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Eine Liebeserklärung ans Landleben

Reinstorf. Viele Deutsche zieht es in die Metropolen. Als Folge sterben ganze Landstriche aus. Die Dörfer werden zu Schlaforten, in denen tagsüber nur noch die Älteren beim Spaziergang zu sehen sind. Doch ist das Leben auf dem Lande tatsächlich so unattraktiv? Lena Maack ist 15 Jahre alt. Sie wohnt in Reinstorf und sagt: „Ich möchte nirgendwo anders leben.“ In einer Hommage an ihren Heimatort erklärt die Zehntklässlerin, was es so attraktiv macht, auf dem Dorf – in ihrem Dorf – zu leben:

Rund 240 Menschen leben in Reinstorf. Die Hälfte davon sind Kinder und junge Erwachsene. Und die haben alles andere als Langeweile – so scheint es jedenfalls: „Ich kümmere mich um mein Pferd, ich habe den Schießsport und fahre Fahrrad, halt alles, was man in einem kleinen Dorf wie Reinstorf so macht“, sagt die zwölfjährige Carolin Brohm. „Ich vermisse nichts.“ Und das, obwohl es in Reinstorf keinen Supermarkt, keine Tankstelle und auch kein Café gibt. Dafür aber einen Spielplatz, einen Bolzplatz und viel Wald, in dem die Kinder gerne Höhlen bauen.

Selbst ein Supermarkt wird wohl nur von den wenigsten ernsthaft vermisst: Zum Einkaufen geht’s eben in den nächsten größeren Ort. Wer auf dem Lande wohnt, kennt es nicht anders. Wenn überhaupt, dann wäre es ein „ein kleiner Tante-Emma-Laden“, den er vermisse, sagt der 14-jährige Till von Bordelius.

Reinstorf punktet dafür mit anderen Einrichtungen: Es gibt ein großes Hotel, das viele Besucher aus aller Welt ins Dorf lockt. Es gibt einen erfolgreichen Schützenverein, der mit Stolz sagen kann, dass man immer noch die Könige auf jeder Position besetzen kann. Und es gibt eine engagierte Freiwillige Feuerwehr.

„Was wirklich fehlt, ist eine Jugendwehr,“ bedauert eine junge Reinstorferin – „da hat die Gemeinde Nachholbedarf.“ Denn die Brandschützer sind nicht nur da, wenn es brennt oder es wieder einmal auf der Bundesstraße 216 geknallt hat – sie sind wichtiger Bestandteil für das Dorfleben. Lena Maack glaubt, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Wehr beliebte Traditionen pflegt – etwa das Verteilen der „Pfingstbäume“. „Das ist etwas ganz Besonderes, weil wir das von kleinauf miterleben“, sagt Carolin.

„An der Bushaltestelle stehen 25 Fahrräder“, beobachtet Pastor Renald Morié. „Daran merkt man, dass hier viele Kinder leben“, freut er sich. „Reinstorf ist eben kinderfreundlich“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr locken Schützenverein, der St. Vitus-Generationenverein, der Wirtschaftskreis oder auch der Sportverein. „Wer nach Reinstorf zieht, egal ob zur Miete oder ins Neubaugebiet, der will hier auch nicht mehr weg“, meint Bürgermeister Burkhard Bisanz – wohl auch, weil man auf dem Lande zusammenhalte. Und das mache die Dorfgemeinschaft aus.

Lena Maack ist 15 Jahre alt und besucht die Oberschule Dahlenburg. Ihr Berufswunsch ist Journalistin. Die 15-Jährige ist Mitglied im Schützenverein und der evangelischen Jugend, zudem kassiert sie bei den Heimspielen des Vastorfer SK das Eintrittsgeld. Mit 16 Jahren will sie in die Feuerwehr Reinstorf eintreten. Für die LZ hat Lena Maack den Bericht „Eine Liebeserklärung ans Landleben‘ verfasst.