Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Erst sägen – dann diskutieren
Die Gnadenfrist für 18 Linden soll schon am kommenden Montag enden: Die Bäume sind nicht stand- und bruchsicher, sagt Dirk Möller von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Deshalb sollen sie schon jetzt gefällt werden. Foto: A / kre
Die Gnadenfrist für 18 Linden soll schon am kommenden Montag enden: Die Bäume sind nicht stand- und bruchsicher, sagt Dirk Möller von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Deshalb sollen sie schon jetzt gefällt werden. Foto: A / kre

Erst sägen – dann diskutieren

kre Amelinghausen. Sturm „Xaver“ haben die Linden an der B 209 zwischen Etzen und Rehrhof überstanden – gerettet sind sie damit aber nicht. Am kommenden Montag, 16. Dezember, sollen 18 der bis zu 150 Jahre alten Bäume gefällt werden. Diesen Termin bestätigte gestern Dirk Möller, Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – und zieht damit den Unmut der Amelinghausener Kommunalpolitik auf sich.

„Purer Aktionismus“, schimpft Detlev Schulz-Hendel, Chef der Grünen-Fraktion im Samtgemeinderat. „Da sollen Fakten geschaffen werden“, ärgert sich CDU-Fraktionschef Dominik Wehling und auch Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker ist über Zeitplan und Vorgehen der Straßenbaubehörde mehr als erstaunt.

Denn für Freitag, 20. Dezember, hat sich Möller mit Vertretern aus der Samtgemeinde Amelinghausen verabredet, „um in den Dialog mit der Kommune zu kommen“.

Wie berichtet, sollen insgesamt 27 alte Linden weichen. 18, weil sie aufgrund Pilzbefalls nicht mehr standsicher seien, der Rest, um Platz zu schaffen für Schutzplanken, die die Bundesstraße 209 für die Verkehrsteilnehmer sicherer machen sollen.

„Montag sollen die Fällarbeiten beginnen, Freitag mit uns gesprochen werden. Das macht überhaupt keinen Sinn“, kritisieren Wehling und Schulz-Hendel unisono. Am Dienstag, 17. Dezember, tagt der Samtgemeinderat in Amelinghausen – und ein wichtiger Tagesordnungspunkt wird dann auch die umstrittene Verkehrssicherungsmaßnahme an der B 209 sein. Schulz-Hendel hat dazu einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der von den anderen Fraktionen unterstützt wird. Das Minimalziel: Den Kettensägeneinsatz zu verschieben, bis das Gespräch am 20. Dezember stattgefunden hat. „Alles andere wäre ein schlechtes Signal“, findet Schulz-Hendel, der es zudem gut finden würde, wenn Dirk Möller schon in der Samtgemeinderatssitzung am Dienstagabend Rede und Antwort stehen würde.

Überhaupt werden die geplanten Schutzplanken in Amelinghausen mehr als kritisch gesehen: „Geschwindigkeitsreduzierungen und mehr Kontrollen“ sind auch aus Sicht von Oskar Bauer (SPD) der bessere Weg zu mehr Sicherheit. Trotzdem bleibt Möller bei seiner Einschätzung: „Die kranken Bäume müssen aus Sicherheitsgründen weg.“ Über die restlichen neun will Möller mit den Amelinghausenern in den Dialog kommen – am 20. Dezember.