Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Verkauft hat der TSV Adendorf die rot schraffierte Fläche an den Investor Rainer Adank, der in unmittelbarer Nachbarschaft das Golf Resort betreibt. Am 16. September stellt er sein Konzept zur Bebauung des Areals und der Flächen nördlich davon vor. Karte: terraweb; Montage: Meiferts
Verkauft hat der TSV Adendorf die rot schraffierte Fläche an den Investor Rainer Adank, der in unmittelbarer Nachbarschaft das Golf Resort betreibt. Am 16. September stellt er sein Konzept zur Bebauung des Areals und der Flächen nördlich davon vor. Karte: terraweb; Montage: Meiferts

Spekulationen befeuern Diskussion

ml/pet Adendorf. Eigentlich könnte Joachim Pritzlaff zufrieden sein. Ende 2012 war Adendorfs ehemaliger Bürgermeister als neuer Vorsitzender des TSV Adendorf angetreten, um den hochverschuldeten Verein aus der Finanzmisere zu führen. Und das ist ihm gelungen: Betrugen die Schulden des Vereins Anfang dieses Jahres noch rund 380000 Euro, wird der TSV Ende 2015 schuldenfrei sein. Doch gleichzeitig haben Pritzlaff und seine Mitstreiter im Vorstand einen heftigen Streit im Nordosten der 10000-Einwohner-Gemeinde losgetreten. Denn möglich gemacht hat den Schuldenschnitt erst der Verkauf eines vereinseigenen Grundstücks an den Investor Rainer Adank und eine mögliche Bebauung der Fläche (LZ berichtete). Spekulationen schießen ins Kraut, die Vorwürfe sind teils diffus oder wiegen schwer.

Fakt ist: Das 6000 Quadratmeter große Areal liegt östlich der Moorchaussee zwischen dem Baugebiet „Bei den Eichen“ und den acht Tennisplätzen des TSV, die mit einer Fläche von weiteren 6000 Quadratmetern ebenfalls Bestandteil des Kaufvertrages sind. Die westlichen vier Plätze wechseln laut Pritzlaff zum 1. Januar 2016 in den Besitz Adanks, auf den verbleibenden vier „wird der Betrieb weitergehen, so lange die Tennisabteilung in Mannschaftsstärke existiert“.

Alarmiert durch den Verkauf hat sich inzwischen die „Interessengemeinschaft der Anwohner Bei den Eichen und Moorchaussee“ formiert und eine Liste mit 105 Unterschriften an den amtierenden Rathauschef Thomas Maack übergeben. Die Anwohner fürchten um ihre Ruhe und den Wert ihrer Grundstücke. Zudem hat Professor Dr. Walter Leal für die Interessengemeinschaft einen Brief an Landrat Manfred Nahrstedt geschrieben mit der Bitte, im Zuge der Kommunalaufsicht tätig zu werden. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Die Adendorfer Bürger vermuten, dass der Bauträger bereits eine Zusage erhalten hat, dass er hier bauen darf.“ Noch allerdings ist das Areal als Grün- und Sportfläche im Flächennutzungsplan der Gemeinde ausgewiesen. Eine Änderung kann nur der Gemeinderat beschließen, zudem müsste das Gremium einen Bebauungsplan aufstellen.

Tatsächlich hat Rainer Adank ein Konzept erstellen lassen, welches über die Bebauung des ehemaligen TSV-Grundstücks hinausgeht und auch Flächen des Golfplatzes nördlich des Gebietes „Bei den Eichen“ bis zur Moorchaussee umfasst. „Die Pläne habe ich den betroffenen Einwohnern bereits vorgestellt, drei sind meiner Einladung gefolgt“, sagt Adank. Nach dem Gespräch mit den Anwohnern habe er das Konzept überarbeiten lassen, 32 kleinere Grundstücke zu 16 größeren zusammenfassen lassen. Dies sei auch der aktuelle Stand. „Leider ist die derzeitige Diskussion geprägt von Spekulationen, die oft weit von der Realität entfernt sind“, bedauert der Investor. Als Eigentümer des Adendorfer Golf Resorts und damit größter Nachbar des TSV Adendorf habe er „ein elementares Eigeninteresse, dass die Adendorfer Sportmeile am Scharnebecker Weg erhalten“ bleibe. „Deshalb ist es mir im Wesentlichen immer um die Rettung des Sportvereines gegangen. Das war der Auslöser“, sagt Adank.

