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Im Zelt haben sich die Arbeiter jedenfalls nicht versteckt, dort härtet lediglich neu ausgebrachter Beton aus. Immer wieder wirkte die Barumer Brückenbaustelle des Landkreises in den vergangenen Wochen verwaist. Foto: be
Im Zelt haben sich die Arbeiter jedenfalls nicht versteckt, dort härtet lediglich neu ausgebrachter Beton aus. Immer wieder wirkte die Barumer Brückenbaustelle des Landkreises in den vergangenen Wochen verwaist. Foto: be

Wo sind bloß die Bauarbeiter?

dth Barum. Die Sanierungsarbeiten an der Barumer Brücke über den Schöpfwerkskanal werden sich um mehr als einen Monat verzögern. Das dürfte vor allem hiesigen Landwirten übel aufstoßen, die mit ihren großen Erntemaschinen weiterhin lange Umwege fahren müssen. Zwischenzeitlich machte die Brückensanierung auf Anwohner und Gemeinde sogar den Eindruck einer Geisterbaustelle, da dort seit Baubeginn Mitte September immer wieder und dann tagelang kein Bauarbeiter zu sehen gewesen sei. Zwischenzeitlich hieß es sogar, der Zoll habe die Baustelle lahm gelegt. Das dementiert auf LZ-Nachfrage Frank Tippe, Bereichsleiter Straßenplanung beim kreiseigenen Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU): „Die Verzögerungen haben alleine bautechnische Gründe.“

Tatsächlich überprüften Zollbeamte die vom Landkreis beauftragte Baufirma am 25. September. „Es hat aber keine Beanstandungen gegeben“, sagt Hans-Werner Vischer vom Hauptzollamt Hannover auf LZ-Nachfrage. Die anschließende mehrtägige Pause habe laut Tippe von der SBU vielmehr mit einer Entdeckung der Baufirma selbst zu tun: „Eine Betonzwischenschicht unterhalb des Asphalts ist porös. Das ist ein Problem, das leider bei den vorherigen Probebohrungen nicht festgestellt werden konnte.“ Erst als die Arbeiter vor Wochen den Asphalt auf der ersten Fahrbahnseite abfrästen, um Straßenbelag und Abdichtung zu erneuern, wurde der Schaden sichtbar. Das habe dazu geführt, dass die Brückensanierung neu überplant werden musste, die Bauarbeiten solange ruhten. Tippe: „Dass das zeitlich mit der Routinekontrolle des Zolls zusammengefallen ist, war ein Zufall.“

Vermutlich hatte es laut Tippe beim Bau der Brücke 1967 Schwierigkeiten mit der Beton-Schalung gegeben, sodass eine weitere Betonschicht aufgetragen wurde, um fehlende Höhen auszugleichen. Tippe: „Und diese Schicht zerbröselt nun, und wir müssen sie ersetzen.“ Der dafür neu aufgebrachte Beton müsse jeweils bis zu acht Tage lang abbinden, daraus resultiere die jüngste Baupause. Ursprünglich sollten die Arbeiten am 26. Oktober abgeschlossen werden. Mit Blick auf den neuen Bauzeitenplan sagt Tippe: „Derzeit gehen wir davon aus, dass wir den Verkehr Anfang Dezember freigeben können.“ Witterungsbedingte Verzögerungen seien aber nicht ausgeschlossen. Neben der Fahrbahn sollen die bestehenden Geländer durch 1,30 Meter hohe Füllstabgeländer ersetzt und die gepflasterten Geh- und Radwege durch eine Betonplatte ausgetauscht werden.

Bis dahin ist die Brücke, die an der Kreisstraße 1 in Richtung Bütlingen liegt, weiterhin nur einseitig befahrbar. Der Verkehr wird mithilfe einer Baustellenampel geregelt. Fahrer von landwirtschaftlichen Maschinen sollten möglichst Ausweichstrecken nutzen.

Darüber kann der Geschäftsführer eines örtlichen Lohnunternehmens nur den Kopf schütteln: „Wir haben erhebliche Probleme, mit unseren Maschinen überhaupt zum Betriebsgelände zu kommen, da unsere Hofzufahrt durch die Baustelle offiziell auf 2,75 Meter beschränkt wurde. Unsere Maschinen haben aber eine Breite von bis zu 3,50 Meter.“ Unmut äußert auch Barums Gemeindebürgermeister Torsten Rödenbeck: „Unsere Landwirte sind zu Recht sauer. Es ist nicht einzusehen, warum diese Baumaßnahme ausgerechnet in der Mais-Erntezeit angesetzt wurde.“ Dazu Tippe von der SBU: „Wir versuchen, bei den Planungen alle Belange zu berücksichtigen. Und wir haben eine Prioritätenliste nach Dringlichkeit abzuarbeiten und müssen uns auch nach der Verfügbarkeit der Mittel richten.“