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Mit einem Großaufgebot sorgten Beamte der Bereitschaftspolizei beim Eishockeyspiel in Adendorf für Sicherheit. Foto: be
Mit einem Großaufgebot sorgten Beamte der Bereitschaftspolizei beim Eishockeyspiel in Adendorf für Sicherheit. Foto: be

Risiko-Spiel bleibt friedlich +++ Mit LZplay-Video +++

kre Adendorf. Gute zwölf Kilogramm bringt die Ausrüstung von Catharina Mucha und ihren Kollegen auf die Waage: Schutzweste, Knie- und Gelenkschützer, schwere Stiefel, Handschuhe und Helm sollen im Ernstfall die 21-jährige Kommissarin der 4. Bereitschaftspolizeihundertschaft und ihre Kollegen vor körperlichen Blessuren bewahren. Vor seelischen Verletzungen freilich kann auch dieser Körperpanzer nicht bewahren: ,,Teilweise blanker Hass war uns bei den ­Demonstrationen in Hamburg entgegengeschlagen“, berichtet ihr Kollege Phil Brückmann.

Da ist der Einsatz am Freitagabend im Walter-Maack-Eisstadion in Adendorf geradezu prädestiniert für die richtige Einstimmung auf ein ruhiges Wochenende. Zwar ist das Oberliga-Derby Adendorfer EC gegen den Hamburger SV im Vorfeld als Risikospiel eingestuft worden. Doch um mögliche Eskalationen zu vermeiden, zeigt die Polizei Präsenz. 80 Beamte der Hundertschaft sind schon Stunden vor Spielbeginn im Einsatz. Unterstützt von Kollegen der Lüneburger Wache und aus Adendorf.

Es sind nicht die Eishockey-Anhänger selbst, die den Verantwortlichen Sorge machen, sondern in erster Linie die Fans der HSV-Fußballabteilung. Dass die dann doch größtenteils zu Hause blieben, die einzigen Auseinandersetzungen somit sportlich-fair nur zwischen den Cracks auf dem Eis stattfanden, konnte im Vorfeld niemand mit Gewissheit vorhersagen. Die Bilanz des Derby-Abends: Der HSV gewinnt im Penaltyschießen knapp mit 4:3 gegen den ACE. Aus polizeilicher Sicht endet der Abend mit einem Platzverweis, einem beschlagnahmten Pfefferspray und 60 Personen-Durchsuchungen.

„Dass es so friedlich bleibt, ließ sich vorher nicht mit Sicherheit sagen“, sagt Polizeioberkommissarin Antje Freudenberg, Pressesprecherin der Lüneburger Polizei, und freut sich: ,,Die starke Polizeipräzenz und das Sicherheitskonzept, verbunden mit einem Alkoholverbot im Stadion, haben offensichtlich Wirkung gezeigt.“

Ein Zug der Polizeihundertschaft hat sich vor Spielbeginn im Eingangsbereich des Walter-Maack-Eisstadions postiert: Jeder, der das Spiel besuchen will, muss auf dem Weg zur Kasse zunächst an Catharina Mucha und deren Kollegen vorbei getrennt nach AEC- und HSV-Fans. ,,Wir achten auch darauf, dass keine Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt wird“, erklärt Hauptkommissar Jörg Behrens. Nicht, weil die Beamten als Spaßbremsen auftreten wollen, sondern aus Sicherheitsgründen: Sogenannte ,,Bengalos“ können über 2000 Grad Celcius heiß werden. ,,Auf das Eis geworfen, würde das die Spielfläche zerstören, ein Spielabbruch wäre die Folge“, erläutert Oberkomissar Boris Ichter.

Während also ein Teil der Beamten in der Eingangshalle Position bezogen hat, patrouillieren die anderen zwischen dem Lüneburger Bahnhof und dem Eisstadion: Denn lange gilt die Information, dass die HSV-Fans geschlossen erst zum letzten Drittel im Stadion erscheinen werden. Dann, wenn niemand mehr mit ihrem Kommen rechnet. Doch dieses Mal bleibt es nur ein Gerücht. Das Spiel endet, wie es begonnen hat. Sportlich fair und friedlich. Auf der Eisfläche und auf den Rängen. Ohne Randale, ohne Demonstrationen ohne Flaschen, Steine und Böller gegen Polizisten.