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Die Bildungsgutscheine der Gemeinde Amelinghausen wurden 2013 als Kontrapunkt zum Betreuungsgeld der Bundesregierung eingeführt. Der Rat sieht in den Gutscheinen eine Erfolgsgeschichte. Foto: t&w
Die Bildungsgutscheine der Gemeinde Amelinghausen wurden 2013 als Kontrapunkt zum Betreuungsgeld der Bundesregierung eingeführt. Der Rat sieht in den Gutscheinen eine Erfolgsgeschichte. Foto: t&w

Erfolgsmodell mit Schwächen

emi Amelinghausen. Knapp ein Jahr nach Einführung des Pilotprojekts in der Gemeinde Amelinghausen fällt das Zwischenfazit zur ,,Kita-Prämie“ überwiegend positiv aus: Seit August 2013 erhalten Eltern von der Gemeinde einen Bildungsgutschein im Wert von bis zu 360 Euro für jedes Kind im Alter zwischen einem und fünf Jahren. Aber nur, wenn das Kind seinen Hauptwohnsitz in Amelinghausen hat und eine „staatlich anerkannte Bildungseinrichtung zur frühkindlichen Erziehung“ besucht egal wo.

Das Fördermodell war zunächst für die Dauer von einem Jahr eingeführt worden. Über eine Verlängerung soll bald entschieden werden. Auch deshalb hat Gemeindedirektor Helmut Völker jetzt im Gemeinderat Zahlen präsentiert und eine Auswertung vorgenommen. Der Ratsvorsitzende Norbert Thiemann (CDU) sprach von einer „Erfolgsgeschichte“.

Laut Völker wurden von den 160 seit August ausgestellten Gutscheinen bis heute 99 eingelöst eine Quote von 60 Prozent. Die Wertmarken können entweder mit Gebühren für frühkindliche Tagespflege, Krippe oder Kindergarten verrechnet oder für andere Bildungsangebote eingesetzt werden: zum Beispiel für Vereinsbeiträge, Kindersport oder musikalische Früherziehung.

Von den 99 „Einlösern“ entschieden sich 92 für die Geld-Option: Eltern, die die Gebühren für die Bildungseinrichtung ihres Kindes regelmäßig, zum Beispiel per Dauerauftrag, bezahlen, erhalten die 360 Euro am Ende in einer Summe auf ihr Konto. Eine Möglichkeit, die Einwohner Burkhard Ebel in der Fragestunde kritisierte.

Weitere Schwachstellen des Modellprojekts zählte Völker selbst auf: „Für zu viele Kinder kann der Bildungsgutschein nicht eingelöst werden, weil die Eltern kein Betreuungsangebot vorfinden. Diese Eltern finden es natürlich ungerecht, dass sie deswegen dann auch keine Gutscheine bekommen.“ Außerdem sei es der Gemeinde bislang „noch nicht gut genug gelungen, diejenigen Kinder zu erreichen, die Einrichtungen besuchen, aber deren Eltern aus wirtschaftlichen Gründen keine Gebühren zu zahlen brauchen“. Ziel sei aber von Anfang an gewesen, nach einem Jahr zu schauen, was noch ergänzt werden muss. Mit Details soll sich nun der Jugendausschuss beschäftigen.

Ein weiteres Thema war die bevorstehende Bürgerbefragung zur Kommunalreform. In einer Resolution sprach sich der Gemeinderat einstimmig für die Bildung einer Einheitsgemeinde aus.