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Deutlich verbreitert wurde dieser Waldweg bei Soderstorf. Und das, obwohl derzeit Brut- und Setzzeit herrscht. Darüber regen sich jetzt Spaziergänger auf und machen ihrem Unmut Luft. Foto: nh
Deutlich verbreitert wurde dieser Waldweg bei Soderstorf. Und das, obwohl derzeit Brut- und Setzzeit herrscht. Darüber regen sich jetzt Spaziergänger auf und machen ihrem Unmut Luft. Foto: nh

Wegebau sorgt für Unmut

kre Soderstorf. Sträucher und junge Bäumchen sind unter Tonnen von Sand begraben. Wurzeln wurden herausgerissen, Äste abgeknickt, jahrzehntealte Kiefern irreparabel zerstört. Der Waldweg zwischen Soderstorf und Dehnsen erinnert in seinem aktuellen Zustand an einen Panzertreck auf einem Truppenübungsplatz. Jetzt sorgt die Kraterlandschaft für Unmut bei Spaziergängern: ,,Wir dürfen unsere Hunde nicht von der Leine lassen, weil Brut- und Setzzeit ist, und hier wird mal eben auf einer Länge von rund 200 Metern ein ganzer Waldstreifen platt gemacht“, macht eine Soderstorferin ihrem Unmut Luft, die sich zudem um die Tierwelt sorgt: ,,Bodenbrüter beispielsweise hatten bei diesem rabiaten Vorgehen überhaupt keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen.“

Arbeiten im Wald zu Beginn der Brut- und Setzzeit sorgen immer wieder für Beschwerden. Grundsätzlich allerdings gilt: Die Holzernte im Wald darf auch während der Brut- und Setzzeit durchgeführt werden. Im Gegensatz zu Gärten oder Parkanlagen, wo der Rückschnitt von Büschen und Bäumen in der Zeit vom 1. März an bis zum 30. September aufgrund des Biotopschutzes untersagt ist.

Das Waldstück gehört Kreislandwirt Jens Wischmann. Auf Anfrage der LZ sagt der Dehnsener: ,,Dass ich in meinem Privatwald Wege ausbessere, geht doch niemanden etwas an.“ Dann spricht er von „Ertüchtigung“ und sagt: ,,Damit unsere landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr so oft durch die Ortschaften Soderstorf und Thansen fahren müssen.“ Im Übrigen verstehe er die Aufregung um die Wegeverbreiterung nicht: ,,In einem halben Jahr sieht man davon nichts mehr.“

Allerdings ist der Weg deutlich breiter geworden von ursprünglich drei auf etwa acht Meter, zudem stellt sich die Frage, warum die Arbeiten während der Brut- und Setzzeit durchgeführt worden sind. Ähnlich sieht das die Landesforst, die vor wenigen Wochen eigens eine Pressemitteilung herausgegeben hat, ,,weil die Bürger, was die Naturschutzbelange betrifft, immer sensibler reagieren“, beobachtet Pressesprecher Reiner Baumgart. Er sagt: „In der Brut- und Setzzeit achten wir darauf, dass die Waldarbeiten überwiegend in weniger sensiblen Flächen stattfinden, wie im Nadelwald.“ Und weiter: ,,Es muss den Menschen aber mitgeteilt werden, was im Wald passiert, da sonst Unverständnis darüber entsteht, warum Hunde aus Rücksichtnahme auf die Natur anzuleinen sind, während Holz­erntemaschinen abseits der Wege fahren dürfen.“

Gleiches gilt wohl auch für den Wegebau, den Kreislandwirt Wischmann in seinem Privatwald durchgeführt hat. Ob der Dehnsener dabei möglicherweise gegen den Biotopschutz verstoßen hat, wird nun der Landkreis Lüneburg prüfen müssen.

11 Kommentare

  1. Jürgen Hempel Lüneburg

    …………so wie erkennbar ist nicht ein Baum gefällt worden und die übrige Bewachsung lässt vermuten, dass dort auch keine Büsche standen. Damit kann ausgeschlossen werden, dass Bodenbrütergelege zerstört wurden. Aber wie immer wieder regen sich Menschen und Hundehalter auf, dass sie gesetzmäßig verpflichtet sind ihre Hunde anzuleinen. Und stören sich daran, dass ein Waldbesitzer den Weg durch seinen Wald verbreitert, damit er mit seinen landwirtschaftlichen Maschinen künftig kürzere Wege zu seinen Äckern hat und damit die Umwelt weniger mit CO2 belastet. Schwachsinn , einfach Schwachsinn sich darüber auf zuregen !

    • Diesem Beitrag kann ich nur ausdrücklich beipflichten. Die sogenannten „Gutmenschen“ und auch manche fehlgeleitete Pseudonaturschützer regen sich über alles auf. Nur eigene Pflichten ignorieren sie allzu gern.

