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Manfred Pfahlert hat in seinem Garten ein Paradies für Vögel geschaffen. Der Adendorfer füttert die Vögel auch im Sommer. Foto: be
Manfred Pfahlert hat in seinem Garten ein Paradies für Vögel geschaffen. Der Adendorfer füttert die Vögel auch im Sommer. Foto: be

Der Adendorfer Vogeltreff

pet Adendorf. Sein TV-Gerät nutzt Manfred Pfahlert nur selten. ,,Ich bin ein Fernsehmuffel“, sagt er. Der 81-jährige Adendorfer mag viel lieber andere bewegte Bilder: Zahllose Vögel, die Jahr für Jahr auf seiner Terrasse zu Gast sind und von ihm mit Futter verwöhnt werden. Vom Sessel auf der Terrasse, vom Wohnzimmer oder vom Wintergarten aus Pfahlert hat immer beste Sicht auf seine kleinen gefiederten Lieblinge, die dicht an dicht auf den Meisenknödeln sitzen und sich um Futter balgen.

foto:Michael Behns Gartenfreund in Adendorf
Sperlinge und Meisen waren zuletzt immer unter den Top 3, wenn der Naturschutzbund (Nabu) die Stunde der Gartenvögel ausrief. Auch im Garten von Manfred Pfahlert fühlen sich beide Arten wohl. Foto: be

Rotkehlchen, Star, Dompfaff, Blau-, Schwanz- und Kohlmeise, Kleiber, Buntspecht, viele Spatzen und zahlreiche Arten mehr geben sich bei Manfred Pfahlert ein Stelldichein, fressen und nehmen anschließend vielleicht noch ein Bad im nahen Teich. Pfahlert, der in seiner Jugend eigentlich Tischler werden wollte (,,Aber da gab es damals keine Lehrstelle“), arbeitete dann jahrzehntelang bei der Bahn. Die Liebe zur Arbeit mit Holz aber blieb und so ist klar, dass Nistkästen oder Futterstellen im Garten in der gut sortierten Werkstatt von Pfahlert entstanden sind.

1974 war Manfred Pfahlert mit Familie in das Haus auf dem großen Grundstück neben der Bahnlinie LüneburgLübeck eingezogen. Ein kleiner Laubbaumwald umgibt das Haus, Vögel vieler Arten gab es dort schon vorher. Noch lieber kommt das Federvieh, seit Pfahlert ihnen auf seiner Terrasse zu jeder Jahreszeit leckeres Futter anbietet Meisenknödel und selbst angemischtes Futter aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken und Erdnüssen.

Dass längst nicht alle Naturfreunde es für richtig halten, Singvögel das ganze Jahr über zu füttern, weiß Pfahlert. Viele Experten befürworten die ganzjährige Fütterung aber auch. Von der Heinz-Sielmann-Stiftung etwa heißt es: ,,In unserer durch intensive Landwirtschaft geprägten und durch viele ,Saubermann-Aktionen ausgeräumten Landschaft finden die Vögel auch im Sommerhalbjahr zunehmend weniger Nahrung.“

Prof. Peter Berthold, Mitglied im Stiftungsrat, sagt: ,,Viele Arten, die ganzjährig betriebene Futterstellen aufsuchen, können früher brüten, mehr und höherwertigere Eier legen. Diese Vögel vermögen ihre Jungen besser aufzuziehen und erreichen einen deutlich höheren Bruterfolg. Auch nimmt bei ausreichendem Nistplatzangebot beispielsweise künstlichen Nistkästen ihre Brutdichte erheblich zu.

Manfred Pfahlert jedenfalls gefällt der tägliche Ansturm der heimischen Singvögel auf das von ihm zur Verfügung gestellte ,,Büfett“ und sagt: ,,Das ist einfach wunderschön.“ Und da verschmerzt der aktive Senior, der 1974 die DLRG-Gruppe Adendorf mitgründete und immer noch eine Wassergymnastikgruppe leitet, auch leicht die Kosten, die ihm für das Füttern der Vögel entstehen. Das kauft er gleich kartonweise. ,,Und es kommt im Laufe eines Jahres schon einiges zusammen.“