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Viel Streit und Zeit ist ins Land gegangen auf der Suche nach einem Nachfolger für den Bardowicker Bauamtsleiter Peter Willnath. Heute Abend wird der Rat entscheiden, ob der Neue tatsächlich seinen Vertrag unterschreiben darf. Foto: A/ t&w
Viel Streit und Zeit ist ins Land gegangen auf der Suche nach einem Nachfolger für den Bardowicker Bauamtsleiter Peter Willnath. Heute Abend wird der Rat entscheiden, ob der Neue tatsächlich seinen Vertrag unterschreiben darf. Foto: A/ t&w

Die lange Suche hat ein Ende

dth Bardowick. Der Neue ist da: Mit heftigem Kompetenzgerangel zwischen Bardowicker Samtgemeinderat und Verwaltung begann 2012 eine eineinhalbjährige Suche nach einem neuen Chef im Bardowicker Bauamt. Nun könnte der Rat endlich einen Schlussstrich unter das Personalgerangel ziehen. Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am Dienstag, 22. Oktober, soll abschließend über die Personalie abgestimmt werden. Bereits grünes Licht gegeben hat kürzlich der ebenfalls nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss.

Nach LZ-Informationen ist der designierte neue Amtsleiter, Baujahr 1979, Bauingenieur sowie Beamter und steht bisher bei der Hansestadt Hamburg in Lohn und Brot. Bleibt zu hoffen, dass diesmal alles glattgeht. Bereits im Mai war die Samtgemeinde schon einmal fast so weit gewesen, doch der damalige Bewerber ließ nach geglücktem Auswahlverfahren die Samtgemeinde in letzter Minute allein im Regen stehen.

Offiziell ist die Stelle des Bardowicker Bauamtsleiters seit Oktober 2012 nicht mehr besetzt. Manche Baumaßnahme in der Samtgemeinde wurde wegen Personalmangels verschoben. Der anfängliche Streit zwischen dem CDU-Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann sowie der Mehrheitsgruppe aus SPD/Grüne/Linke/WfB im Samtgemeinderat geriet zwischenzeitlich zum Kräftemessen, wer in der Verwaltung, vor allem bei der Neubesetzung von Spitzenposten, das Sagen hat.

Die SPD-geführte Ratsmehrheit holte sich schließlich sogar Rückendeckung beim Niedersächsischen Innenministerium und sortierte Luhmanns bisherige Verwaltungsorganisation neu: Sie schaffte per Ratsbeschluss nicht nur die Dezernatsebene ab, sondern setzte auch durch, den Bauamtsleiterposten öffentlich und bundesweit auszuschreiben – während Luhmann den Bauamtsleiterposten lieber intern mit bekanntem Personal besetzt hätte.

Es brauchte mehr als ein Jahr und drei Bewerbungsverfahren, um die „eierlegende Wollmilchsau“ zu finden, heißt es. Die Krux: Die Stellenausschreibung orientierte sich an den Befähigungen des vorherigen, jetzt im Ruhestand befindlichen, Amtsinhabers Peter Willnath: Diplom-Ingenieur mit mehrjähriger Verwaltungserfahrung. Nicht nur Luhmann hegte Zweifel, so eine Konstellation auf dem freien Markt noch einmal zu finden. Und das bewahrheitete sich zunächst, sodass die Stelle erneut ausgeschrieben werden musste.

Im zweiten Anlauf durchliefen zuletzt drei Bewerber im Mai eine Art Assessment Center, mussten vor Rat und Verwaltung vorsprechen. Der damalige Favorit, der sogar in der Samtgemeinde wohnt, schlug die Mitbewerber aus dem Feld, um den Job dann kurzfristig doch abzulehnen, weil ihm das Salär zu gering erschien.

Im dritten Anlauf nahm Verwaltungschef Luhmann Kontakt zum Standort Suderburg der Ostfalia Hochschule auf, fragte die Lehrenden um Rat, ob sie nicht einen verbeamteten Bauingenieur wüssten, der sich eignete. Es fanden sich Kandidaten und die Sondierungsgespräche im Juli statt – bis kürzlich der Samtgemeindeausschuss einem Lüneburger Bauingenieur mit Hamburger Beamtenlaufbahn den Vorzug gab. Stimmt der Rat zu, soll der Neue ab Dezember den Dienst aufnehmen.