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Die fünf Mitgliedsgemeinden Soderstorf, Rehlingen, Amelinghausen, Oldendorf/Luhe und Betzendorf bilden seit 1974 die Samtgemeinde Amelinghausen. Bei der Frage über die Zukunft des gemeindlichen Zweckverbands soll geklärt werden, ob Soderstorf weiterhin ein Teil davon sein will. Foto: A/t&w
Die fünf Mitgliedsgemeinden Soderstorf, Rehlingen, Amelinghausen, Oldendorf/Luhe und Betzendorf bilden seit 1974 die Samtgemeinde Amelinghausen. Bei der Frage über die Zukunft des gemeindlichen Zweckverbands soll geklärt werden, ob Soderstorf weiterhin ein Teil davon sein will. Foto: A/t&w

Wohin führt Soderstorfs Weg?

dth Soderstorf/Amelinghausen. Eine Art Investitions-Moratorium soll über die Gemeinde Soderstorf verhängt werden. Das haben zwei Anträge für den Samtgemeinderat Amelinghausen zum Ziel, die von den Fraktionen SPD und Grüne sowie von den Einzelbewerbern Gisela Plaschka und Winfried Geppert eingebracht wurden. Anlass sind die wiederholten Äußerungen von Soderstorfs Bürgermeister Roland Waltereit (UWS), seine Gemeinde aus dem Amelinghausener Gemeindeverbund herauslösen zu wollen und über die Kreisgrenze in die Samtgemeinde Salzhausen zu wechseln.

Mit den Anträgen soll der Samtgemeinderat den Soderstorfern nun die Pistole auf die Brust setzen und ein klares Bekenntnis einfordern, ob sie bleiben wollen oder nicht. Schließlich würden davon künftige Investitionen im Feuerwehr- und im Schulbereich abhängen. Das dürfte zu Diskussionen im Rat Soderstorf führen, der sich heute Abend trifft.

Nachdem die Bildung einer Einheitsgemeinde Amelinghausen im Mai am Bürgervotum gescheitert war, hatte auch Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker klare Verhältnisse gefordert, ob Soderstorf mit seinen rund 1500 Einwohnern bleiben wolle oder nicht, „bevor wir uns über die Weiterentwicklung der Samtgemeinde Gedanken machen“.

Einen ähnlichen Ton schlagen nun die Antragsteller SPD/Grüne/Plaschka/Geppert an. So soll etwa der Feuerwehrbedarfsplan für die Samtgemeinde um eine Variante erweitert werden: ohne die Einbeziehung der Gemeinde Soderstorf. „Darüber hinaus werden Investitionen für die Feuerwehren Soderstorf und Raven/Rolfsen zurückgestellt, soweit sie nicht dringend () erforderlich sind. Die Zurückstellung soll zeitlich befristet werden bis zur eindeutigen Klärung, ob die Gemeinde Soderstorf in der Samtgemeinde Amelinghausen verbleibt“, heißt es in einem Antrag.

Der andere Antrag nimmt die gemeinsam geplante Entwicklung von Ganztagsschulen an den Grundschulstandorten in den Fokus. Die Soderstorfer Bestrebungen, Anschluss an den Nachbarkreis Harburg zu suchen, würden diesen Prozess, für den ebenfalls Investitionen notwendig wären, hemmen, heißt es.

Bei der zurückliegenden Diskussion um eine Reform der Samtgemeinde Amelinghausen hatte Soderstorfs Bürgermeister Waltereit den Wechsel in den Kreis Harburg „als beste strategische Option“ bezeichnet. Die Gemeinde hatte dem Kreis Harburg schon vor der Gebietsreform 1974 angehört. Da Waltereit aber nicht damit rechnete, die Samtgemeinde kurzfristig verlassen zu können, hatte er zuletzt ein „Konzept für die Schublade“ angekündigt, falls sich wieder ein historisches Fenster öffnen sollte, etwa eine von oben angeordnete Gebietsreform.

Dazu, dass ein Großteil des Samtgemeinderats jetzt Druck aufbaut, sagt Waltereit, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft auch im Samtgemeinderat sitzt, auf LZ-Nachfrage: „Ich bin enttäuscht, dass die Antragsteller vorher nie ein Gespräch mit mir zur Sache gesucht haben und solche Drohungen ausgesprochen werden. Wir wissen, dass wir zum Beispiel zur Entwicklung des Grundschulstandortes Soderstorf auch die anderen brauchen. Und solange sich die Samtgemeinde als solche nicht verändert, war und ist die Abspaltung der Gemeinde Soders-torf keine Option.“

Den Anstoß für die Diskussion über den Wechsel nach Salzhausen habe laut Waltereit die Debatte über die Weiterentwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den Samtgemeinden Amelinghausen, Gellersen und Ilmenau gegeben. Waltereit: „Die Grundaussage von 2010 steht immer noch im Raum, dass die Samtgemeinde Amelinghausen langfristig alleine nicht überlebensfähig ist.“ Schon gar nicht ohne Soderstorf.