Das jedoch bezweifeln die Anwohner. Auch in ihrem Schreiben an den Landrat. „Der Bauträger hat vorzügliche Beziehungen und versucht jetzt ganz offensichtlich aus dem Kauf des Geländes Kapital zu schlagen.“ Deshalb versuche er auf Politik und Verwaltung Druck auszuüben. Zudem bemängeln die Anwohner in ihrem Brief, dass der TSV Adendorf „bessere finanzielle Angebote ignoriert“ habe.

Die Rettung des TSV auf die Fahnen geschrieben hatten sich auch Politik und Verwaltung der Gemeinde. „Eine Arbeitsgruppe hat verschiedene Vorschläge erarbeitet“, sagt Bürgermeister Thomas Maack. Eine Idee war, dass die Gemeinde sämtliche Liegenschaften des Vereins einschließlich des Sporthotels übernimmt. Dazu hätte die Gemeinde zwar einen Kredit aufnehmen müssen, laut Maack angesichts der niedrigen Zinsen für Kommunaldarlehen jedoch kein Problem. „In den Folgejahren hätte der Verein sich ein Finanzpolster schaffen und seine Werte zurückkaufen können.“ Wäre der Plan gescheitert, hätte sich die Gemeinde als Option den Verkauf des Sporthotels gesichert. Ein politischer Beschluss stand zwar noch aus, doch Maack macht keinen Hehl daraus, dass ihm dieser Weg der liebste gewesen wäre. „Doch der TSV hat sich anders entschieden, und das ist sein gutes Recht.“ Für eine mögliche Bebauung des Bereiches gebe es allerdings „weder einen Beschluss noch liegen irgendwelche Anträge vor“.

Auch der SPD-Fraktionschef im Adendorfer Rat, Jürgen Schreiber, ist sich sicher, „dass es für eine gemeinsame Lösung von Gemeinde und TSV eine politische Mehrheit gegeben hätte“. Grundsätzlich halte die SPD jedoch auch die geplante Bebauung für möglich. „Irgendwelche Zusagen gibt es jedoch nicht.“ Im weiteren Verfahren werde die SPD auf Transparenz und Bürgerinformation achten. „Und wir werden uns von keiner Seite unter Druck setzen lassen. Weder von der einen noch von der anderen“, ergänzt der Fraktionschef.

Ähnlich klingt CDU-Fraktionschef Gunther von Mirbach. Auch seine Partei kann sich eine Bebauung grundsätzlich vorstellen. Einen Blankoscheck werde es von der CDU aber ebenso wenig geben wie ein kategorisches Nein. „Jedoch stehen wir noch ganz am Anfang der Diskussion.“

Kritisch sehen hingegen die Grünen den Grundstücksverkauf und die mögliche Bebauung. „Verwaltung und Mehrheit im Gemeinderat treiben eine immer massivere Nachverdichtung im Innenbereich voran, mit der Begründung, eine weitere Bebauung im Außenbereich vermeiden zu wollen. Käme es zu einer Bauleitplanung für das kürzlich verkaufte TSV-Gelände, würde das dem vorgenannten Ziel widersprechen“, heißt es seitens der Grünen um Fraktionschefin Bärbel Sasse.

Und Landrat Manfred Nahrstedt? Der sieht sich momentan nicht gefordert. Das Schreiben der Anwohner habe er zur Kenntnis genommen, „ich habe mich allerdings nicht darüber zu äußern, was ein Verein und ein Investor machen, das ist nicht meine Angelegenheit.“

Nun sind alle Blicke auf das Adendorfer Rathaus gerichtet: Dort werden sich am Dienstag, 16. September, um 19 Uhr im Sitzungssaal alle Akteure zu einer Bürgerinformation treffen und am Ende ist vielleicht jedem klar, was Fakt und was Spekulation ist.

6 Kommentare

  1. Heinrich v.d. Ilmenau

    Inzwischen sind so viele Zutaten in der Adendorfer Sommersuppe, dass man sie kaum noch heraus schmecken kann.