  2. Sieglinde Pörksen

    Warum ist der »Gutmensch« eigentlich ein Schimpfwort? Zu Zeiten Goethes, als noch Maximen Mode waren wie »Edel sei der Mensch, hilfreich und gut«, hätte man das Wort als Tautologie empfunden. Heute gilt Gutsein als peinlich, so uncool wie Lichterketten, so von vorgestern wie die Verteidigung einer aufgeklärten Moral und die Hoffnung auf eine bessere Welt. Da darf uns die popkulturelle Konjunktur der Globalisierungskritik nicht täuschen. Dass der »Gutmensch«, aus der politischen Rhetorik stammend, sich in der Alltagssprache niedergelassen hat, kann als Triumph antihumanistischen Denkens gelten. Die Häme über den guten Menschen beginnt bei Nietzsche, der Neologismus stammt aus dem Stürmer, Kampfbegriff ist er für die Neue Rechte, und salonfähig wurde er durch die 68er-Kritik im Stil von Klaus Bittermanns Wörterbuch des Gutmenschen. Die Verachtung, die das Wort ausdrückt, und die Geläufigkeit, mit der es verwendet wird, legen den Verdacht nahe: Als gut gilt jetzt ungut. Und unser neues Ideal ist Gottfried Benns »Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch«.

    Im Januar 2012 erhielt das Wort „Gutmensch“ als Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. In der Begründung gab die Jury an:

    „Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.“

    • …. ich weiß ja nicht warum für einen Waldweg Nietzsche bemüht werden muss, und der historische Hintergrund, der zur Entstehung des Begriffs „Gutmensch“ geführt haben soll ist sicher auch brennend interessant.

      ICH verbinde den Begriff „Gutmensch“ mit Menschen, die sich mit dem erhobenen Zeigefinger in die Angelegenheiten ANDERER Menschen einmischen. Und als Rechtfertigung fürt diese schlichte Dreistigkeit muss dann herhalten, dass man es ja nur gut meinen würde. Insofern ist der Begriff „Gutmensch“ für mich kein Schimpfwort, sondern eher im umgekehrten Sinne ironisch zu verwenden.

      Wie gesagt, nur meine Meinung zum verwendeten Begriff. Das kann gerne jeder anders sehen. Mir macht das wirklich nichts aus. Ich mische mich ja auch nicht in ANDERER Leute Angelegenheiten ein. Der Waldweg gehört mir schließlich nicht. Ich habe auch keine andersartigen Rechte an diesem Waldweg. Ich kenne diesen Waldweg noch nicht einmal. Und meinen beiden Vor-Kommentatoren entnehme ich, dass dem Waldweg wohl nichts Böses widerfahren ist.

      Worüber reden wir dann hier eigentlich? Also liebe LZ, nimm bitte etwas Rücksicht auf deine sensible Leserschaft 😉

      • Annemarie Sechzig (70)

        Lieber EinLeser, indem SIE sich hier einbringen, mischen Sie mit – und zwar in einer Angelegenheit, die bis zum Moment Ihrer Intervention die Angelegenheit ANDERER war (nämlich die der LZ, des Dehnsener Kreislandwirts Jens Wischmann, einer Soderstorferin, des Pressesprechers Reiner Baumgart von der Landesforst und die von Heidi, Sieglinde und Jürgen), die Sie nun aber zu der Ihren machen, wenn Sie klarstellen, was SIE mit dem Begriff „Gutmensch“ verbinden. Insofern kann etwas nicht stimmen, wenn Sie im selben Atemzug betonen, “ Ich mische mich ja auch nicht in ANDERER Leute Angelegenheiten ein.“ Unaufrichtigkeit oder gar „Dreistigkeit“ möchte ich hierin nicht erkennen, aber ein gewisser Widerspruch zwischen Reden und Handeln ist wohl kaum zu leugnen. Das in-die-Höhe-Zucken des belehrenden Zeigefingers ist bei Ihrem Versuch, den wohlwollenden Vermittler zu geben, zwar nicht zu beobachten, aber mitzudenken immerhin nicht ausgeschlossen. Unbedingt jedoch möchte ich annehmen, dass der Impuls, dem Sie nachgaben, als Sie sich entschlossen, Ihre Meinung – nicht ohne einige Ausführlichkeit – kundzutun, von der Überzeugung mitbestimmt war, dass SIE „es ja nur gut meinen würden“. Alle Kriterien die Sie für die Verwendung des „Begriffs“ nannten, treffen also auf Sie selber zu. Wäre es also falsch, Sie in Ihrem Sinne als „Gutmenschen“ zu bezeichnen?

        Und wie würden Sie mich etikettieren, wenn ich Sie frage: Auch schon bemerkt? Im Supermarkt um die Ecke riecht es seit Tagen verdächtig nach Schokolade. Daran mußte ich denken, als mir einfiel, daß schon in sechzehn Wochen der Oktober beginnt – jener Monat also, in dem die Schokoladen-Nikoläuse wieder überall aus den Regalen grinsen werden. Ja, richtig gehört: im Oktober! Wo es manchmal noch so schön warm ist, daß man abends mit der Schnabeltasse im Komposthaufen sitzen kann (wenn man ein bißchen dement ist). Können es diese geldgierigen Geschäftemacher denn gar nicht mehr erwarten? Denn darum geht’s denen doch: Geld! Weihnachten, das „Fest der Liebe“? Fehlanzeige: Die Geldhaie feiern längst ein „Fest der Schokolade“! Die lachen sich doch ins Fäustchen über die Dummheit von uns Konsumenten!

