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„Rote Engel“ in Adendorf unentbehrlich

pet Adendorf. Dem 76-jährigen Gerhard Kruse, Bewohner des Alten- und Pflegeheims des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) in Adendorf, ist die Freude über den Besuch, der gerade zur Tür hereinkommt, anzusehen. Und auch Tanja Janz freut sich, ihren Schützling zu sehen und sagt lächelnd: „Die Besuche hier machen mir unheimlich viel Spaß.“ Als einer von zehn „Roten Engeln“ besucht sie im DRK-Heim in Adendorf regelmäßig alte Menschen. Seit einem Jahr gibt es die „Roten Engel“ in Adendorf. Die Verantwortlichen zogen jetzt eine positive Bilanz – und würden das Angebot zu gern noch kräftig ausweiten.

„Wie können wir den Bereich des Ehrenamtes noch weiter ausbauen?“ Das, so Lüneburgs DRK-Kreisvorsitzender Dieter Gerlach, sei vor mehr als einem Jahr Inhalt von Diskussionen im DRK gewesen. Gekommen sei man dann auf die Idee des Besuchsdienstes. Im kreiseigenen Alten- und Pflegeheim in Adendorf ist die Idee mittlerweile verwirklicht worden. „Aber“, so Gerlach, „wir wollen das auch auf Ebene der Ortsvereine anbieten. Überall leben Menschen, die allein sind. Für sie wollen wir da sein.“

Zehn ehrenamtliche „Rote Engel“ – im Alter von 34 bis 83 Jahren – gibt es mittlerweile in Adendorf. Dazu kommen zwei Vierbeiner: Bettina Kenzler bringt immer ihren Mischling Momo mit ins Heim, Tanja Wagner hat ihre Maya dabei, eine Bolonka-Zwetna-Hündin. „Ohne den Hund darf ich gar nicht kommen, die von mir betreute Dame freut sich immer riesig, wenn wir sie besuchen und dann gemeinsam nach draußen gehen.“

Gleich drei Bewohner der DRK-Einrichtung betreut Tanja Janz – zwei Damen und eben Gerhard Kruse. „Zweimal pro Woche komme ich am Vormittag ins Haus.“ Ihre neun Engel-Kolleginnen haben jeweils eine Bewohnerin, mit der sie Spiele spielen, gemeinsam einkaufen, zum Friedhof gehen oder einfach nur klönen. Sabine Barbara Otto, stellvertretende Kreisvorsitzende des DRK, freut sich über den Einsatz der Roten Engel: „Die alten Menschen haben Abwechslung, sie haben Unterhaltung, sie haben etwas zu tun.“

Auch Bärbel Brüel, Leiterin des DRK-Alten- und Pflegeheims, ist froh über die ehrenamtliche Verstärkung im Haus und würde sich über weiteren „Zuwachs“ freuen. „Wir haben noch Bewohner, die nachfragen, und wir könnten dann auch noch mehr Bewohner auf Ausflüge mitnehmen.“ Denn auch bei Ausflügen seien die „Roten Engel“ als Begleiterinnen unentbehrlich, sagt Sandra Mendel, seit einem Jahr Ehrenamtskoordinatorin des DRK-Kreisverbands Lüneburg. Kloster Lüne, der Lüneburger Weihnachtsmarkt, Bad Bevensen oder der Lopausee waren Ziele im vergangenen Jahr.

Vorkenntnisse, so Sandra Mendel, seien für das Ehrenamt des „Roten Engels“ nicht erforderlich. Schulungen stehen aber trotzdem regelmäßig an – über Themen wie Erste Hilfe, Umgang mit Rollstühlen oder Demenzerkrankungen. Mendel: „Alle vier Wochen treffen wir uns zum Erfahrungsaustausch.“

„Was wir nun möchten, sind ,Rote Engel‘ auch auf den Dörfern“, blickt Dieter Gerlach in die Zukunft. In Arbeitskreisen werde schon über das neue Vorhaben gesprochen, auch die Ortsvereine sollen eingebunden werden. Das Angebot solle über den Besuch zum Geburtstag oder bei Krankheit hinausgehen. Gerlach und seine Mitstreiter würden sich über viele „Rote Engel“ mehr in diesem Jahr besonders freuen: zum 60-jährigen Bestehen des DRK-Kreisverbands, zum 150-jährigen Jubiläum des DRK und zum neuen Motto des DRK. Das heiße, so Gerlach: „,Entdecke das Wir in dir.“

Wer Interesse hat, kann sich unter Tel.: 0151/46156891 an Sandra Mendel wenden.