Donnerstag , 29. September 2016
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Anwohner Michael Falk kritisiert unter anderem die 'halb verdreckten Gulli-Ritzen' am Vögelser Buchenweg: 'Wenn es richtig regnet, steht die Straße unter Wasser'. Foto: t&w
Anwohner Michael Falk kritisiert unter anderem die 'halb verdreckten Gulli-Ritzen' am Vögelser Buchenweg: 'Wenn es richtig regnet, steht die Straße unter Wasser'. Foto: t&w

Wirbel um schmutzige Straße

emi Vögelsen. Die Straße „Buchenweg“ im Einmündungsbereich zum Baugebiet „Pferdewiese“ in Vögelsen überzieht eine braune Schlammschicht, hier und da steht Wasser in kleinen Pfützen, ein Gulli ragt seitlich aus dem Pflaster. Dieser Anblick ärgert Anwohner Michael Falk: „Seit fünf Wochen sieht es hier so aus“, schimpft der 50 Jahre alte Polizist. „Wenigstens vor Weihnachten hätte man doch noch saubermachen können.“ Er habe bereits zwei Mal den Bürgermeister der Gemeinde darauf angesprochen, sagt Falk – „passiert ist nichts“. Dass „auch bei der nächsthöheren Institution, der Samtgemeinde“ darauf hingewiesen wurde, dass sie nichts machen könne, findet er „nicht nachvollziehbar“.

Zwar räumt Vögelsens Bürgermeister Heinz Fricke ein, er sei „nicht froh darüber, wie die Straße aussieht“. Die Aufregung versteht er allerdings nicht: „Grundsätzlich ist es so, dass sich bei der Erschließung eines Baugebietes eine Fahrbahnverschmutzung nicht vermeiden lässt.“ Selbstverständlich sei die Gemeinde an einer sauberen Straße interessiert, deshalb habe er um den 20. Dezember herum die Baustellenleitung des Erschließungsträgers, Karl-Martin Jessen, gebeten, die Straße zu reinigen. „Ob seitdem etwas passiert ist, weiß ich nicht. Ich bin nicht permanent vor Ort.“

Die von Falk geäußerte Befürchtung, Anwohner könnten möglicherweise für dauerhafte Schäden an der Straße zur Kasse gebeten werden, schließt das Gemeindeoberhaupt aus: „Schäden, die durch Abnutzen der Straße verursacht werden, sind nicht durch Anlieger zu bezahlen, sondern werden durch Straßenunterhaltungskosten abgegolten.“

Karl-Martin Jessen weist auf LZ-Nachfrage den Vorwurf zurück, dass die Straße seit fünf Wochen verschmutzt sei. Aber er sagt auch: „Die Straße ist jetzt so grunddreckig, dass sie nicht nur mit Schaufel und Besen gereinigt werden kann, sondern maschinell gereinigt werden muss.“ Vor dem 6. Januar werde allerdings nichts mehr passieren, „weil wir jetzt keine Firma kriegen“.

Seit dem 23. Dezember ruhen die Arbeiten auf der Baustelle im Südwesten Vögelsens, auf der im Rahmen des Wohnprojektes 50-plus zehn Doppel- und zwei Einzelhäuser entstehen sollen. Zuletzt seien Fundamentplatten für die Häuser betoniert worden, sagt Jessen, ab 6. Januar stünden dafür die Restarbeiten an. „Und ab der 7. Kalenderwoche können dann die ersten Häuser gebaut werden.“ Bisher seien acht Baugrundstücke für Doppelhäuser verkauft worden, berichtet Bürgermeister Fricke.

Mit einem symbolischen Spatenstich markierten Peter Bogenschneider vom Projektentwickler „alpha“ sowie Bürgermeister Heinz Fricke im September den offiziellen Beginn des Wohnprojektes. Damit zogen sie einen vorläufigen Schlussstrich unter eine Auseinandersetzung, die den Gemeinderat sowie die Nachbarn im Wohngebiet Süderfeld mehr als sechs Jahre beschäftigte (LZ berichtete).

Fricke ist angesichts der jahrelangen Querelen „froh, dass es weitergeht. Dass es aufgrund einer Straßenverschmutzung jetzt eine neue öffentliche Diskussion gibt, hätte ich nicht gedacht.“