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Das neue Wasserwerk in Adendorf: In den Tanks - so genannte Schnellfilter - wird das Wasser von Eisen und Mangan befreit. Foto: t&w
Das neue Wasserwerk in Adendorf: In den Tanks - so genannte Schnellfilter - wird das Wasser von Eisen und Mangan befreit. Foto: t&w

Mehr als nur Wasser

kre Adendorf. Große Edelstahltanks, dicke Leitungsrohre und Gitterroste als Boden: Die Technik in der nagelneuen Halle in Adendorf erinnert auf den ersten Blick an eine moderne Kelterei oder Brauerei. Nur dass es eben nicht nach Bier oder Wein riecht, sondern nach – gar nichts. Jürgen Lütgens schmunzelt: Solche Vergleiche hat der Diplom-Ingenieur und Technische Betriebsleiter des Wasserbeschaffungsverbandes Elbmarsch wohl schon öfter gehört. Doch im Köhlerweg wird viel mehr produziert als Hochprozentiges: Denn hier wird der Grundstoff allen Lebens aufbereitet – Trinkwasser.

Zwei Millionen Euro hat der Wasserbeschaffungsverband für Gebäude, Anlagentechnik und Rohrleitungsbau ausgegeben – „eine Investition in die Zukunft“, erklärt Geschäftsführer Günter Hentschel.

Sauberes Trinkwasser gilt in Deutschland als Selbstverständlichkeit: Ob beim Zähneputzen, beim Duschen, beim Kaffeekochen oder beim Anstellen des Rasensprengers – der tägliche Griff zum Wasserhahn ist für die meisten ein selbstverständlicher Automatismus. In Niedersachsen mit seinen großen unterirdischen Wasservorkommen herrscht an dem lebenswichtigen Nass auch kein Mangel – im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Erde.

Vom gesamten Wasservorrat der Erde stehen nämlich nur 0,3 Prozent als Trinkwasser zur Verfügung. Wüstengebiete breiten sich immer weiter aus, und in vielen Regionen bedeutet das den täglichen Kampf gegen Hunger und Tod. Experten sind sich einig: Die Kriege der Zukunft werden um den Zugang zu sauberem Wasser geführt.

Düstere Zukunftsvisionen, die die Deutschen nicht plagen müssen – schon gar nicht die rund 30 000 Haushalte, die das kostbare Nass vom Wasserbeschaffungsverband Elbmarsch beziehen: „Wir versorgen insgesamt acht Kommunen“, berichtet Jürgen Lütgens und listet auf: Adendorf, Scharnebeck, Bardowick, Elbmarsch, Dahlenburg, Bleckede, Amt Neuhaus und Teile der Stadt Winsen.

Allerdings bekommen diese Kommunen ihr Trinkwasser nicht alle aus Adendorf, weitere Wasserwerke besitzt der Verband in Lüdershausen, in Breetze und in Neuhaus.

„Das Wasserwerk in Adendorf versorgt die Gemeinden Adendorf, Scharnebeck, Bardowick und Teile der Stadt Winsen“, erläutert Lütgens. „Und zwar aus Brunnen, die zwischen 40 und 300 Meter tief sind.“

Rund zwei Million Kubikmeter Trinkwasser speist das Adendorfer Werk jährlich in die Leitungen der Haushalte ein – ein ziemlich kontinuierlicher Wert. „Trotz steigender Einwohnerzahlen steigt der Verbrauch nicht weiter an“, sagt Lütgens. Allerdings verändern sich seinen Worten zufolge die Tagesspitzen, etwa im Frühjahr und Sommer, „wenn die Gartensaison beginnt“. Dann schnellt der Verbrauch in die Höhe. Damit in solchen Situationen niemand im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen sitzen muss, „haben wir das Wasserwerk in Adendorf modernisiert“.

Die Wasserqualität sei hervorragend“, loben Hentschel und Lütgens gemeinsam. Lediglich Eisen und Mangan werden dem Rohwasser entzogen. Das passiert in den großen mit Quarzsand gefüllten Edelstahlbehältern. „Das einzige, was wir dem Wasser noch zusetzen, ist Luft“, sagt Jürgen Lütgens, der stolz ist auf das, was in Adendorf produziert wird – nämlich das kostbarste Lebensmittel der Welt.