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Rote Engel

Rote Engel und Hunde zum Kuscheln

pet Adendorf. Gertrud Elbracht und Hanna Pellegrini ist die Freude anzumerken. Lui, der dreijährige Jack-Russell-Mix, und Lotta, die gerade 19 Wochen alte Boxerhündin, sind den beiden Seniorinnen im Adendorfer DRK-Alten- und Pflegeheim auf den Schoß gesprungen. Mit dabei ist Philipp Kirschner aus Neetze, der die beiden Hunde mitgebracht hat. Seit neuestem ist der 27-Jährige einer der ,,Roten Engel“, die sich im Heim ehrenamtlich um die Bewohner kümmern. ,,Und wir würden uns freuen, wenn wir noch mehr würden“, erzählt Sandra Mendel, Ehrenamtsbeauftragte des Kreisverbands Lüneburg im Deutschen Roten Kreuz.
Vor zwei Jahren hatte der DRK-Kreisverband das Projekt ,,Rote Engel“ in Adendorf eingeführt – seitdem sind ,,etwa zehn Rote Engel im Flug“ (Mendel), kommen regelmäßig in das Alten- und Pflegeheim, um Spiele mit den Seniorinnen und Senioren zu spielen, mit ihnen spazieren zu gehen, gemeinsam Einkäufe zu machen, vorzulesen und zu klönen. ,,Besonders freuen sich viele Bewohner, wenn Hunde mit dabei sind, wie Lui und Lotta“, erzählt Sandra Mendel.
Sie könnte sich auch gut noch andere Betätigungsfelder für die ,,Roten Engel“ vorstellen: ,,Etwa jemanden, der mit den Bewohnern singt, der vielleicht auch Gitarre oder ein anderes Instrument spielt.“ Oder: ,,Schön wäre es auch, jemanden zu finden, der mit den Bewohnern Bingo spielt.“
Im vergangenen Sommer haben die ,,Roten Engel“ die Bewohner auch regelmäßig bei Ausflügen begleitet – das wollen sie auch im kommenden Sommer tun. ,,Wir machen keine großen Fahrten, meistens geht es im Kleinbus bis zu sechs Bewohnern mit Betreuern zum Kaffeetrinken in die Umgebung. Da könnten wir sehr gut noch Unterstützung gebrauchen“, erklärt Sandra Mendel, die betont: ,,Die Roten Engel sind ein reiner Besuchsdienst, es werden keine pflegerischen Aufgaben übernommen.“

Auf ein neues Projekt im DRK-Alten- und Pflegeheim freuen sich Sandra Mendel und ihre ,,Roten Engel“ besonders: In diesem Jahr soll auf dem Gelände ein ,,Demenz-Garten“ entstehen. Ein Garten, der alte Erinnerung bei den alten Menschen wieder hervorholen soll. Durch einen Torbogen wird der Garten, der im Kreis angelegt ist, betreten. Der Garten enthält Pflanzen, die die alten Menschen aus der Vergangenheit kennen, auf dem Weg können auch Stationen wie eine Bushaltestelle integriert sein, die bei den alten Menschen Erinnerungen hervorrufen. ,,Auch über Interessierte, die an der Gestaltung und Pflege des Demenz-Gartens mitwirken wollen, freuen wir uns“, so Mendel.
Vorkenntnisse, so Sandra Mendel, seien für das Ehrenamt des „Roten Engels“ nicht erforderlich. Schulungen stehen aber trotzdem regelmäßig an – über Themen wie Erste Hilfe, Umgang mit Rollstühlen oder auch Demenzerkrankungen. Mendel: „Alle vier Wochen treffen wir uns zum Erfahrungsaustausch.“

Wer Interesse hat, die ,,Roten Engel“ zu verstärken, kann sich unter Telefon: 0151/46156891 an Sandra Mendel wenden. Sie sagt: ,,Schön wäre es, wenn sich noch mehr Männer melden würden. Männer haben oft andere Interessen, interessieren sich anders als Frauen mehr für Sport oder Politik, spielen auch gern mal einen Skat.“

Zehn ehrenamtliche „Rote Engel“ – im Alter von bis zu 83 Jahren – gibt es mittlerweile in Adendorf. Philipp Kirschner ist vor einigen Wochen dazu gestoßen. Es mache ihm Freude, sich ehrenamtlich für eine so gute Sache zu engagieren, erklärt er. ,,Ich habe beim Roten Kreuz angerufen, da wurde ich an die Roten Engel verwiesen. Die alten Menschen freuen sich riesig über die Hunde, streicheln sie, geben ihnen ein Leckerli, schmusen mit ihnen.“