    War in dem auslösenden Kommentar von jj. noch die Rede von der Sorge der jetzigen Anwohner um ihre Ruhe und eventuelle Umweltsünden, so geht es jetzt langsam ins eingemachte. Wirtschaftliche (seit Jahrzehnten gängige) Praktiken werden jetzt als Argumente herbeigezogen. Sogar der Landrat soll hier einschreiten, um die privaten Interessen der „alt Eingesessenen“ zu schützen. Wie war es denn als das Baugebiet der jetzt dort angesiedelten Bewohner ausgeschrieben wurde? Gab es da auch eine Interessengemeinschaft, die anderen kein Eigenheim zugestehen wollten, um die eigene lieb gewonnene Ruhe und den Wert ihres Eigenheimes zu wahren? Das was die Interessengemeinschaft in diesem Punkt für sich reklamiert, haben andere ihr vor etlichen Jahren ohne zu murren gegönnt und zugestanden. Was für ein abstoßend egoistisches Verhalten ist das. In allen Gemeinden werden immer wieder neue Baugebiete geschaffen. Das war nach vielen Jahren absoluter Ruhe auch hinter meinem Grundstück und das der Nachbarn so. Keiner hat auch nur daran gedacht dagegen eine Interessengemeinschaft zu gründen.. Aber in Adendorf haben wir scheinbar die Ellenbogengesellschaft par excellence.

    Doch bis hier sind die Argumente nicht Hieb- und Stichfest. Das sind Individualinteressen. Also muß jetzt das wirtschaftliche Geschäftsgebahren herhalten. Liebe „Interessengemeinschaft der Anwohner Bei den Eichen und Moorchaussee“. Machen sie sich doch nicht lächerlich. Das grenzt an die Demonstrationen der 68-ziger gegen das Kapital. Und was hat es gebracht? Nichts! Kein Unternehmer kann ohne entsprechende Beziehungen, Verpflechtungen und Kontakte seine Geschäfte erfolgreich gestalten. Wir hatten in Lüneburg lange Zeit einen Bürgermeister, der gleichzeitig Geschäftsführer eines großen Bauunternehmens war. Rein durch Zufall baute dieses Unternehmen immer zuerst in neuen Baugebieten und bekam auch viele Aufträge von der Stadtverwaltung. Was glauben sie wie in Berlin Politik gestaltet wird? Ich schätze mindestens 90% der politischen Entscheidungen, also auch neue Gesetze, sind von Lobbyverbänden beeinflußt. Es ist bekannt dass einzelne Gesetze sogar von Juristen der Lobbyverbände formuliert werden/wurden.

    Interessant ist auch, dass nur drei Bürger der Einladung des Investors zur Vorstellung seines Projektes gefolgt sind, aber 105 die Liste der Interessengemeinschaft unterschrieben haben. Wissen sie eigentlich was und warum sie unterschrieben haben? Ich finde es ein verlogenes Verhalten. Es gäbe noch viel dazu zu schreiben, aber das würde zu weit führen.

    Bleibt der Interessengemeinschaft zu wünschen übrig, dass ihr das Husarenstück gelingt, wirtschaftliche Praktiken auf einen nachhaltig christlichen Weg zu bringen und den Kapitalismus von einem ethisch verantwortungsvollen handeln überzeugen zu können. Ich fürchte, sie kämpfen gegen Windmühlenflügel.

  2. Mein Vorposter hat schon recht, die Suppe ist mittlerweile undefinierbar. Da hilft es auch nicht, wenn die Landeszeitung und ihr Onlineableger viele „Schein-„betroffene interviewt, aber anscheinend niemanden vom TSV Adendorf selbst für eine Stellungnahme erreichen konnten. Klar, Joahim Pritzlaff und sein Pressesprecher, Hans-Detlef Jacobi, sind für ihre Wortkargheit weithin bekannt.

    Nun erreichen die Adendorfer Mini-Wutbürger die Kommentarspalten diverser lokaler Medien. Und die Presse nimmt sich ihrer dankbar an. Doch wer sind die? Es sind überwiegend keine Alteingesessen, sondern Neuadendorfer, teilweise erst in den letzten beiden Jahren in das Wohngebiet gezogen. Mit dem Annahme (oder dem Glauben), einen unverbaubaren Blick zu haben. Darauf gibt es aber keinen Rechtsanspruch und wie schon zutreffend bemerkt wurde. Gegen ihre Wohngebiete hat auch niemand demonstriert. Was noch fehlt, ist die Feststellung, dass die Interessengemeinschaft nicht viele der Anwohner vertritt. Nciht wenige Anwohner haben sich der Unterschrift für dieses lächerliche Gebaren verweigert und unterstützen den TSV Adendorf bei seiner (Selbst-)Rettung.

