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Arbeiter haben begonnen, 27 Linden an der Bundesstraße 209 bei Etzen zu fällen. Die Bäume sind teilweise von einem Pilz befallen oder müssen Platz machen für Leitplanken, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen und in der kommenden Woche montiert werden sollen. Foto: t&w
Arbeiter haben begonnen, 27 Linden an der Bundesstraße 209 bei Etzen zu fällen. Die Bäume sind teilweise von einem Pilz befallen oder müssen Platz machen für Leitplanken, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen und in der kommenden Woche montiert werden sollen. Foto: t&w

Das Ende der alten Linden

kre Etzen. Um den Erhalt der Bäume wurde lange gestritten und gerungen jetzt werden Tatsachen geschaffen: Ein Spezialunternehmen hat am Montag damit begonnen, im Auftrag der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die ersten der 27 Linden entlang der Bundestraße 209 zwischen Rehrhof und Etzen zu fällen. „Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei bis drei Tage dauern“, schätzt Dirk Möller, Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde. Der Verkehr auf der Bundesstraße wird während der Arbeiten durch eine mobile Ampelanlage geregelt. ,,Ab Montag kommender Woche wollen wir dann mit dem Aufstellen der Schutzplanken beginnen“, nennt Möller den weiteren Zeitplan.

Die 27 bis zu 150 Jahre alten Linden müssen gefällt werden, weil ein Teil von ihnen nicht mehr standsicher ist, beziehungsweise, um Platz zu schaffen für Schutzplanken, die die Bundesstraße 209 für die Verkehrsteilnehmer sicherer machen sollen. Die Kettensägen-Aktion sollte ursprünglich schon Anfang Dezember stattfinden, doch gegen diese Pläne liefen nach Bekanntwerden nicht nur Umweltschützer und der Samtgemeinderat in Amelinghausen Sturm, auch der Kreistag hatte sein Herz für die Linden entdeckt. Als sich dann noch Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt und Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) in die Debatte einschalteten, wurde die Säge-Aktion verschoben. Erst informieren, dann sägen, lautete plötzlich die Devise. Nach etlichen Gesprächen und einer öffentlichen Info-Veranstaltung im Amelinghausener Rathaus, bei der Dirk Möller, Polizei und die Untere Naturschutzbehörde die Notwendigkeit der Maßnahme noch einmal erläuterten, kehrte schließlich Ruhe in die Debatte ein.

Hinzu kommt, dass sich die Straßenbaubehörde verpflichtete, für die 27 gefällten Linden 70 neue Bäume nachzupflanzen. Damit werde nicht nur der Charakter der Allee erhalten, sondern dank der Neuanpflanzungen kann die Allee sogar verlängert werden. Und ganz wichtig: Die Schutzplanken sollen künftig nicht nur Autofahrer schützen, sondern sie bieten, so Burkhard Jäkel von der Unteren Naturschutzbehörde, auch Schutz für die Bäume selbst: ,,Für die Linden ist es auch besser, wenn sie nicht mehr durch Unfälle beschädigt werden.“

Doch was passiert eigentlich mit dem Holz der gefällten Linden? Das wollte nicht nur LZ-Leser Frank Gontz aus Rosenthal wissen. Dirk Möller antwortet: „Das Holz ist Teil der Ausschreibung, das bekommt die Firma, die die Bäume fällt.“