Donnerstag , 29. September 2016
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Schlussstrich unter Linden-Debatte

dth Amelinghausen. Den Schlussstrich unter die wochenlange Diskussion um die geplante Fällung von 27 Bäumen der Rehrhofer Linden-Allee zogen jetzt die Akteure von Behörden und Kommune bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung unter Moderation von Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker. „Wir waren etwas betriebsblind“, räumte Dirk Möller vor rund 40 Zuhörern im Kultursaal des Rathauses Amelinghausen ein und sagte künftig eine bessere Einbindung der betroffenen Kommunen zu. Der Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg, stellte sich dabei der öffentlichen Debatte um den geplanten Bau von Schutzplanken. Position bezogen auch Vertreter der Polizeiinspektion Lüneburg sowie der Unteren Naturschutzbehörde.

Fest steht nun laut Möller: Ab Montag, 20. Januar, werden die 27 Linden zwischen Etzen und Rehrhof innerhalb von drei Tagen gefällt. Ein Woche später beginnt der Bau der Schutzplanken entlang der Landesstraße, Bauzeit zirka drei Wochen. Wegen der Diskussion um die Fällaktion hatte die Landesbehörde nicht nur die Maßnahme, sondern auch die Ausschreibung zur Nachpflanzung zurückgehalten. Die könne nun nicht wie ursprünglich im Feb­ruar, sondern erst im Herbst stattfinden.

Insgesamt sollen dann, nach dem Vorbild der Nachpflanzungen bei der Linden-Allee zwischen Lüneburg und Reppenstedt, 70 neue Linden nachgepflanzt werden. Damit wird die Rehrhofer Allee in Richtung Etzen verlängert.

Die Debatte um Schutzplanken entlang der Rehrhofer Linden-Allee werde bereits seit 1994 geführt, sagte bei der Informationsveranstaltung Andreas Dobslaw von der Polizeiinspektion: „Bisher gab es aber keine technische Lösung, ohne die erhaltenswerte Allee nachhaltig zu schädigen.“ Nun gäbe es eine Möglichkeit. Zudem sei der Maßnahmenkatalog, um auf der Strecke Baumunfälle zu vermeiden, mit der Einführung von Tempo 80 und dem Aufstellen feststehender Blitzer ausgereizt. „Und trotzdem hatten wir im Jahr 2013, bis August, dort fünf weitere Baumunfälle“, sagte Dobslaw. Und fügte später an: „40 Prozent der Unfalltoten im Bezirk der Inspektion Lüneburg sind im vergangenen Jahr am Baum gestorben.“ Und: „Mit der jetzigen Maßnahme schaffen wir auf einer unfallträchtigen Strecke eine vernünftige Infrastruktur, mit der wir auch die Allee langfristig erhalten können.“

Dass die Schutzplanken unter dem Strich der Allee nun sogar zugute kämen, stellte auch Burkhard Jäkel vom Fachdienst Umwelt des Kreises Lüneburg heraus. Zwar müssten aus technischen Gründen von den 27 Linden auch neun gesunde Bäume gefällt werden, doch Jäkel legte den Fokus auf die 18 kranken Bäume, die etwa Alterserscheinungen wie Stammfäule aufwiesen. Und: „Zehn davon haben starke Anfahrschäden oder Brandkrustenpilz, das ist ein Straßenrandpilz. Das heißt, diese zehn Linden sind Verkehrsopfer, die durch Schutzplanken hätten gerettet werden können.“

So böte die neue Schutzplanke künftig auch dem Restbestand der rund 300 Linden im Alter von zirka 150 Jahren nicht nur einen zusätzlichen Schutz. Jäkel: „Der Clou ist, durch die Schutzplanke muss beim Nachpflanzen nicht der sonst übliche Mindestabstand von 7,5 Metern zum Fahrbahnrand eingehalten werden, sondern die Linden können an Ort und Stelle ersetzt werden, um den Allee-Charakter zu erhalten.“ Für jede gefällte Linde sollen zwei junge nachgepflanzt werden.