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Der Rat Oldendorf hat einer umfassenden Überarbeitung des touristischen Konzeptes für die Oldendorfer Totenstatt zugestimmt. Träger möglicher Maßnahmen müsse jedoch die Samtgemeinde Amelinghausen sein. Foto: t&w
Der Rat Oldendorf hat einer umfassenden Überarbeitung des touristischen Konzeptes für die Oldendorfer Totenstatt zugestimmt. Träger möglicher Maßnahmen müsse jedoch die Samtgemeinde Amelinghausen sein. Foto: t&w

Klares Ja zu Totenstatt-Plänen

uk Wetzen. Ungewöhnlich gut besucht war die jüngste Sitzung des Gemeinderates Oldendorf. Im Dachraum des Feuerwehrhauses Wetzen war Zusammenrücken angesagt: Trotz Ferienzeit drängten sich 20 Besucher mit den acht Ratsmitgliedern unter der engen Schräge. Grund war eine prall gefüllte Tagesordnung, darunter auch die Frage nach einem neuen touristischen Konzept für die Oldendorfer Totenstatt. Der Rat zeigte sich einig: Neue Ideen für das 5000 Jahre alte Gräberfeld sind notwendig und willkommen. Klar ist aber auch: „Die Gemeinde geht davon aus, dass die Samtgemeinde … die Kostenträgerschaft übernimmt“ so steht es in dem einstimmig gefassten Beschluss.

Wie berichtet, hatte die Lüneburger Sparkassenstiftung der Samtgemeinde Amelinghausen, formal zuständig für Tourismus und Kulturförderung, im vergangenen Jahr 15000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung gestellt. Zwei Fachbüros und eine eigens gegründete Arbeitsgruppe entwickelten daraufhin Konzepte für die touristische Weiterentwicklung der Totenstatt. „Die Frage ist nun, in welche Richtung es gehen soll“, sagte Gemeindedirektor David Abendroth. Die Möglichkeiten reichten von einer Minimallösung mit neuen Schildern und Bänken bis zum ganz großen Wurf: „Das würde neue Räumlichkeiten für Kurse einschließen bis zu besonderen Events, etwa Theater, Konzert oder Lichtershow“, so Abendroth. Die Samtgemeinde wolle das Projekt jedoch nur vorantreiben, „wenn die Gemeinde und der Museumsverein dahinterstehen“, stellte der Gemeindedirektor klar.

Dass es mit dem Verhältnis zwischen Gemeinde und Samtgemeinde derzeit nicht zum Besten steht, daraus machte Bürgermeister Jürgen Rund (Wählergemeinschaft) keinen Hehl. Zwar versicherte er: „Es geht uns um die Sache. Da sind wir motiviert und an einer Entwicklung der Totenstatt interessiert.“ Dennoch konnte er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: Er habe den Bauhof der Samtgemeinde gebeten, eines der Gräber zu reinigen, wie das in den Vorjahren stets gemacht worden sei. „Plötzlich waren da alle nicht mehr zuständig“, wunderte sich Rund, „wenn so was kommt, verliert man leicht die Lust.“ Umso bedauerlicher fand Rund, dass Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker nicht unter den Zuhörern war. Er habe extra den Spaten mitgebracht, mit dem er die Arbeiten dann selbst erledigt habe, so Rund: „Damit hätten wir hier symbolisch das Misstrauen begraben können.“

In der Sache gab es dann breite Zustimmung: Ausdrücklich begrüßt der Rat die Initiative der Samtgemeinde und spricht sich für eine Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur, für neue Gäste-Angebote und möglichst auch eine Räumlichkeit an der Totenstatt aus. „Wir können unterstützen, wenn Manpower gefragt ist, aber die Samtgemeinde muss das Projekt durchführen und tragen“, sagte Johannes Rieckmann (Wählergemeinschaft). Was realisierbar ist, hängt sehr stark von der Höhe der Fördermittel ab. Zuschüsse aus dem EU-Leader-Programm für Projekte in der Naturparkregion sollen im nächsten Jahr wieder fließen. Die Machbarkeitsstudie liefere die Grundlage für eine Bewerbung, so Abendroth: „Man könnte versuchen, 2015 möglichst früh auf die Fördermittel zuzugreifen.“