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Wald hat sich prächtig entwickelt

kre Lüneburg. 75 Jahre ist kein Alter – jedenfalls nicht für stattliche Bäume wie Buchen, Eichen oder Fichten. So gesehen befindet sich die Forstbetriebsgemeinschaft Amelinghausen also geradezu in den besten Jahren. Eine Erkenntnis, der am Sonnabend, 24. August, auch die zahlreichen Festredner wohl kaum widersprechen werden. Denn die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amelinghausen feiert an diesem Wochenende ihr 75-jähriges Bestehen. Zu den Gratulanten zählt auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne).

„Bewährungsproben gab es für die Forstbetriebsgemeinschaft in den vergangenen 75 Jahren mehr als genug“, betont der Minister in seinem Grußwort – „etwa die Windwurfkatastrophe 1972, die Waldbrände 1975/76 oder die bestandsbedrohenden Käfer- und Schmetterlingskalamitäten“.

In der Tat war der Klimawandel vor 75 Jahren wohl kaum ein Thema, als 1938 der „erste Beförsterungsverband im Kreis Lüneburg“ – dem Vorläufer der Forstbetriebsgemeinschaft – aus der Taufe gehoben wurde.

Heute betreut die Forstbetriebsgemeinschaft 165 Privatwaldbesitzer, Gemeinden und Kirchengemeinden mit mehr als 6000 Hektar Waldfläche. „Wobei der Waldanteil im Betreuungsgebiet zwischen Raubkammer und Ilmenau, südwestlich von Lüneburg, deutlich schwankt“, sagt Dietrich Hartig vom FBG-Vorstand: Während in den Stadtrandgemeinden Embsen und Melbeck der Waldanteil bei etwa 25 Prozent liegt, steigt er Richtung Raubkammer auf fast 60 Prozent in Rehlingen und Ehlbeck. „Im Durchschnitt aber liegt der Waldanteil in unserer Forstbetriebsgemeinschaft bei etwa 40 Prozent“, rechnet Vorsitzender Georg Hommel vor.

Allein diese Zahlen zeigen, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten Wald und Forstbetriebsgemeinschaft in der Heideregion prächtig entwickelt haben. Denn „gestartet“ waren 50 Waldbesitzer im Jahr 1938 mit 3000 Hektar Wald- und Ödlandfläche.

1966 kamen mit dem Beitritt der „Forstinteressengemeinschaft Embsen“ weitere Flächen und Mitglieder dazu. 1972 – so steht es in den Chroniken – wurde die „Forstbetriebsgemeinschaft“ der Rechtsnachfolger des Forstverbandes.

Nicht die einzige Veränderung in der langen Geschichte der FBG: Anfang der 1990er-Jahre, so steht es in einer Pressemitteilung zum Jubiläum zu lesen, wurde die Betreuungsfläche in zwei Bezirksförstereien aufgeteilt. „Amelinghausen Ost“ und „Amelinghausen West“, später umbenannt in die Bezirksförsterei Embsen und die Bezirksförsterei Rehlingen.

Allerdings war die Zussammenarbeit mit den übrigen Forstbetriebsgemeinschaften im Kreis Lüneburg sowie der Waldmärkerschaft Uelzen in der Forstbetrieblichen Vereinigung Lüneburg (FVL) GmbH ab 1993 nicht von Dauer. Denn seit 2007 werden die Geschäfte wieder in eigener Regie betrieben. Und das mit gutem Erfolg. 36 000 Festmeter Holz wurden allein 2012 eingeschlagen. Der Umsatz betrug rund zwei Millionen Euro.

Und der Blick in die Zukunft? „Da sind wir durchaus optimisisch“, heißt es aus den Reihen der FBG – trotz des Klimawandels, trotz Borkenkäferbefalls, trotz Eschensterbens oder Problemen mit der Eichenfraßgesellschaft. „Waldbau ist eine Aufgabe für Generationen“, heißt es in der Pressemitteilung der Forstbetriebsgemeinschaft.

Bei Umtriebszeiten von 80, 100 und 120 Jahren – etwa bei Douglasie, Fichte oder Kiefer – beziehungsweise 140 bis 180 Jahren (Buche und Eiche) werden mit der Baumartenwahl heute Entscheidungen getroffen, die weit in die Zukunft reichen.