wochen lang wird intensiv in fünf Kursen mit unterschiedlichen Niveaus unterrichtet.

Unter den Studierenden sind auch sieben Stipendiaten des brasilianischen Regierungsprogramms Ciencia sem Fronteira und 14 Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Eine von ihnen ist Zlata Sergyeyeva. Sie kommt aus der Ukraine und möchte irgendwann ihren Master in Deutschland machen. Obwohl sie Deutsch und Finanzwesen im siebten Semester studiert, findet sie einige Dinge an der deutschen Sprache nach wie vor eigenartig: „Es gibt so viele lange Wörter wie zum Beispiel Umweltverschmutzung.“

Pila Bover merkt sich die Wörter auf eine besondere Art: „Das Wort Menschenwürde, darin steckt Würde, wurde, werden, Erde.“ Die Spanierin ist in einem Fortgeschrittenen-Kursus, sie will den Sprachtest für die Universitätszulassung bald machen, um ihren Master in Arbeitsrecht in Hamburg zu beginnen. Sie ist im Kursus von Reinhard Werner, Koordinator des Bereichs Deutsch als Fremdsprache. Er sagt: „Ich arbeite mit lexischen Zusammenhängen. Nicht mit Vokabellisten, die schaut man einmal an und vergisst sie dann wieder.“

Manchmal fehlen Wael Halabi die Worte, doch meistens fallen sie ihm schnell wieder ein. Der Student ist zum dritten Mal in Deutschland, aber zum ersten Mal in Lüneburg. Der Israeli studiert Psychologie und Management und möchte seinen Bachelor gerne hier beenden: „Die Häuser sind so schön, die Leute so nett. Ich mag kleine Städte sehr.“

Die Studenten sind nicht nur hier, um Deutsch zu lernen. Auch die Kultur sollen sie erleben. „Dadurch, dass sie hier leben, bekommen sie noch einmal einen ganz anderen Eindruck“, findet Claudia Wölk vom International Office, Koordinatorin der ISU. Ausflüge an den Wochenenden nach Hamburg oder Lübeck, auf den Kalkberg oder in den Barfußpark stehen auch auf dem Programm. So können sich die Teilnehmer besser kennenlernen und austauschen. Für solche Aktivitäten ist Leuphana-Studentin Nina Voß zuständig. Ein Programmpunkt wird ihr besonders in Erinnerung bleiben: „An einem Abend haben wir zusammen Musik gemacht und Lieder aus den unterschiedlichen Ländern gehört. Das war schön.“