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Weiße Gatter sollen an der  Erbstorfer Landstraße die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugverkehrs bremsen. Foto: be
Weiße Gatter sollen an der Erbstorfer Landstraße die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugverkehrs bremsen. Foto: be

Autofahrer drosseln Tempo

pet Adendorf. Die erste Bilanz fällt positiv aus: Auf der Erbstorfer Landstraße, in der Ortsdurchfahrt Erbstorf, wird langsamer gefahren. Das war das Fazit im Hinblick auf die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen an der Kreisstraße 53, die Adendorfs Bauamtsleiter Christian Ninnemann jetzt im Ausschuss für Bau, Verkehr und Grünflächen vorstellte.

Darüber, dass in Erbstorf zu schnell gefahren wird, beklagen sich Anwohner der Erbstorfer Landstraße schon seit Jahrzehnten. Fast genau so lange zerbrechen sich Verkehrsplaner und Kommunalpolitiker den Kopf über mögliche Maßnahmen dagegen. Zuletzt gab es Überlegungen, das Tempo des Verkehrs durch Fahrbahnverschwenkungen zu drosseln. Dann sollte ein kostspieliger Kreisverkehr her, der aber in einer Bürgerversammlung gekippt wurde.

Beide Maßnahmen hätten Kosten im hohen sechsstelligen Bereich verursacht, so gesehen seien die etwa 16000 Euro für Geschwindigkeitsmessanlage, Dialog-Display und Gatter, die das Sichtfeld der Autofahrer einengen und zum langsameren Fahren animieren, ,,gut angelegtes Geld“, sagt Bürgermeister Thomas Maack. Landkreis Lüneburg und Polizei waren und sind an der Maßnahme beteiligt.

Geschwindigkeitmessungen haben jeweils an 28 Tagen vor Installation der verkehrsberuhigenden Maßnahmen und an 28 Tagen danach stattgefunden. Ergebnis: Die ,,V85″, das ist das Tempo, das von 85 Prozent der Fahrer eingehalten wird, sank in Fahrtrichtung Scharnebeck von 61 auf 58 km/h, in Fahrrichtung Lüneburg von 59 auf 56 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ging von von 54 auf 52 km/h zurück, in der Gegenrichtung von 52 auf 50 km/h. Die gemessenen Ergebnisse basieren in beiden Richtungen auf jeweils weit mehr als 200000 Fahrzeugen.

Bürgermeister Maack betonte, dass die temposenkenden Maßnahmen an der Erbstorfer Landstraße noch nicht abgeschlossen seien: Die ,,Dialog-Displays“, die an den Ortseingängen angebracht sind, werden noch einmal ausgewechselt. Vorgesehen sind Displays, die neben dem Tempo auch aktuelle Informationen, etwa ,,Vorsicht Blitzeis“ oder Hinweise auf Veranstaltungen anzeigen. Maack: ,,Das soll das Tempo weiter senken.“ Außerdem sind zum Sommer hin noch Pflanzungen geplant, die ein ,,Wohlfühlgefühl“ erzeugen sollen. ,,Wir wollen auch mit den Anwohnern sprechen, sie bitten, bei der Pflege der Grünflächen vor den Grundstücken mitzuhelfen.“

Zurzeit werden in Erbstorf keine Geschwindkeitsmessungen vorgenommen, aber bald sollen die Messungen, deren Ergebnisse über Funk direkt in das Adendorfer Rathaus übertragen werden, wieder aufgenommen werden. Das soll dann auch in den nächsten Jahren so weitergehen. Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Lüneburger Polizei, hatte schon bei der Einweihung der Verkehrsberuhigungsmaßnahme im vergangenen Dezember erklärt: ,,Erst nach zwei, drei Jahren werden wir wissen, was die Maßnahmen bringen. Ob sich etwa bei den Kraftfahrern wieder ein Gewöhnungseffekt einschleicht.“ Dann wisse man auch, ob man dem Land Niedersachsen ein kostengünstiges und wirksames Mittel zur Temporeduzierung anbieten kann.

Über die Installation der Gatter, die in Dänemark häufig zu sehen sind, denken zurzeit die Mitglieder des Reppenstedter Rates nach, aufgestellt werden könnten sie in Dachtmissen.