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Zu Beginn der Pflanzaktion bekam jeder Teilnehmer ein Bund Buchensetzlinge von Förster Michael Stall (M.) in die Hand. Einen Daumen breit über dem Wurzelansatz wurden die Bäumchen eingepflanzt. Foto: rov
Zu Beginn der Pflanzaktion bekam jeder Teilnehmer ein Bund Buchensetzlinge von Förster Michael Stall (M.) in die Hand. Einen Daumen breit über dem Wurzelansatz wurden die Bäumchen eingepflanzt. Foto: rov

1000 Bäume für den Klimaschutz

rov Bardowick. „Wir Menschen nehmen uns ja genug aus der Natur, also müssen wir auch etwas zurückgeben“, findet Karen Beigel. Die Reppenstedterin ist der Einladung der Lüneburger Grünen der Stadtratsfraktion und des Ortsverbandes zur Herbstpflanzaktion gefolgt. Am Sonnabend setzen rund 25 fleißige Pflanzer aus dem Landkreis Lüneburg 1000 Buchensetzlinge in den eher sandigen Waldboden im Städtischen Forst bei Bardowick.

„Bevor der Winter kommt, wollten wir einen gemeinsamen Tag im Wald verbringen und ihn ökologisch sinnvoll nutzen“, erklärt Katharina Guhl von der Lüneburger Stadtratsfraktion der Grünen. Die Unterpflanzung des 90-jährigen Kiefernbestandes in dem Waldstück sei wichtig, damit dort ein Mischwald entstehe, so Guhl weiter. Dafür habe ihre Fraktion die Bäumchen bezahlt, die weitere Pflege übernimmt dann das Stadtforstamt.

Und damit beim Einpflanzen alles korrekt abläuft, ist Michael Stall, Leiter des Stadtforstamtes, bei der Aktion vor Ort: „Diese Buchen sind zwei Jahre alt und sind extra für uns gezüchtet worden. Wir achten dabei immer darauf, dass die Baumsetzlinge zu den vorhandenen Bäumen – hier sind es Kiefern – gut passen.“ Außerdem würden die Setzlinge ausschließlich aus Baumschulen aus der Region stammen, so der Revierförster weiter.

„Etwa 25 000 dieser Jungpflanzen setzen wir jedes Jahr ein, damit wir dann irgendwann wieder einen gesunden Mischwald haben“. Dabei würden zu gut 80 Prozent Buche, zu zehn Prozent Stieleiche und zu rund fünf Prozent Berg-Ahorn und Winterlinde eingesetzt. Die Bepflanzung sei der erste Schritt, um auf der Fläche einen ökologisch wertvollen Mischbestand herzustellen.

„Ein Mischwald hat – neben vielen anderen Gründen – den Vorteil, dass er mehr Grundwasser generieren kann als ein Wald, der nur aus einer Baumsorte besteht“, erklärt Stall. Eine zu dichte Grasnarbe – wie in vielen Nadelwäldern vorhanden – verhindere, dass das Regenwasser gut in den Boden einsickern könne, da es durch die Grashalme zu schnell verdunste.

Auch Felix Juhasz hat seine Schippe aus Lüneburg in den Wald gebracht. „Jeder sollte in seinem Leben mindestens einen Baum gepflanzt haben, außerdem ist so ein Tag im Wald doch einfach nur schön“, sagt er. Gepflanzt werden die Setzlinge im Abstand von gut 1,50 Meter, der Abstand zwischen den Baumreihen beträgt zwei Meter. „Weil die kleinen Pflanzen natürlich bei vielen Tieren eine begehrte Mahlzeit sind, ist diese Fläche hier im Wald eingezäunt“, erläutert Stall.

Hunger bekamen die kleinen und großen Baumpflanzer durch die Arbeit am Waldboden natürlich auch – der wurde dann mit einer Kartoffelsuppe, Kaffee und Kinderpunsch gestillt.