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Ortstermin an der Bundesstraße 209: Straßenbauer und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde inspizieren noch einmal die Linden, die demnächst für das Aufstellen der Schutzplanken weichen müssen. Foto: kre
Ortstermin an der Bundesstraße 209: Straßenbauer und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde inspizieren noch einmal die Linden, die demnächst für das Aufstellen der Schutzplanken weichen müssen. Foto: kre

Für Sicherheit fallen 29 Alleebäume

kre Etzen/Rehrhof. Es sind altehrwürdige Linden, die die Allee an der Bundestraße 209 zwischen Etzen und Rehrhof prägen. Gepflanzt wurden sie vor gut 150 Jahren, um Reisenden nicht nur was fürs Auge, sondern vor allem auch Schutz und Schatten zu spenden. An Autos dachte damals noch niemand.

Längst jedoch gilt die Strecke vor allem im Alleen-Abschnitt zwischen Amelinghausen und der Grenze zum Heidekreis als Unfallschwerpunkt. Immer wieder ereignen sich in diesem Bereich schwere Baumunfälle, in der Vergangenheit nicht selten mit tödlichem Ausgang. Deshalb will die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr diesen Abschnitt nun sicherer machen: Schutzplanken auf einer Länge von 2,5 Kilometern sollen auf beiden Seiten der Straße Baumunfälle künftig verhindern. Die Arbeiten beginnen am Montag, 9. Dezember.

Und zwar zunächst mit der Kettensäge: Denn 27 der rund 300 Alleenbäume müssen gefällt werden. Weil sie nicht mehr standsicher sind oder weil sie im Wege stehen.

Leicht haben sich die Straßenbauer und die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde die Entscheidung jedoch nicht gemacht, welcher Baum stehen bleiben darf und welcher weichen soll. „Wir haben uns jeden einzelnen Baum ganz genau angeschaut“, berichtet Landkreis-Mitarbeiter Burkhard Jäkel und fügt hinzu: „Zudem hat eine artenschutzrechtliche Analyse der zu fällenden Bäume hinsichtlich aktueller Fledermausbesetzung und dem Vorkommen von Bilchen – also Kleinsäugern – stattgefunden.“ Jäkel ist daher auch überzeugt: „Der Charakter der Allee wird nicht nur erhalten, sondern wir nutzen zugleich auch die Chance, den Baumbestand zu verjüngen.“ Denn für jede gefällte Linde werden zwei Bäume nachgepflanzt.

Natürlich dient die rund 270 000 Euro teure Maßnahme zuerst der Verkehrssicherheit der Autofahrer. Doch geschützt werden durch die Schutzplanken auch die Bäume selbst. Die Gefahr, dass die Rinde durch Unfälle beschädigt und Pilze in den Baum eindringen, „wird verringert“, bilanziert Jäkel. Für zehn Linden kommt diese Aktion allerdings zu spät – ihre Standsicherheit ist bereits durch den sogenannten Brandkrustenpilz so geschwächt, dass sie jetzt gefällt werden müssen.

Um die Unfallgefahr auf dem Streckenabschnitt zu minimieren, gilt schon seit Jahren ein Tempolimit von 80 km/h. „Daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Schutzplanken montiert sind“, sagt Dirk Möller, Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg.

Und auch der Blitzer zwischen Etzen und Rehrhof wird bleiben – und weiter Beweisfotos von Temposündern machen, die allzu flott unterwegs sind auf der alten Lindenallee.

One comment

  1. Hallo ,
    es kann doch nicht wirklich deren Ernst sein, Alleebäume zu fällen um Platz
    für Schutzplanken zu bekommen ????

    Ohne Alleebäume benötigt man auch eine Schutzplanken ??? Oder?

    Welch ein Irrsinn.
    Wer sitzt bloss an solchen Arbeitsplätzen und verjubelt Gelder.

    Alle wohl bekloppt.

    Gruß