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Musizierten über dem üblichen Grundschulniveau (v.l.): Janna, Valentina, Alexandra, Maren, Torben sowie Swaantje, Emma und Inga aus drei vierten Klassen der Grundschule Amelinghausen. Foto: t&w
Musizierten über dem üblichen Grundschulniveau (v.l.): Janna, Valentina, Alexandra, Maren, Torben sowie Swaantje, Emma und Inga aus drei vierten Klassen der Grundschule Amelinghausen. Foto: t&w

„Helle Köpfe“ aus der Grundschule

dth Amelinghausen. Rund 80 Schüler aus vier Grundschulen in Stadt und Landkreis Lüneburg sowie der Oberschule und des Gymnasiums Oedeme demonstrierten, was sie auf dem Kasten haben bei der Jahresveranstaltung des gemeinsamen „Kooperationsverbundes Oedeme zur Förderung besonderer Begabungen“. Ältere Schüler präsentierten in der Aula der Grundschule Amelinghausen etwa die Möglichkeit, Energie mit chemischen Verfahren zu speichern. Jüngere forderten Besucher beim Zusammenbau von Zauberwürfeln sowie anderen Denksportaufgaben heraus. Zudem zeigten die „Hellen Köpfe“ der Talentwerkstatt Philosophie, ihre Vision eines „Öko-Schiffes“, das zur Weltrettung beitragen soll.

Im Begabtenverbund kooperieren die Grundschulen Amelinghausen, Deutsch Evern, Westergellersen sowie Hasenburger Berg in Lüneburg mit den weiterführenden Schulen in Oedeme, da sie zu deren Einzugsgebiet zählen. Unter dem Titel „Helle Köpfe Junior“ haben die Grundschulen verschiedene Förderschwerpunkte für leistungsstarke Schüler eingerichtet.

So legt die Grundschule Westergellersen den Fokus vor allem auf den Bereich Mathematik, widmet sich mit ausgewählten Schülern der Jahrgangsstufen drei und vier mathematischen Knobeleien. Ähnlich in der Grundschule Hasenburger Berg, die neben Mathe auch wissbegierige Kinder im Fach Englisch zusätzlich fördert. In Deutsch Evern steht Kunst, in Amelinghausen der Bereich Musik im Vordergrund.

Schüler mit besonderen Begabungen und Interessen können nach Einladung durch die Klassen- oder Fachlehrer für ein Halbjahr an einer der „Helle Köpfe Talentwerkstätten“ teilnehmen für die Jahrgangsstufen drei bis fünf. Die schulübergreifenden Kurse finden in der Oberschule oder im Gymnasium Oedeme statt. Themenschwerpunkte sind Kunst, Naturwissenschaften und Philosophie.

Margret Witte-Ebel, stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums Oedeme und Koordinatorin des Begabtenverbundes, sagt: „Es geht darum, interessierte, leistungsstarke und motivierte Schüler auszumachen und zu fördern. Ich würde aber immer davon abraten, einen IQ-Test zu machen, um dem Kind nicht den Stempel Sonderstatus zu verpassen.“

„Es ist schon erstaunlich, was die Schüler in einem Halbjahr auf die Beine gestellt haben“, sagt Uta Hommel, kommissarische Leiterin der Grundschule Amelinghausen bei der Abschlussveranstaltung. Gerade haben ein Dutzend Mädchen und Jungen ihrer Schule mit ebenso vielen Instrumenten drei Musikstücke aufgeführt und Schüler vom Hasenburger Berg englische Sketche zum Besten gegeben.

Bei der anschließenden Ausstellung präsentieren die anderen Kurse ihre Ergebnisse. Darunter auch die Talentwerkstatt Philosophie mit Kindern im Alter zwischen neun und elf Jahren. Inspiriert vom „Weltretter-Wettbewerb“ des Kindermagazins „ZEIT leo“ entwarfen die Kinder eine Idee für ein umweltfreundliches, energieautarkes „Öko-Schiff“ mit Selbstversorgung. „Wir haben uns überlegt, wie man die Welt besser machen kann, ohne sie mit Abgasen weiter zu vergiften“, sagt Stani (10) aus Westergellersen.

Das Grundprinzip, so erklärt es Helena (11), beruht darauf, dass zur Energiegewinnung neben Solartechnik auch Körperkraft eingesetzt wird. Dadurch angetriebene Maschinen sollen der Idee nach etwa aus anfallendem Biomüll aus Nahrungsresten von selbst angebauten Pflanzen wieder Dünger für neues Obst und Gemüse produzieren. Betreut werden die Kinder in der Talentschmiede Philosophie von Gymnasiallehrer Tobias Grave: „Kinder wundern sich viel authentischer als Erwachsene und sind somit prädestiniert für die Philosophie. Und so kommen sie auch zu anderen Schlussfolgerungen.“ Helle Köpfe eben.