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Auf dem Bauernhof ihrer Eltern ist Sophia Wischmann aufgewachsen, will ebenfalls Agrarwissenschaften studieren. In ihrer Freizeit spielt die 18-Jährige Volleyball und Geige. Foto: t&w
Auf dem Bauernhof ihrer Eltern ist Sophia Wischmann aufgewachsen, will ebenfalls Agrarwissenschaften studieren. In ihrer Freizeit spielt die 18-Jährige Volleyball und Geige. Foto: t&w

Mit Volldampf ins Königinnenjahr

off Dehnsen. Ein Bauernhaus mitten in Dehnsen, 23,5 Stunden nach der Krönung. Sophia Wischmann reißt die Haustür auf, eilt ins Arbeitszimmer und streckt die rechte Hand aus: „Hallo, tut mir leid, dass es ein bisschen später geworden ist.“ Die 18-Jährige strahlt, wirkt fröhlich. Dass seit Stunden ein Termin den nächsten jagt, ist ihr nicht anzumerken. Morgens um acht ist die Dehnserin aufgestanden, um halb zehn haben sie Georgina Pyritz und Karin Schönheit zum Shoppen abgeholt, keine Stunde später steckte sie im ersten Kleid und lächelte in die erste Kamera des Tages. Jetzt sitzt Sophia Wischmann am Tisch des Familienbüros, schwärmt von ihrem neuen Königinnenkleid und erzählt, dass sie in einem Jahr gern Agrarwissenschaften in Rendsburg studieren will. Mit der Option, vielleicht eines Tages den Familienhof zu übernehmen.

Der Zwerg war der große Gewinner beim Festumzug durch Amelinghausen: Die Baugruppe Sottorf holte sich damit den ersten Platz bei den Motivwagen. Foto: t&w
Der Zwerg war der große Gewinner beim Festumzug durch Amelinghausen: Die Baugruppe Sottorf holte sich damit den ersten Platz bei den Motivwagen. Foto: t&w

Mit zwei älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder ist Sophia Wischmann auf dem Bauernhof ihrer Eltern aufgewachsen und hat sich schon vor Jahren in den Kopf gesetzt: Sie will die erste Heidekönigin aus Dehnsen werden. „Seit ich mal Hofdame war, hatte ich diesen Gedanken immer im Hinterkopf“, sagt sie. Jetzt hatte sie mit 18 Jahren auch die Chance dazu und nutzte sie. Gegen zehn Mitbewerberinnen setzte sich Sophia Wischmann durch und wird nun als 66. Heideköningin ein Jahr lang ihre Heimat repräsentieren.

Die ersten Auftritte warten bereits am Wochenende auf die Dehnserin. Dankeschön-Abend am Freitag. Gartenfest der Heidefreunde Wellingsbüttel am Sonnabend. Schützenfest in Betzendorf am Sonntag.

„Bis Ende September stehen die Termine“, sagt Hans-Jürgen Pyritz, 1. Vorsitzender des Heideblütenfestvereins. Genug Gelegenheiten für Sophia Wischmann, sich an ihr neues Amt zu gewöhnen. Doch Sorgen, vor vielen Leuten die Sprache zu verlieren, macht sich die 18-Jährige nicht. „Ich gehe das gelassen an“, sagt sie, „und ich bin kein Typ, der sich schnell stressen lässt.“

Die Handwerker des Kindergartens Amelinghausen waren fleißig. Ihr Wagen (l.)überzeugte die Jury in der Kategorie „Nachwuchs“. Foto: t&w
Die Handwerker des Kindergartens Amelinghausen waren fleißig. Ihr Wagen (l.)überzeugte die Jury in der Kategorie „Nachwuchs“. Foto: t&w

Schnell hingegen ist Sophia Wischmann offenbar bei Entscheidungen. Um kurz nach 14 Uhr steht sie mit ihren Shoppingbegleiterinnen vom Heideblütenfestverein schon wieder in Dehnsen auf dem Hof. „Das dauert normalerweise mindestens bis 16 Uhr“, weiß Hans-Jürgen Pyritz. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt trotzdem nicht. Nach Interview und Foto-Shooting mit der LZ folgt die Terminkoordination mit dem Festvereinsteam. Danach wartet die dritte Kamera des Tages auf Sophia, beim Autogrammkarten-Shooting in der Heide. Die junge Frau nimmt den neuen Rummel um ihre Person gelassen, strahlt und „freut sich auf all das, was kommen wird.“ Als 66. Heidekönigin der Samtgemeinde Amelinghausen und als erste Heidekönigin aus Dehnsen.

Zwerg hat die Nase vorn
Sophia Wischmann aus Dehnsen hatte sich wenige Stunden zuvor gegen zehn Mitbewerberinnen durchgesetzt und durfte sich über ihr Amt als frisch gewählte 66. Heidekönigin freuen, da brandete zum Abschluss des Heideblütenfestes in Schenck‘s Gasthaus schon wieder neuer Jubel auf. Auf den begehrten ersten Platz bei der Prämierung der Festwagen setzte die Jury wie in den beiden vergangenen Jahren die Baugruppe Sottorf: Ihr „Zwerg in der Heide“ überragte alle anderen Motivwagen. Der Männerchor durfte sich mit dem Motiv „Lila Pause in der Heide“ über den zweiten Platz in dieser Kategorie freuen, auf Platz 3 landete „Wir sind Weltmeister“ der Gruppe „Scheunenhocker“. Buchstäblich „Zauberhaft“ war der Wagen von „Kieskuhle“, er ergatterte Platz 1 in der Kategorie Aktionswagen. Auf Platz 2 wählte die Jury den „Dorfabend mit den Schrammlern“ der Gruppe „Zusammengewürfelt“, auf den dritten Platz kam der Waldkindergarten mit seinem Wagen „Froschkönig“. Bei den Nachwuchswagen setzte sich der Kindergarten Amelinghausen mit dem Motto „Wer will fleißige Handwerker sehen“ durch. Fleißig waren aber auch die Handwerker der Jugendfeuerwehr. Ihre „Drehleiter“ kam auf den zweiten Platz. Dahinter folgte „Rockt den Rat“ von „Butze“. Ebenfalls erfolgreich waren die Sottorfer Kinder. Ihr Wagen „Marienkäfer“ wurde mit dem ersten Platz belohnt. Den zweiten Platz ergatterten die „Scheunenhocker Kinder“ mit ihrem Wagen „Fußball“. Platz 3 sicherte sich die Gruppe „Kirche unterwegs“ mit „Die Weltkugel“.