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Die Kraft des Wurzelwerks einer Amerikanischen Roteiche am Grünen Weg hat das umliegende Areal stark beschädigt. Der Baum soll gefällt werden. So oder ähnlich sieht es an mehreren Stellen in Adendorf aus. Foto: nh
Die Kraft des Wurzelwerks einer Amerikanischen Roteiche am Grünen Weg hat das umliegende Areal stark beschädigt. Der Baum soll gefällt werden. So oder ähnlich sieht es an mehreren Stellen in Adendorf aus. Foto: nh

Bäume müssen weichen

pet Adendorf. Wo Bäume gefällt werden, gibt es oftmals Ärger mit Bürgern. Dementsprechend vorsichtig will die Gemeinde Adendorf in den nächsten Jahren daran gehen, Straßenbegleitbäume, die Verkehrsteilnehmer, Straßen, Fuß- und Radwege und auch letztlich die Kanalrohre gefährden, zu entfernen. Über die Notwendigkeit waren sich Verwaltung und die Mitglieder des Ratsausschusses für Bau, Verkehr und Grünflächen in ihrer jüngsten Sitzung einig.

Verwaltungsmitarbeiter Andreas Czerwonka hatte sich die Bäume an den Adendorfer Straßen genau angesehen und legte seinen Bericht vor. Ob am Grünen Weg, am Lindenweg, an der Heinrich-Hille-Straße, am Weinbergsweg oder an der Steinbergkoppel dort und an noch mehr Stellen wurden vor Jahrzehnten Bäume gepflanzt, die inzwischen zum Sicherheitsproblem geworden sind oder es in absehbarer Zeit werden. Oft wurden falsche Bäume gewählt, nämlich Flachwurzler statt Tiefwurzler, das enorme Wachstum mancher Baumarten wurde nicht berücksichtigt, in vielen Fällen wurden auch Baumscheiben und Beete zu knapp ausgelegt.

Noch in diesem Jahr, so Czerwonka, sollen drei Amerikanische Roteichen am Grünen Weg entfernt werden, deren Wurzeln schon erhebliche Schäden an Straße und Gehweg verursacht haben die Kosten dafür: 4500 Euro. Weil sie nicht mehr standsicher ist, soll auch eine Linde an der Heinrich-Hille-Straße gefällt werden, weitere Bäume sollen entfernt werden, wenn sie eine akute Verkehrsgefährdung darstellen.

Die Gemeinde will aber Bäume nicht nur entfernen oder fällen lassen, sondern dort, wo es möglich ist, auch andere Maßnahmen ergreifen, etwa zu enge Baumringe vergrößern und Beete erweitern. An der Heinrich-Hille-Straße soll an zwei Platanen der Straßenunterbau herausgenommen werden und durch ein Substrat ersetzt werden, um so das Wurzelwerk in die gewünschte Richtung wachsen zu lassen.

Die Arbeiten an den Straßenbegleitbäumen sollen sich über mehrere Jahre erstrecken. Aller Voraussicht nach gefällt werden muss auch eine mächtige Eiche auf der östlichen Seite des Kirchwegs, kurz hinter der Einmündung Von-Stauffenberg-Straße. ,,Das wird uns besonders schwer fallen, aber es muss wohl sein“, befand Andreas Czerwonka. Die Eiche wachse im Umfang jedes Jahr ein paar Zentimeter, „es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie den Straßenrand erreicht hat“.

Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack betonte: „Natürlich wird uns besonders dieser Baum wehtun, wenn es denn mal soweit sein sollte. Aber wir müssen diese offene Diskussion jetzt führen. Wir müssen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sehen, daran denken, dass uns die Baumwurzeln auch die Kanäle kaputt machen können.“ Und für die Zukunft müsse man in der Gemeinde einfach darauf achten, geeignetere Bäume mit ausreichend Platz zu pflanzen.

Jürgen Schreiber (SPD) und Hans-Detlef Jacobi (Gruppe CDU/Jacobi) stimmten den Vorschlägen der Verwaltung zu. Peter Bollmann (Grüne) appellierte, „so viele Bäume zu erhalten wie möglich und nur zu fällen, wenn es unbedingt sein muss und nur da, wo es gar nicht anders geht“.

Udo Marzinowski, Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Adendorf, lobte die Absicht der Verwaltung, schon Jahre vor möglichen Fällungen neue Bäume nachzupflanzen, damit entstehende Lücken nicht zu groß werden. Diesen Vorschlag hatte Mitarbeiter Andreas Czerwonka für den Kirchweg gemacht, wo schon frühzeitig zwischen die vorhandenen Eichen geeignetere Bäume gepflanzt werden sollen.