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Die Äldermänner Hermann Warnecke (l.) und Gerhard Burmester ziehen beim Bardowicker Schifferball in den Saal des Gasthauses Zum Anker ein. Mit ihren Ehefrauen und einem Wiener Walzer eröffnen sie den Schifferball. Foto: t&w
Die Äldermänner Hermann Warnecke (l.) und Gerhard Burmester ziehen beim Bardowicker Schifferball in den Saal des Gasthauses Zum Anker ein. Mit ihren Ehefrauen und einem Wiener Walzer eröffnen sie den Schifferball. Foto: t&w

Tanz, Punsch und Traditionen

pet Bardowick. Wenn die Mitglieder des ,,Vereins der Ilmenauschiffer Bardowick von 1861″ mit Gästen ihren jährlichen Schifferball im Gasthaus Zum Anker feiern, stehen Traditionen hoch im Kurs. Eine davon: Die Tanzfläche wird bis zum frühen Morgen nur selten leer. Bis gestern früh um 2.30 Uhr feierten die Bardowicker ihr Fest, das schon zum 153. Mal stattfand.

Besonders im Mittelpunkt standen am Sonnabend Hermann Warnecke und Gerhard Burmester mit 78 und 74 Jahren waren sie die ältesten anwesenden Vereinsmitglieder und damit die ,,Äldermänner“, ausgestattet mit prächtigem Kopfschmuck und weißer Schürze. Mit dem Einzug der ,,Äldermänner“ in den Saal, der wieder geschmückt war mit Reedereiflaggen, Steuerrad und Positionslaternen, wird der Schifferball nach alter Tradition eröffnet. Tradition beim Schifferball ist auch der heiße Punsch, der nach dem Einzug gereicht wird die heiße Mischung aus Rotwein, Rum und Zucker. Die geht, so hieß es, ,,unter Auslassung der Verdauungsorgane direkt ins Blut“. Auf den Punsch ist auch die Schürze der ,,Äldermänner“ zurückzuführen. ,,Früher einmal haben diese nämlich allen Ballgästen den Punsch ausgeschenkt“, berichtet Hans-Jürgen Werner. ,,Damit sie sich nicht bekleckerten, hatten sie die Schürzen um.“

Angeführt wurde der Zug von Horst und Hermann Blanquett, