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Bardowicks Pastorin Christiane Plöhn (l.) und Anke Held von der Stadt Lüneburg freuen sich schon auf die Wiedereinweihung des kleinen Gotteshauses. Foto: t&w
Bardowicks Pastorin Christiane Plöhn (l.) und Anke Held von der Stadt Lüneburg freuen sich schon auf die Wiedereinweihung des kleinen Gotteshauses. Foto: t&w

Gotteshaus startet in neue Zeit

dth Bardowick/Lüneburg. „Was wir jetzt mit der Einweihung feiern wollen, ist die Fertigstellung dieser Kirche . . .“, sagt Anke Held vom Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadt Lüneburg gestern beim Pressegespräch in Bardowick. „Kapelle!“ wirft Lüneburgs Stadtarchäologe Dr. Edgar Ring ein. Darauf Bardowicks Pastorin Christiane Plöhn: „Wir sagen aber nicht die Kapelle, sondern die Kirche auf dem Nikolaihof.“ Ring, mit einem Lachen: „Nein, kirchenrechtlich ist es eine Kapelle, weil sie keine eigene Gemeinde hat. Bums. Aus.“ Vielleicht einigen sich beide Seiten noch bis zum ersten Adventssonntag auf die Wortwahl, wenn im kleinen Gotteshaus in der Lüneburger Exklave in Bardowick nach rund dreijähriger Sanierungszeit erstmals wieder ein Gottesdienst gefeiert wird.

Bereits beim Tag des offenen Denkmals Anfang September hatten Besucher die Gelegenheit, das rundum erneuerte Kleinod Lüneburger Stadtgeschichte zu besichtigen. Die seinerzeit geplante Eröffnungsfeier wurde aber wegen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Kirchengemeinde und Stadt kurzfristig abgesagt (LZ berichtete). Jetzt wird die gemeinsame Feier nachgeholt.

Rund 1,5 Millionen Euro aus Mitteln der durch die Stadt Lüneburg vertretenen Stiftung „Hospital St. Nikolaihof“ sind in die Sanierung des Gotteshauses geflossen. Im Zuge der Bauarbeiten, unter Federführung des Hamburger Architekturbüros „pmp“, wurde die Außenhülle und das Gewölbe stabilisiert, Pfeiler erneuert, Mauerwerk ausgebessert und das Dach neu eingedeckt bis hin zur Restaurierung der Glasfenster. Bei der Wiedereinweihung am Sonntag kommen Gottesdienstbesucher auch in den muskalischen Genuss der kürzlich aufwendig restaurierten Orgel, deren älteste erhaltenen Register aus dem 16. Jahrhundert stammen. Allein das Projekt kostete weitere 160 000 Euro, die eine Hälfte trug die Nikolaihof-Stiftung, die andere steuerte die Sparkassenstiftung Lüneburg bei.

Nach der Eröffnung am Sonntag soll die Kapelle – oder Kirche – künftig auch wieder für Hochzeiten und Taufen zur Verfügung stehen. Auch Konzerte sollen dort Leben auf den Nikolaihof bringen. Nach dem 5. Januar findet dort zudem die „Winterkirche“ statt, wenn im Bardowicker Dom während der kalten Jahreszeit das letzte Mal Gottesdienst gefeiert wird. Die folgenden Sonntage bis März werden die Gottesdienste dann auf dem Nikolaihof begangen. „Die Gottesdienstbesucher müssen sich aber warm anziehen“, sagt Ring. Denn bei der Runderneuerung des historischen Gebäudes seien aus Kostengründen lediglich Sitzbankheizungen eingebaut worden. „Wir haben schon Probegesessen“, sagt Anke Held. „Es wird schön warm.“ Plöhn ergänzt: „Und trotzdem behält man einen kühlen Kopf.“

Der Einweihungsgottesdienst auf dem Nikolaihof findet am Sonntag, 1. Dezember, erst nach den regulären Gottesdiensten in den Dörfern der Kirchengemeinde Bardowick statt. Beginn ist um 14 Uhr. Durch den Gottesdienst führen Pastorin Plöhn und Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid. Anschließend ist ein Empfang im sogenannten Frauenhaus geplant.

Erhältlich ist an dem Tag erstmals ein Nikolaihof-Wandkalender, der zunächst in einer 800er-Auflage herausgegeben wird. Der Erwerb erfolgt gegen eine Spende. Plöhn: „Von dem Erlös wollen wir einen beheizbaren Teppich kaufen, den wir während der Winterzeit im Altarraum bei den Kindergottesdiensten nutzen können.“