    Apropos (Selbst-)Rettung. Die Mitgliederversammlung vor einigen Jahren hat Joachim Pritzlaff und seinen Mitstreitern einen klaren Auftrag gegeben. Rettet den Verein! Nach jahrelangem Schuldenmachen der Renterngenerationen zu Lasten Jugendarbeit und der Zukunft des Vereins gibt es nun eine Lösung, bei der der Verein selbst handlungsfähig bleibt und seine Verluste nicht der Allgemeinheit aufbürden, nicht sozialisieren muss. Denn nichts anderes wäre der Verkauf des Gesamtgeländes an die Gemeinde gewesen. Und wenn ich dann noch lese, dass der SPD-Bürgermeister kein Problem damit gehabt hätte, weitere Schulden zu machen, um hier einen selbstverschuldet in Not geratenen Verein zu retten, na dann: Gute Nacht Adendorf. Deine Zukunft gehört wohl bald dem Zinsdienst an die Banken. Haben die Sozialdemokraten nichts, aber auch ga nichts aus den ihren Schuldenmacherein quer durch die Bundesrepublik gelernt?

  3. „… es sollte von einem scharfsichtigen Porträtisten des Heide-Milljöhs eben auch nicht übersehen werden, welch ein Echo an Gehässigkeit, Klatschsucht, Verleumdung und Verrat, Dünkel, Besserwisserei und Aufgeblasenheit, an Bereitschaft zu autoritätshörigem Opportunismus, geistigem Mitläufertum und selbstgerechtem Konformismus in der pauschalen Diffamierungsformel vom “leicht erregbaren Homo Furibundus” widerhallt.“ Das hat die steinalte Adendorferin, die ehemalige Landeskrankenhaus-Chefin Frau Dr. Böttjer, gestern auf der Nachbarseite geschrieben (http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/184176-und-es-ist-mir-laengst-klar-dass-nichts-bleibt-wie-es-war). Ich finde, auch Klaus Bruns alias v.d. Ilmenau und Carabas hätten aufpassen sollen, dass sie nicht in diese billige Spur des pauschalen Verunglimpfens und des affektgesteuerten Phrasendreschens geraten. Dann wäre der Rest ihrer Schreiberei vielleicht genießbarer gewesen. Doch so haben sie ihren Anspruch erheblich geschmälert, gehört und ernst genommen zu werden. Selbst wer sich hundertprozentig sicher ist, dass über seinem Gartentor nicht mit unsichtbarer Tinte geschrieben steht: „Heiliger Sankt Florian / Verschon‘ mein Haus / Zünd‘ and’re an!“, sollte sich nicht zu so widerwärtigen, herabsetzenden Hasstiraden gegen „Alt-68er“, „Neuadendorfer“ und „Mini-Wutbürger“ hinreißen lassen, von denen er darüber hinaus gar nicht wirklich wissen kann, ob es welche sind. Schon morgen geht es vielleicht um seine eigenen „Individualinteressen“. Was dann? Frau Böttjer hat ganz richtig gesagt: „Jeder – auch in Adendorf und auch wenn es den Oscars dieser Welt nicht gefällt – hat das Recht, nach seiner Façon mit St. Florian zu “kommunizieren”, seine Meinung zu äußern und für seine Sache einzutreten, solange er keine Gesetze verletzt. Das ist das Großartige an der Verfassung des Landes, in dem zu leben wir das unverdiente Glück haben.“

    • Katja, wie weiblich sind sie wirklich? lol
      nur um des verständnisses willen, was meinen sie genau? dass menschen ihre meinung nicht ändern dürfen? Ich finde, der heutzutage kampferprobt ist, hat vorteile in allen richtungen. aber mal spaß beiseite. klaus bruns, der unsägliche leserbriefschreiber schreibt auch hier? ich kündige.

      • Zweiter und letzter Teil der großen Geheimdienst-Serie auf dieser „Site“ (Bitte nicht lesen: Geheim!)

