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Schneller als in den meisten anderen Gemeinden geht es in Soderstorf mit dem Ausbau des Breitbandnetzes voran  Bürgermeister Roland Waltereit und sein Rat setzen sich vehement dafür ein. Foto: t&w
Schneller als in den meisten anderen Gemeinden geht es in Soderstorf mit dem Ausbau des Breitbandnetzes voran  Bürgermeister Roland Waltereit und sein Rat setzen sich vehement dafür ein. Foto: t&w

Soderstorf macht weiter Tempo

dth Soderstorf. Konsequent treibt die Gemeinde Soders­torf den Breitbandausbau in ihren Dörfern voran und geht mit dem nächsten Schritt sogar weiter, als es beim angestrebten flächendeckenden Ausbau durch den Landkreis Lüneburg im ersten Aufschlag vorgesehen wäre. Als Pilotprojekt sollen demnächst im Soderstorfer Ortsteil Schwindebeck 24 Haushalte eine direkte Glasfaseranbindung an das gemeindeeigene Netz erhalten. Die Ausschreibung dazu soll noch im Herbst laufen.

Um schrittweise den Breitbandausbau bis zu den privaten Hausanschlüssen auch in weiteren Gemeindeteilen zu ermöglichen, hat der Rat dazu jetzt einstimmig Ausbauregeln beschlossen: Demnach übernimmt die Gemeinde Soderstorf die Kosten für den Anschluss der Leitungstechnik.
Bereits seit 2010 kommen die Soderstorfer in den Genuss von Breitband-Internet. Dort ist die LüneCom Betreiber des Netzes, Eigentümer ist die Gemeinde Soderstorf, die das Projekt in Eigenregie mit Unterstützung der Samtgemeinde gestemmt hatte. Ende 2012 ließ die Kommune eine Erweiterung ihres gemeindlichen Breitbandnetzes installieren. Seitdem können Anschlussteilnehmer dort nicht nur mit DSL, sondern mit VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ins Internet gehen. Doch trotz der schon guten technischen Ausstattung sagt Soderstorfs Bürgermeister Roland Waltereit (UWS): „Wir wollen nicht irgendwann wieder weiße Flecken werden und müssen beim Ausbau der Bandbreiten Schritt halten.“

Hatte die Kommune mit ihrem Netz für ihre Einwohner einst Tarife mit zwei, drei und sechs Mbit pro Sekunde Download-Geschwindigkeit im Angebot, sind es mittlerweile 16 und 50 Mbit/s. Mit dem Schritt zu FTTH (Fibre to the Home), also der Verlegung der Glasfaseranbindungen bis in die Haushalte, sollen künftig 100-Mbit-Tarife angeboten werden im ländlichen Raum eine Seltenheit. Bisher hatte die Kommune mit der LüneCom als Betreiber die Grund-Infrastruktur aufgebaut, die Glasfaserleitungen zwischen sieben Kabelverzweigern am Straßenrand verlegt (FFTC: Fibre to the Curb), die letzte Meile zum Haushalt läuft in der Regel über Kupfer noch.

Die jetzt vom Rat beschlossenen Ausbauregeln besagen unter anderem, dass der jeweilige Grundeigentümer für die Glasfaserleitungen zu seinem Haus weder an Gemeinde noch an Netzbetreiber Anschlusskosten zahlen muss. Lediglich ein 60 Zentimeter tiefer Graben für die Leitungen ist vom Eigentümer ab Grundstücksgrenze bereitzustellen. Die Kosten der Glasfasererschließung selbst trage die Kommune. Waltereit rechnet für die 24 Haushalte in Schwindebeck mit einem Volumen von 50000 bis 80000 Euro. Refinanziert werden soll der Betrag dank der nun gemeindeeigenen Infrastruktur durch eingesparte Mieten, die der örtliche Netzbetreiber sonst für die Kabelverzweiger der Telekom hätte entrichten müssen, immerhin 6,70 Euro pro Monat und Anschluss.

Waltereit bremst aber die Erwartungen: „Wir werden jetzt nicht 2015 die gesamt Gemeinde umbuddeln. Aber mit den Ausbauregeln wollen wir vorbereitet sein, wenn auch andernorts in der Gemeinde Tiefbaumaßnahmen anstehen.“ Dann könnten, parallel zu dem Pilotprojekt in Schwindebeck, schrittweise weitere Haushalte mit direkten Glasfaseranbindungen versorgt werden.

Vereinzelte Häuser im Soderstorfer Baugebiet „Hinter den Höfen“ sowie das Seminarzentrum Gut Thansen kommen schon in den Genuss von FTTH.

Breitband-Umfrage
Für die Gemeinden Amelinghausen und Betzendorf hat die Samtgemeinde Amelinghausen federführend den Ausbau breitbandiger Internetzugänge in die Hand genommen. Die Ergebnisse des sogenannten Markterkundungsverfahrens und der Breitband-Umfrage zur Ermittlung des Bedarfs liegen vor. Bereits die relativ hohe Rücklaufquote von rund 28 Prozent bei der Umfrage in Betzendorf zeigte das hohe Interesse an schnellen Internetzugängen. Demnach nutzten bereits 87 Prozent der Befragten DSL-Anschlüsse. Über die Hälfte verfügt aber über Geschwindikeiten von weniger als sechs Mbit/s. Und unterm Strich wünschen sich mehr als 80 Prozent der Befragten aus Betzendorf mehr Bandbreite sowohl für private als auch berufliche Zwecke. Bei einer weiteren Informationsveranstaltung werden die Umfrage-Ergebnisse für die Gemeinde Amelinghausen und das weitere Verfahren vorgestellt: am heutigen Mittwoch, 1. Oktober, 19 Uhr, Rathaus Amelinghausen.