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Das Vorzeige-Projekt Heide-Shuttle ist für die Saison 2014 gesetzt und soll durch ein GPS-gestütztes Ansagesystem erweitert werden. Ob aber die Lüneburger Zubringerlinie Heide-Radbus wieder fährt, steht noch in den Sternen.
Foto: A / dth
Das Vorzeige-Projekt Heide-Shuttle ist für die Saison 2014 gesetzt und soll durch ein GPS-gestütztes Ansagesystem erweitert werden. Ob aber die Lüneburger Zubringerlinie Heide-Radbus wieder fährt, steht noch in den Sternen. Foto: A / dth

Heide-Radbus droht das Aus

dth Amelinghausen/Reppenstedt/Lüneburg. Der Fortbestand des Lüneburger Heide-Radbusses steht erneut auf der Kippe. Im Vorfeld der vergangenen Saison hatte schon die Hansestadt Lüneburg den ersten Sargnagel eingeschlagen und ihren Finanzierungsanteil von 8000 Euro für den kostenlosen Zubringer in die Heide gestrichen. Die verbliebenen Partner hielten ein abgespecktes Angebot aufrecht. Nachdem aber jüngst die Finanzierung seitens des Landkreises für die Saison 2014 in Sack und Tüten schien, zweifeln nun die Amelinghausener am Sinn der touristischen Linie. Gebannt warten unterdessen die Betreiber des Vorbildprojektes „Heide-Shuttle“ in den Nachbarkreisen Harburg und Heidekreis auf die Entscheidung, ob sie mit dem Zubringer aus Lüneburg noch rechnen dürfen.

Die Kreise Harburg und Heidekreis sowie die dort beteiligten Kommunen haben die Finanzierung des Heide-Shuttles längst abgesegnet. „Das Ding ist gesetzt“, sagt Hilke Feddersen vom Landkreis Harburg, die auch Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide ist. „Nachdem wir rund 59 000 Fahrgäste in der Saison 2013 hatten, gibt es an der Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte keinen Zweifel mehr.“ Für die neue Saison ist nun die Einrichtung eines GPS-gesteuerten Ansagesystems und eine ergänzende Haltestellenbeschilderung geplant. Feddersen gegenüber der LZ: „Dafür wäre es hilfreich, wenn wir wüssten, ob wir den Heide-Radbus aus Lüneburg dabei berücksichtigen sollen oder nicht.“ Nur: Das ist den Lüneburgern selbst noch nicht ganz klar.

Dabei hatte sich der Wirtschaftsausschuss des Landkreises Lüneburg Anfang November dafür ausgesprochen, den Heide-Radbus von Lüneburg über Reppenstedt, Südergellersen und Amelinghausen bis in die zentrale Lüneburger Heide bei Döhle auch 2014 mit 8000 Euro zu unterstützen. In dem Ausschuss berichtete noch Michael Wieske, Fachdienstleiter Schule und Kultur beim Landkreis, dass das Angebot bei Urlaubern „sehr beliebt“ sei. Die 2013 angefallenen Kosten von 13 000 Euro trugen der Landkreis (8000 Euro) und die Samtgemeinden Amelinghausen und Gellersen, die zusammen 5000 Euro beisteuerten. Zusätzliche Werbungskosten in Höhe von 3000 Euro übernahm die Lüneburg Marketing GmbH – und zwar „einmalig“, heißt es.

Wenn es allein nach den Amelinghausenern ginge, könnte der Beitrag der Lüneburg Marketing auch letztmalig geflossen sein. Amelinghausens Verwaltungschef Helmut Völker sagt: „Wir gehen davon aus, dass der Heide-Radbus 2014 nicht mehr fährt. In unserem Haushalt sind dafür keine Mittel mehr vorgesehen.“

Hintergrund sei die aus Amelinghausener Sicht ernüchternde Saison für den Heide-Radbus. Völker: „Nach einer Auswertung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Kosten in keinem Verhältnis zum Mehrwert stehen.“ Die zudem sehr geringe Zahl von mitgenommenen Fahrrädern in dem Heide-Radbus sei laut Völker ein Hinweis darauf, dass die Fahrgäste den Heide-Radbus oft nur als Möglichkeit nutzen, den regulären, kostenpflichtigen Linienverkehr des HVV zu umgehen. Völker: „Als Alternative könnten wir den Ausbau der Heide-Express-Verbindung Bispingen-Lüneburg prüfen.“

Hingegen erfährt der Heide-Radbus seitens der Samtgemeinde Gellersen viel Zuspruch. Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers sagt: „Wir haben unseren Beitrag wieder fest eingeplant. Denn wir stehen zum Heide-Radbus.“ Aus Sicht der Samtgemeinde sagt er: „Wir würden es gerne sehen, wenn der Bus zu den gleichen Konditionen wieder fahren würde, schließlich handelt es sich dabei um ein Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger, das in Reppenstedt und den Dörfern sehr gut wahrgenommen wurde.“

Die Unstimmigkeiten zwischen den Partnern sollen bis Ende Januar geklärt werden. Dann tritt am Dienstag, 28. Januar, der „Ausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV“ des Landkreises zusammen, um über die weitere Zukunft des Bus-Projektes zu sprechen.