Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | 27 Linden fallen – die Schutzplanke kommt
Schutzplanken auf beiden Seiten der Fahrbahn sollen zwischen Etzen und Rehrhof schon bald Autofahrer, aber auch die Bäume selbst vor schweren Karambolagen schützen. Foto: t&w
Schutzplanken auf beiden Seiten der Fahrbahn sollen zwischen Etzen und Rehrhof schon bald Autofahrer, aber auch die Bäume selbst vor schweren Karambolagen schützen. Foto: t&w

27 Linden fallen – die Schutzplanke kommt

kre Amelinghausen. Die 27 Linden werden gefällt, die Schutzplanken an der Bundesstraße 209 zwischen Rehrhof und Etzen montiert und als Ausgleich für den Eingriff in die Natur 70 junge Bäume nachgepflanzt. Das ist das Ergebnis der Gesprächsrunde, zu der sich gestern Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Samtgemeinde Amelinghausen, der Polizei und des Landkreises Lüneburg getroffen hatten.

Damit, so scheint es, haben sich die Straßenbauer letztlich durchgesetzt, die von Anfang an diese Lösung favorisiert hatten. Und trotzdem müssen sich auch Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker und die Mitglieder des Samtgemeinderates nicht als Verlierer fühlen. Auch wenn sie sich lange gegen das Fällen der gesunden – bis zu 150 Jahre alten Linden – als Bestandteil von Verkehrssicherungsmaßnahmen gewehrt hatten.

Wie berichtet, sollte die Kettensägen-Aktion längst durchgeführt, die 18 als nicht stand- und bruchsicher ausgewiesenen Bäume gefällt sein. Doch gegen diese Pläne lief nach Bekanntwerden nicht nur der Samtgemeinderat in Amelinghausen Sturm, auch der Kreistag hatte sein Herz für die Linden entdeckt. Als sich dann auch noch Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) und Wirtschaftsminister Olaf Lies in die Debatte einschalteten, wurde die Säge-Aktion verschoben. Erst informieren, dann sägen, lautete jetzt die Devise.

Mehr als drei Stunden dauerte gestern die Unterredung, zu der sich alle Beteiligten in der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr getroffen hatten. „Wir haben viele fachliche Erkenntnisse gewonnen“, sagte Helmut Völker im Anschluss auf LZ-Anfrage. Unter anderem sei von den Fachleuten „sehr klar und mit Fotos belegt“ dargelegt worden, dass 18 der 27 alten Linden vom Brandkrustenpilz befallen, und daher nicht mehr standsicher seien. „Aus Gründen der Gefahrenabwehr werden diese Bäume jetzt in der zweiten Januarhälfte gefällt“, berichten Völker und Behördenleiter Dirk Möller in einer gemeinsamen Erklärung. Und in dem Ergebnisprotokoll heißt es weiter: „Außerdem wurde einvernehmlich festgestellt, dass nur durch die Errichtung von Schutzplanken … dem nachweislich vorhandenen Unfallgeschehen entgegengewirkt werden kann.“

Dafür allerdings müssen auch neun gesunde Linden weichen, um Platz zu schaffen für die Schutzplanken. Freilich nicht ohne durch Neuanpflanzungen ausgeglichen zu werden. 70 Bäume werden neu gepflanzt. „Damit ist nicht nur eine Verjüngung des Baumbestandes möglich, „sondern auch die Verlängerung der Lindenallee in Richtung Etzen um etwa 200 Meter“, sagt Völker.

Die Samtgemeinde Amelinghausen lädt zu einer öffentlichen Info-Veranstaltung am Dienstag, 14. Januar, um 18 Uhr in das Rathaus ein. Dann werden die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Polizei und untere Naturschutzbehörde die Maßnahmen noch einmal erläutern.