        Altes Problem, Klaus: Mit der Spionagebrille sieht man Frauen und Autos nicht nackt, sondern nur unscharf.

        Und wissen Sie denn nicht, seit vergangenem November dürfen Neugeborene, die weder eindeutig männlich noch eindeutig weiblich sind, in ihrer Geburtsurkunde das Feld „Geschlecht“ unausgefüllt lassen. Die meisten können eh noch nicht schreiben. Doch was ist mit der nicht geringen Anzahl ausgewachsener Inter-, Meta- und Suprasexueller?

        Nicht ohne Grund jedenfalls ist Abteilung II beim BND überwiegend weiblich besetzt. Gerüchte streuen, Verdächtigungen in die Welt setzen, Personen isolieren – das fällt Frauen immer noch erheblich leichter. Darum wird hier auch die Manipulation von Fotos und sonstigen Dokumenten besorgt: Schon mit ein paar Federstrichen gelingt es den Damen beispielsweise, Orangenhaut in Pfirsichhaut zu verwandeln oder einen unscharfen Schnappschuß von einer Al-Qaida-Konferenz in ein hochaufgelöstes homoerotisches Hardcore-Video zu verwandeln, das bei Gelegenheit arabischen Fernsehsendern zugespielt werden kann.

        Außerdem pflegt Abteilung II das weite Feld der Desinformation. Gefälschte Nachrichten werden tagtäglich an die Kontaktleute bei großen Boulevardblättern verteilt; echte Nachrichten werden unterdrückt, indem man gegen 20.00 Uhr den Fernsehstecker aus der Wand zieht. Neben klassischer Sabotage (Uhren verstellen, Ampeln manipulieren, Brennstäbe vertauschen) wird zur Verwirrung des Feindes auch der technische Fortschritt genutzt: Fachleute schätzen, daß etwa die Hälfte aller unberechtigten Virenwarnungen von Pullach aus in den internationalen E-Mail-Verkehr gespeist werden.

        P. S. : Ich finde auch, wer „heutzutage kampferprobt ist, hat vorteile in allen Richtungen“ – besonders natürlich, wenn er diese „Vorteile“ in „Richtungen“ sucht, in denen besonders viel Applaus zu erwarten ist. Und „dass menschen ihre meinung ändern dürfen“, würde ich jederzeit unterschreiben. Nur habe ich etwas dagegen, wenn versucht wird, diesen Meinungen dadurch „Spin“ zu verleihen, dass man anders Meinende pauschal (Z. B. als „Wutbürger“) herabsetzt, ausgrenzt und stigmatisiert und sie zu „modernen“ Untermenschen stempelt. Es gibt viele „Lobbyisten“, also Individal- oder Gruppeninteressenvertreter mit denen ich nicht unbedingt in einem Zimmer sitzen und Halma spielen möchte. Trotzdem haben diese Leute das Recht, ihre Ziele – von denen ich halten mag, was ich will – im Rahmen des Erlaubten zu artikulieren und zu verfolgen. Und wenn geradeheraus oder zwischen den Zeilen mit spitzer Feder und im Kunstschreiberstil dazu aufgerufen wird, sie zu diskriminieren, finde ich das unentschuldbar und verursacht mir das Übelkeit.

        Können Sie das verstehen?

  4. na ja, gutmensch und wutbürger wird doch gern nur deswegen benutzt, weil es pauschale äußerungen sind, die jeden, oder niemanden treffen können. wer roß und reiter benennt , ist mir lieber. nur da muss man flagge zeigen. und wenn dann die einschläge dichter kommen, wird gejammert. ich persönlich halte von pauschalierungen nicht viel, sie ermöglichen aber , reaktionen hervor zurufen. und es ist schon lustig zu beobachten, wer sich alles die schuhe anzieht. aber sie wissen doch , wer sich diese anzieht, hat es nötig. wer so wie ich , auch woanders unterwegs bin, kann hier nur feststellen, es geht hier noch einigermaßen moderat zu. und unterstellungen sind für mich nur albern, besonders , wenn sie anonym gemacht werden. man sollte aus mücken keine elefanten machen. auch sie werden die welt nicht verbessern. klaus bruns versucht es scheinbar auch ständig. er wird scheitern.