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Grüne gegen Solarmobil

ca Lüneburg. Nun bläst der sogenannten Bimmelbahn auch kräftiger Gegenwind aus der Politik entgegen, und das auch noch quasi von der Regierungsbank: Denn die Grünen, die mit der SPD die Mehrheit im Rat stellen, fordern, das Genehmigungsverfahren „zu stoppen und gemeinsam mit den Bürgern Alternativen zur Wegebahn zu beraten“. Das Solarmobil sei anders als die Kutschen ein „Fremdkörper“ und wörtlich: „Es ist äußerst bedauerlich, dass diese einmalige Art der Fremdenführung durch die Stadt zugunsten einer Allerwelts-Bimmelbahn verschwinden soll. Wir sehen darin auch eine Konkurrenz zum Angebot unserer freiberuflichen Fremdenführer und -führerinnen, durch deren fachgerechte Vermittlung Lüneburg bei den Touristen einen guten Ruf erlangt hat.“

Ratsherr Ulrich Löb, zu gleich Vorsitzender des Verkehrsausschusses, sieht die Verwaltung gefordert: Wenn man über die Stadtbildsatzung Markisen verhindern könne, dann müsse sie zumindest prüfen, ob sie nicht auch dem Touristen-Zug eine Absage erteilen könne. Auch die Marketinggesellschaft und deren Chef Stefan Pruschwitz geht Löb hart an: „Die Gesellschaft ist für Tourismusfragen zuständig, sie hätte längst Alternativen prüfen können. Dabei hätte die Frage von möglichen Zuschüssen geklärt werden können. Herr Pruschwitz achtet sehr auf hohe Besucherzahlen und zu wenig auf Qualität. Da sollte personell auf den Busch geklopft werden.“

Pruschwitz kontert mit einer bekannten Position: „Wir können nicht alle touristischen Angebote abdecken, und wir können keine Bahn betreiben. Dazu fehlen uns die Mittel. Wir arbeiten mit allen Dienstleistern zusammen.“ Egal ob diese die Kutschen oder eine Solarbahn kreisen lassen wollen, wie es jetzt Andreas Gensch plant, der bekanntlich den Pferdebetrieb einstellen und stattdessen die Solarbahn betreiben will.

Der Marketingchef weist auch darauf hin, dass die Gesellschaft Qualität und Abläufe sehr wohl verbessert habe: Es gebe in der telefonischen Bearbeitung von Anfragen mehr Mitarbeiter, beim Stadtfest seien neue Akzente gesetzt worden. Zudem habe man gemeinsam mit den Stadtführern neue Angebote entwickelt. Und selbstverständlich müsse er höhere Einnahmen erzielen, da die Zuschüsse etwa der Stadt nicht gestiegen seien. Zudem hätten die Gesellschafter ihm keinen Auftrag erteilt, in Sachen Bahn tätig zu werden.

Die Grünen hatten zunächst überlegt, ob sie das Thema heute im Rat ansprechen, nun warten sie den Verkehrsausschuss ab, der aber erst am 23. September tagt.