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Volksdrama und große Schlacht

pet Dahlenburg. Gabriel Reinking, ein erfahrener Theatermann, ist beeindruckt. „Dass eine kleine Gemeinde so etwas stemmen kann, das ist schon toll“, sagt er und meint die Samtgemeinde Dahlenburg mit ihren „Göhrdefestspielen“, die mit dem von ihm geschriebenen und inszenierten Volksdrama „1813 – Liebe und Tod in der Göhrde“ am Donnerstag, 5. September, beginnen und mit der Nachstellung der Göhrdeschlacht am Wochenende, 21./22. September, zu Ende gehen.

Genau 200 Jahre ist es her, dass am 16. September 1813 alliierte Verbände, darunter Preußen, Hannoveraner, Engländer und die legendären Lützower Jäger, die napoleonischen Truppen in die Flucht schlugen – die erste Niederlage der französischen Besatzungstruppen. „1813 – Liebe und Tod in der Göhrde“ rankt sich um das damalige Gefecht.

Das Drama beschreibt die Geschichte der Eleonore Prochaska, einer jungen Frau, die als Mann verkleidet bei den Lützower Jägern eintritt und als Trommler in die Göhrdeschlacht zieht. Sie wird verwundet, stirbt wenig später. „Ich habe mich an die Fakten gehalten“, erklärt Gabriel Reinking. Bis auf eine Ausnahme: „Die Liebesgeschichte zwischen Eleonore und einem französischen Offizier.“

Vor zwei Jahren wurde „1813 – Liebe und Tod in der Göhrde“ schon einmal im Zuge der Göhrdefestspiele aufgeführt. Schon damals spielte Kira Tschirner die Eleonore, Henning Karge den französischen Offizier Jerome. Um die beiden Profis scharen sich 14 Laiendarsteller und ein großes Team im Hintergrund. Tschirner freut sich riesig auf die Aufführungen. „Als ich damals vom Cas-ting für die Aufführung gelesen habe, habe ich gleich gedacht: ,Das ist meine Rolle‘.“

Insgesamt acht Freilicht-Aufführungen zwischen dem 5. und 15. September sind auf dem Festspielplatz am Dahlenburger Heimatmuseum geplant, wo jeweils 400 Zuschauer die Handlung auf Strohballen sitzend verfolgen können. Rund um das Heimatmuseum gibt es ein großes Rahmenprogramm.

Wenig später, am Wochenende 21./22. September, wird es dann auf dem Original-Schlachtfeld, gelegen zwischen Dahlenburg und Göhrde, laut. Marius Franke ist Koordinator der Göhrdeschlacht, zu der er 400 „Nachsteller“ aus Deutschland, England, Polen, Dänemark und den Niederlanden erwartet – sie stellen das Schlesische Grenadierbataillon dar, die 42nd Highlander, das Braunschweiger Feldkorps, das 3Éme Regiment d’Ligne oder eben die Lützower Jäger.

„Unser Ziel ist es, zu zeigen, wie es damals zugegangen ist, Geschichte erlebbar zu machen“, erklärt Marius Franke. Das tun er und seine Mitstreiter nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern an beiden Tagen auch im großen Feldlager.

Insgesamt 88 000 Euro hat die Samtgemeinde Dahlenburg für die Göhrdefestspiele in den Haushalt eingestellt – 29 000 Euro sind durch Unterstützer abgesichert. Die größten sind der Landkreis Lüneburg, die Sparkassenstiftung und der Landschaftsverband Lüneburg – Uelzen. Um die Lücke zu schließen, hoffen die Verantwortlichen auf möglichst viele Zuschauer, erklärt der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Franz-Josef Kamp.