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Gegenüber dem Adendorfer Feuerwehrhaus entsteht eine weitere Kinderkrippe - solche Investitionen sieht der Haushalt 2014 nicht mehr vor. Foto: be
Gegenüber dem Adendorfer Feuerwehrhaus entsteht eine weitere Kinderkrippe - solche Investitionen sieht der Haushalt 2014 nicht mehr vor. Foto: be

Kleinere Brötchen für Adendorf

pet Adendorf. Dramatischer Einbruch bei den Gewerbesteuern, Haushaltssperre und damit verbundenes eisernes Sparen, dann ein Nachtragshaushalt – ein in finanzieller Hinsicht stürmisches Jahr 2013 hat die Gemeinde Adendorf hinter sich. 2014 soll besser werden – in der Ratssitzung am Donnerstagabend im Rathaus legte Kämmerer Matthias Gierke den Haushalt vor, der mit den Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen und gegen das Votum der Gruppe CDU/Jacobi verabschiedet wurde. Davor hatte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) die von ihm im Frühjahr verhängte Haushaltssperre aufgehoben.

Bei Erträgen in Höhe von 14,26 Millionen Euro und Aufwendungen von 14,55 Millionen Euro prognostiziert Gierke für das nächste Jahr im Ergebnishaushalt ein leichtes Minus (290 000 Euro). Durch außerordentliche Erträge beim Verkauf von Grundstücken für 341 000 Euro kommt am Ende im Jahresergebnis sogar ein kleines Plus von 51 000 Euro heraus – wenn denn die Einnahmen so fließen, wie prognostiziert und keine großen zusätzlichen Ausgaben nötig werden.

Größte Einnahmeposten für 2014 sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (4,01 Millionen Euro), Gewerbesteuer (2,32 Millionen Euro), Schlüsselzuweisungen vom Land (1,96 Millionen Euro) und Grundsteuer (1,42 Millionen Euro). Größte Ausgabeposten sind die Personalkosten (5,20 Millionen Euro) und die Kreisumlage (4,44 Millionen Euro) – aber auch Abschreibungen in Höhe von 1,16 Millionen Euro müssen erwirtschaftet werden.

Nach millionenschweren Investitionen in den vergangenen Jahren, etwa für Feuerwehrhaus, Kinderkrippen und Bauhof, muss die Gemeinde Adendorf hier im nächsten Jahr kleinere Brötchen backen – vorgesehen sind Investitionen von 350 000 Euro. Größte Ausgaben: ein Rüstwagen für die Feuerwehr (50 000 Euro) und ein Schlepper für den Winterdienst (33 000 Euro). Neue Schulden werden nicht aufgenommen, durch Kreditermächtigungen aus 2013 könnte der Gesamtschuldenstand von 6,72 Millionen Euro auf bis zu 7,68 Millionen Euro steigen, Zinsen und Tilgung in Höhe von 500 000 Euro pro Jahr muss die Gemeinde leisten.

„Solide, ausgeglichen und an dem finanzpolitisch Machbaren orientiert“, lobte SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Schreiber den Entwurf. Es sei richtig, dass „in diesem Jahr nur kleinere Investitionen getätigt werden, wichtiger ist es, dass alle Ausgaben, die relevant und notwendig für Adendorf sind, durch die Einnahmen abgedeckt sind“. Die SPD, so Schreiber, habe Wert darauf gelegt, dass „die freiwilligen sozialen Leistungen von 880 000 Euro beibehalten werden“.

Nichts „Substantielles gegen den Vermögensverfall und nichts für eine wirtschaftlich sinnvolle Fortentwicklung unseres Dorfes“, sah Kollege Gunther von Mirbach (CDU/Jacobi) im vorgelegten Zahlenwerk. Einmal mehr vermisste er Anstrengungen, die von der CDU seit vielen Jahren geforderte Ausweisung eines Geländes an der Kreisstraße 30 als Gewerbegebiet voran zu bringen („Wir lassen da nicht locker“). 56 000 Euro jährlich für den Betrieb des Schnellbusses nach Lüneburg wollte die Gruppe CDU/Jacobi sparen, die Linie solle „ab sofort ersatzlos“ gestrichen werden – SPD und Bündnis 90/die Grünen sahen das anders.

Für Bündnis 90/Die Grünen forderte Bärbel Sasse: „Wir müssen auch in Zukunft aufpassen, dass wir uns auf das Notwendige beschränken. … Sollte sich das Steueraufkommen tatsächlich im nächsten Jahr erhöhen, darf dieses auf keinen Fall zu neuen Begehrlichkeiten führen. Mehreinnahmen müssen grundsätzlich zur Tilgung der Schulden genutzt werden.“ Und die Fraktionssprecherin fügte hinzu: „Unter dieser Bedingung können wir dem Haushalt zustimmen.“

Einzelnen Teilen des Haushalts, etwa der Dachsanierung des Feuerwehrgerätehauses in Erbstorf oder der Anschaffung des Feuerwehrfahrzeugs, hätte auch die Gruppe CDU/Jacobi gern zugestimmt. Sie beantragte deshalb mehrere Einzelabstimmungen, konnte sich gegen SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht durchsetzen.