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Ran an die „Saftbar“

pet/rov Bardowick. Die fahrende „Saftbar“ kam gut an beim Festumzug anlässlich des Bardowicker Erntedankfests. Mit ihrem bunten Handwagen zogen die zehn Kinder der Wagenbaugemeinschaft (WBG) Wittorfer Straße durch den Flecken, boten den Besuchern Kostproben ihres selbstgepressten Apfel-Möhren-Safts an. Und auch den Wertungsrichtern gefiel der Wagen – mit 21 Punkten setzten sie ihn auf Platz eins im Wettbewerb der Jugendwagen.

Damit war auch die Operation „Titelverteidigung“ geglückt: Schon im vergangenen Jahr hatte die Baugemeinschaft Wittorfer Straße den Wettbewerb gewonnen. Mit 18 Punkten kam die WBG Flutissima mit „Beethovens 5.“ in diesem Jahr auf den zweiten Platz vor der WBG Philip Reckow (Bardowicker Gemüse/14 Punkte).

Mächtig fleißig waren die vier Mädchen und sechs Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren in den Tagen vor dem Erntedankfest gewesen, berichtet Frauke Gade, eine der Mütter aus dem siegreichen Team. Die Kinder arbeiteten mit Holz und Styropor, klebten Ähren, steckten Hunderte von Dahlien in vielen Farben an. Dazu gab es an den Rückseite des Wagens den Spruch „Ob roh, gekocht oder als Saft, Bewicker Gemüse gibt uns Kraft“.

Den Wettbewerb bei den Erwachsenen hatte die Wagenbaugemeinschaft Jens Warnecke mit dem Thema „Waage“ gewonnen (135 Punkte), Platz zwei ging an die WBG Bahnhof mit dem Motiv „Altenteilerrente“ (131). Auch hier war die Wittorfer Straße vertreten – meist mit den Eltern der siegreichen Mädchen und Jungen. Mit ihrem Wagen „Leuchtturm“ reichte es unter 21 Wagen zu Platz sieben (107 Punkte).

Im Vorfeld des Ernteumzuges hatte Stefan Kruse von der gleichnamigen WBG die LZ einen Blick in seine Scheune werfen lassen. Was das 30-köpfige Team fertigte, verriet der 42-Jährige allerdings nicht. Am Sonntag grinste er dann über beide Ohren, als er am Steuer eines alten Porsche-Treckers bei Sonnenschein sein „Trojanisches Pferd“ durch die Pieperstraße zog. „Läuft alles wie am Schnürchen“, freute sich der Speditionskaufmann.

Verbaut haben er und seine Mitstreiter 25 000 Dahlien, 100 Kilogramm Weizenkörner und jede Menge Holz in der Unterkonstruktion. 4,60 Meter hoch und 7,00 Meter lang ist das auf zwei Anhängern zusammengebaute „Trojanische Pferd“. „Da kommt man schon ins Schwitzen, bei abgesenkten Straßen oder mit den ganzen Ästen an der Strecke“, sagte Kruse, während er den Trojaner um die Kurve zirkelte. Nicht nur deshalb fuhr sein Schwager auf dem historischen Trecker mit, der das Blumenpferd zog. „Wir haben eine lange Latte dabei, damit halt ich dann die Äste weg“, erklärte Julian Schmidt.

Am Ende beeindruckte das Pferd auch die Wertungsrichter: Sie vergaben 129 Punkte und damit Platz drei an die WBG Stefan Kruse. Und der 42-Jährige ist mehr als zufrieden – auch wenn noch zwei Teams vor ihm lagen. „Dass die Waage gewonnen hat, freut mich sehr“, sagt Kruse, der nach dem Umzug gemeinsam mit seinem Team den sonnigen Sonntag sowie viel Torte und viel Kaffee genossen hat. „Außerdem habe ich mir die vielen tollen Musikzüge angesehen – so was hat man ja nicht alle Tage hier.“