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„Lust auf die Wüste“

bau Amelinghausen. Harry und Elisabeth Auzinger leben ihre Reisen nach dem Motto: Wo die Straßen enden, beginnt das Abenteuer. Seit 2008 ist das Ehepaar aus Linz in Österreich mit großer Leidenschaft mit ihrem LandroverDefender mehrere Wochen im Jahr „auf Tour“- am liebsten durch die Staaten Europas und Asiens und eben off-road. Lachend sagt Harry Auzinger: „Meine drei Lieblingsländer sind Österreich, Schottland und alles, wo Wüste ist.“

In diesem Jahr ruht das große Reisefieber allerdings gänzlich. Dafür sind die beiden, die seit 1981 verheiratet sind und zwei erwachsene Kinder haben, mit ihrem Gefährt zum ersten Mal in der Lüneburger Heide zu Gast. Wie viele andere hundert Weltenbummler nimmt das Ehepaar noch bis Sonntag, 25. August, am mehrtägigen internationalen AMR-Globetrotter-Treffen in Amelinghausen am Waldbad teil und tauscht seine Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Abenteurern wie dem befreundeten Berliner Paar Ute Vogel und Andreas Bläse aus. „Hier herrscht eine tolle Atmosphäre“, sagt Harry Auzinger begeistert.

Organisiert wird das Treffen zum 17. Mal von Jörgen Hohenstein und Rita Terjung. Der 54-Jährige, der in Österreich als Verkaufsleiter arbeitet, und seine 57-jährige Frau, die als Kinderkrankenschwester tätig ist, haben nach „Jahren der Planung und der Suche nach dem richtigen Fahrzeug“ 2008 ihre erste große Tour auf den Spuren Marco Polos auf der berühmten Seidenstraße von Venedig nach Peking absolviert, an sich bereits eine besondere Herausforderung.

Doch die beiden verbanden ihre Tour mit sechs weiteren Österreichern zu einer „Silkroad Challenge“ zu den Olympischen Spielen. „Wir hatten die schöne Aufgabe, die österreichische Nationalflagge von Wien über Venedig, Athen, Istanbul sowie quer durch Asien nach China zu bringen und sie dort offiziell vor der Eröffnungsfeier in Peking an unser Olympia-Team zu übergeben“, sagt Harry Auzinger und ergänzt: „Plötzlich war das keine private Reise mehr, sondern ein Termin mit einem riesigen Medienecho.“

Zwischendurch schien es so, als ob die Mission scheitern würde. Die chinesischen Behörden verweigerten nach Unruhen im eigenen Land die bereits zugesagte Durchfahrt auf der geplanten Strecke. „Wir mussten einen Umweg von 2000 Kilometern über Russland und die Mongolei in Kauf nehmen“, sagt der Österreicher, „aber letztendlich haben wir auch noch die erforderlichen Einreisepapiere erhalten.“ Und so wurde nach 61-tägiger Reise und mehr als 16 000 Kilometern Fahrt auf dem Land- und Seeweg die Fahne pünktlich an den ÖOC-Präsidenten Dr. Leo Wallner in Peking übergeben.

Die Erlebnisse auf ihrer ersten Tour durch Länder wie den Iran, Turkmenistan, Usbekistan oder Kasachstan möchten die beiden nicht missen.