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Etwa in Höhe der Straße Waldwinkel könnte der Adendorfer Bahnhaltepunkt entstehen. Foto: be
Etwa in Höhe der Straße Waldwinkel könnte der Adendorfer Bahnhaltepunkt entstehen. Foto: be

Nächster Halt Adendorf ?

pet Adendorf. Es war 1979, als letztmals ein Personenzug am Bahnhof Adendorf, gelegen an der Strecke von Lüneburg nach Lübeck, gehalten hat. Seitdem fahren die Züge zwischen Lüneburg und Echem durch, längst wird der ehemalige Bahnhof anderweitig genutzt. Dass ausreichend Bedarf da ist, um einen Bahnhaltepunkt in Adendorf wiederzubeleben, da sind sich Politik und Verwaltung in Adendorf, beim Landkreis, Bundes- und Landtagsabgeordnete aus der Region längst einig. Neue Bewegung in der Sache sieht jetzt die Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock (CDU).

Sie, wie auch Bürgermeister Thomas Maack (SPD), haben kürzlich Post aus dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr in Hannover bekommen. Darin heißt es: „Ihren Vorschlag, die Station Adendorf zu reaktivieren, greifen wir gern auf.“ Weiter sichert Referatsleiter Hartmut Schaper zu, „die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen als zuständigen Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs zu bitten, Ihren Vorschlag auf die betriebliche Umsetzbarkeit zu prüfen“.

Bürgermeister Maack, vor seiner Wahl war er in leitender Position bei der Bahn tätig, hatte schon im Frühjahr 2013 ein „Konzeptpapier zur Realisierung eines Haltepunktes“ ausgearbeitet und dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr zukommen lassen.

Durch die Initiative von Minister Olaf Lies (SPD), stillgelegte Bahnstrecken und Haltepunkte wieder zu reaktivieren, fühlten sich die Adendorfer und ihre Unterstützer weiter gestärkt.

Karin Bertholdes-Sandrock hatte sich Anfang September noch einmal bei Olaf Lies für den Bahnhaltepunkt in Adendorf eingesetzt. Jetzt sagt sie zwar: „Wir wollen realistisch bleiben. Die Reaktivierung von ehemals vorhandenen Bahnstationen erfordert immer eine umfangreiche Einzelfallprüfung. Verschiedene Kriterien müssen dabei erfüllt werden.“

Aber damit, da sind sich Bertholdes-Sandrock und Thomas Maack einig, sollte Adendorf keine Probleme haben. Mehr als 2000 Einwohner im Umkreis von 1,5 Kilometern hat Adendorf „locker“, der nächste Bahnhof ist mehr als drei Kilometer entfernt und „auch fahrplantechnisch müsste alles machbar sein, das heißt, es dürfte nicht zu solchen Verzögerungen kommen, dass mögliche Anschlüsse an Knotenbahnhöfen nicht erreicht würden“ (Bertholdes-Sandrock).

Thomas Maack hatte in seinem Konzeptpapier bereits auf die Bedeutung eines Haltepunktes für Adendorf hingewiesen, besonders für die 75 Prozent Auspendler unter den 5700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Ort. Maack stellte fest: „Im Rahmen einer Neukonzipierung der Bus- und Bahnverbindung wird die Attraktivität erheblich gesteigert. Neben Umsteigern vom Bus, dürfte es bei der attraktiven Fahrzeit von drei Minuten nach Lüneburg auch möglich sein, Neukunden zu akquirieren.“

Maack wie Bertholdes-Sandrock sind jedenfalls zuversichtlich. „Es klingt alles recht ermunternd. Wir werden auf jeden Fall am Ball bleiben“, sagt die Landtagsabgeordnete.