        An dieser Stelle ein kleines Eingeständnis: Der Monat „Oktober“ als Erscheinungszeitraum der Schoko-Nikoläuse ist eine Zuspitzung meinerseits, die ich vorgenommen habe, um Ihre Wut richtig anzuheizen. „November“ stimmt vielleicht eher. Wenn man aber überlegt, daß zwischen Oktober und November manchmal nur ein einziger Tag liegt, fragt man sich trotzdem: Hallo? Wohin soll das führen? Nächstes Jahr geht’s vielleicht schon im September los, liebe Wirtschaftskapitäne, hm? Hausverstand einschalten! Am 23. September ist Herbstbeginn, d.h., bis zum 22. herrscht der S o m m e r ! Das wäre doch irre, lieber EinLeser, oder? Also, Holzauge bleib wachsam, Spitz paß auf, Knüppel aus dem Sack und toi toi toi! wünscht Ihnen

        Ihre Annemarie

        • Liebe Annemarie,

          netter Versuch, aber zu guter Letzt dann doch am Thema vorbei.

        • Hier wimmelt es von Zeitgenossen, die das Leserforum als Therapieplatz missbrauchen…. Oder ist das immer derselbe ??

  3. TJA,WER NICHT UM DIE ECKE DENKEN KANN ,HAT NATÜRLICH PROBLEME. ERNTEMASCHINEN FAHREN NUR SELTEN AUF WEGE. DIE TATSACHE, DASS HOLZERNTEMASCHINEN MITTEN IM WALD ERNTEN , SCHEINT MAN DABEI TOTAL AUSZUBLENDEN. LIEGT WOHL DARAN, DASS MAN ZU SELTEN IM WALD SPAZIEREN GEHT. WER EINEN HUND HAT,IST DA EINDEUTIG IM VORTEIL. UND WER SIEHT, WAS GERADE WÄHREND DER BRUT UND SETZZEIT IM WALD GESCHIEHT WEIß AUCH, WAS ER VON DER LEINENPFLICHT ZU HALTEN HAT. UND WER MAL BEI EINER ERNTE ZUGESCHAUT HAT, SIEHT DIE QUALMENDEN ABGASE DIESER SCHWEREN MASCHINEN. DA VON CO2 ZU FABULIEREN HAT SCHON WAS NIEDLICHES.

  4. Leute Leute Leute, dass mus ich jetz aber doch ma sagen, das das hier ist doch kein Tumelplatz für Irre. Der Hempel erkennt auf das Potho dass nics kaputt ist auch kein Baum oder busch oder gelEge . Dabei kann mann da ganichts nicht erkennen. Dat ist nur Quark wat der von sich giebt. Schon darum stimmt dass nich, weil das Bild garnicht der Waldweg von sSodersdorf is vom Wischmann sondern der von Gut Thansen bei dat Iwentzentrum wo se tanzen inner Nähe am Bruch von Heimbockels Guschen. Und dann die olle Heidi klatscht Ablaus und hackt auffe Gutmenschens rum. Da siht man daß die ihre Welt doch eher die berge sind. Flichten ingorieren? Die soll ma an seine eigene Pfilchten denken und büschen überlegn vorm losschreiben. Un völlich übergeschnappt is denn die Siglinde. Die hamse wohl zu heis gebahdet? Unwort des Jahres? Globus und so? Womöglich gleich ganz Affrika mit dabei wat? Krohne von die Schöpfung? Mann fasst das Gesabbel ja garnicht. Und denn diesre Leser steicht daraufein als wie son Dösbaddeliger und provezirt damit die olle Annemarie mit ihre schokohäschen und dem ganzen Kokolores so dass Zulätst noch der Köhler sein Sirupp beitun muss. Menschenskinder habt irh alle wie ihr daseit nix andres zu tun wie hier so viel Plaz für Nonnsäns zu ferbrauchen? Geht Rasenmähen oder die Einfart fegen oder bohrt indie Nase oder schafft Ortnung unter dem Jürgen sein Sohfa. Aba hört auf mit das blöde Geskripsel. Da wird man beim duchlesen ja ganz meschugge von.

    • …mein Reden und daher volle Zustimmung. Ich sag jetzt auch nix mehr 🙂

    • 99 Prozent der LZ-Kommentatoren sollten Ihren Text drucken und ihn als Mahnung an den „Screen“ ihrer Endgeräte kleben. Wie viele armselig verworrene Dokumente schlecht gelaunter Mitteilungsreflexe blieben uns so erspart? Und wie viele endlich saubere Rasenflächen, Einfahrten, Nasenhöhlen und Sofaunterseiten würden uns erfreuen?