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Nördlich der Straße Bei den Eichen und des TSV-Sportplatzes will Rainer Adank 16 Grundstücke für Einfamilienhäuser anbieten, drei weitere könnten es werden, wenn die Tennisabteilung des TSV Adendorf weiter schrumpft. Grafik: adank bauträgergesellschaft
Nördlich der Straße Bei den Eichen und des TSV-Sportplatzes will Rainer Adank 16 Grundstücke für Einfamilienhäuser anbieten, drei weitere könnten es werden, wenn die Tennisabteilung des TSV Adendorf weiter schrumpft. Grafik: adank bauträgergesellschaft

Adendorfer streiten weiter

pet Adendorf. Heftig war es. Teilweise auch polemisch und beleidigend. Aber es wurden auch viele Informationen transportiert. 150 Adendorfer waren am Dienstagabend in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen  Anlieger des Gebiets rund um Bei den Eichen, Ratsmitglieder, Mitglieder des TSV Adendorf und Interessierte aus der Gemeinde. Thema des Abends: Der Verkauf eines Grundstücks des TSV Adendorf an den Investor Rainer Adank und Überlegungen, im Bereich nördlich des TSV-Platzes Wohnhäuser zu bauen.

Die Wogen angesichts der Planungen waren schon im Vorfeld des Informationsabends hoch geschlagen  eine Interessengemeinschaft gegen die Bebauung des Geländes ist aktiv, die hatte bereits eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften übergeben, zahlreiche Briefe wurden gewechselt. Für eine neutrale Gesprächsführung hatte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) Silke Kreter, Richterin am Landgericht Lüneburg und dort auch als Güterichterin tätig, nach Adendorf gebeten.

Das erste Wort hatte Investor Adank, der seine Planungen vorstellte: Nördlich der Straße Bei den Eichen und des TSV-Sportplatzes seien 16 Bauplätze mit Größen von 900 bis 1300 Quadratmetern geplant  gegenüber früheren Überlegungen bereits eine Reduzierung auf die Hälfte. 6000 Quadratmeter umfasst das vor einigen Wochen vom TSV Adendorf erworbene Gelände, darin enthalten sind die Tennisplätze 1 bis 4.

Weitere Flächen seien bereits in seinem Besitz gewesen, so Adank. Noch einmal drei Grundstücke  auf den Flächen der jetzigen Tennisplätze 5 bis 8  könnten bebaut werden, wenn der Tennissport beim TSV ,,vereinsmäßig“ nicht mehr betrieben wird. Der Neun-Loch-Golfplatz soll ebenso erhalten bleiben wie der Wanderweg rund um den Platz.

Joachim Pritzlaff, der im November 2012 den Vorsitz des zu dem Zeitpunkt mit mehr als 500000 Euro verschuldeten TSV Adendorf übernommen hatte, schilderte die Entstehungsgeschichte des Grundstücksverkaufs an Rainer Adank. Überlegungen, in eigener Regie Grundstücke nördlich des Sportplatzes auf den Markt zu bringen, waren im vergangenen Jahr aus verschiedenen Gründen gescheitert. Auch ein Verkauf der kompletten TSV-Immobilie, einschließlich Sporthotel und Vereinsheim, an die Gemeinde sei verworfen worden. Beschlossen wurde schließlich der Verkauf an Rainer Adank. Dem Verein habe die Insolvenz gedroht, so Pritzlaff, der Verkauf mache den Verein schuldenfrei.

Güterichterin Silke Kreter hatte es nicht immer leicht, die Emotionen aus der Diskussion zu nehmen, Zwischenrufer zu bändigen, Redezeiten zu begrenzen  vor allem Investor Adank und Vereinschef Pritzlaff fühlten sich angegriffen. Vehement brachten die Anwohner ihre Kritik an den Plänen vor  Bedenken hinsichtlich Lärm, Naturschutz, Dorfentwicklung und auch Sorgen um den Tennissport. Eindringlich betonte die Politik, dass über eine Umwandlung des Geländes von Grün- zu Bauland noch längst nicht entschieden sei.

Wie aktiv die Interessengemeinschaft ist, zeigte sie am Ende der Sitzung: Sie legte eine Broschüre vor  Titel: ,,30 Gründe für ein Nein… Kein Baugebiet Moorchaussee“. Die von Rainer Adank geplanten Maßnahmen seien ,,städtebaulich nicht erforderlich“, ,,weitere Naturflächen in Adendorf“ würden zerstört werden, ,,Lärmbelästigung und Verkehr würden dauerhaft steigen“.

Mit vielen Antworten und noch mehr Fragen gingen alle Beteiligten aus der Versammlung  innerhalb der Interessengemeinschaft, in den Ratsfraktionen, in der Verwaltung und in der Bevölkerung dürfte weiter heiß diskutiert werden. Stellt Investor Rainer Adank den Antrag auf Erstellung eines Bebauungsplans, wäre die Diskussion darüber im Planungsausschuss der erste Schritt in einem offiziellen Gremium.

2 Kommentare

  1. Na denn, auf gehts TSV. Mach was draus und diesmal heißt es, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Es gibt keinen weiteren Versuch mehr.

    Zu der Versammlung selbst. Es ist erschreckend zu sehen und zu hören, wie sich eigentlich gut situierte Teile der Bevölkerung verhalten können. Erstaunlich!

  2. Jaja, so sind die deutschen Wutbürger. Bauland für alle, aber nicht vor meiner Tür…