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Bei der Wahl des Heidebocks brennt auch schon mal die Bühne. Jetzt zündeln die Mitglieder am Terminplan des Heideblütenfestvereins. Der Vorstoß, die Bockwahl von Donnerstag auf Freitag zu verlegen, sorgt für Diskussionen. Foto: bau
Bei der Wahl des Heidebocks brennt auch schon mal die Bühne. Jetzt zündeln die Mitglieder am Terminplan des Heideblütenfestvereins. Der Vorstoß, die Bockwahl von Donnerstag auf Freitag zu verlegen, sorgt für Diskussionen. Foto: bau

Feuer unterm Fest-Dach

bau Amelinghausen. Eigentlich analysiert der erweiterte Vorstand des Amelinghausener Heideblütenfestvereins bei seiner ersten Sitzung nach dem Spektakel die zurückliegende Festwoche im August. Das war in diesem Jahr anders. Drei Stunden lang diskutierten die Mitglieder vor allem über die Terminplanung für das 65. Heideblütenfest vom 16. bis 24. August 2014. Der Grund: Der Verein der Heideböcke Amelinghausen hat beschlossen, seine traditionell innerhalb der neuntägigen Heideblütenfestwoche veranstaltete Heidebockwahl von Donnerstag auf Freitag zu verlegen.

„Das stellt nicht nur uns als Organisatoren und Ausrichter der Festwoche, sondern auch viele ehrenamtliche Helfer und Mitwirkende vor allem im kommenden Jahr vor große Probleme“, sagt Hans-Jürgen Pyritz, Vorsitzender des Heideblütenfestvereins. Um nicht mit der Heidebockwahl zu konkurrieren, müssen 2014 gleich vier Veranstaltungen innerhalb der voll gepackten Veranstaltungswoche verlegt werden: Volksliederblasen auf dem Glockenhof, DLRG-Party im Waldbad, musikalischer Heidjerabend im Schafstall der Familie Petersen und der alle fünf Jahre freitags stattfindende Große Zapfenstreich.

Die Heideböcke dagegen hoffen nach rückläufigen Besucherzahlen, dass mit der Verlegung auf Freitagabend unter anderem wieder mehr Gäste kommen, die Einnahmen entsprechend höher ausfallen. Damit sollten auch die in den vergangenen Jahren gestiegenen Kosten bei der auf dem Hof des Landgasthauses Niedersachsen ausgetragenen Veranstaltung aufgefangen werden, sagte Kassenwart Raphael Pyritz auf LZ-Nachfrage. Ein weiterer Faktor sei, dass die Mitglieder einen Tag länger Zeit hätten, die Bockwahl vorzubereiten. Den Beschluss, die in der Vereinssatzung festgeschriebene Austragung der Bockwahl am Donnerstag auf Freitag zu ändern, wurde bei einer Mitgliederversammlung mehrheitlich gefasst, so Raphael Pyritz weiter.

Die Mitglieder des erweiterten Vorstandes des Heideblütenfestvereins bedauerten die Entscheidung. Dadurch, dass die Heideböcke bei ihrem Beschluss nur die eigene Veranstaltung im Blick gehabt hätten, würden viele andere Heideblütenfest-Mitwirkende unter Zugzwang gesetzt, ihre Abläufe und Termine ebenfalls zu verändern, sagt Pyritz. Kerstin Petersen-Rörup, Organisatorin des Heidjerabends am eigenen Schafstall, denkt schon darüber nach, auf den frei werdenden Donnerstag zu wechseln. „Es fehlt mir sonst an Personal, weil ein Teil meiner Familie auch bei den Heideböcken engagiert ist.“ Und auch das benötigte Equipment wie Tische und Bänke wären bei zwei Groß-Veranstaltungen an einem Tag schlichtweg nicht vorhanden.

„Wir haben in mehreren Gesprächen gebeten, von der Terminverlegung abzusehen, leider ohne Erfolg“, so Hans-Jürgen Pyritz. Auch der Kompromissvorschlag, zumindest im Jahr des Großen Zapfenstreiches auf den Freitag als Bockwahltermin zu verzichten, fand bislang kein Gehör bei den Heideböcken. Hans-Jürgen Pyritz findet das „sehr schade“. „Gerade beim Großen Zapfenstreich helfen viele Kameraden der Feuerwehr und Mitglieder des Blasorchesters des MTV Amelinghausen, die normalerweise auch bei der Bockwahl im Einsatz sind“, sagt Pyritz. Der Vorsitzende ist dennoch zuversichtlich, dass die Termin-Probleme noch behoben werden. „Wir werden gemeinsam auf jeden Fall wieder eine abwechslungsreiche und erfolgreiche Festwoche auf die Beine stellen.“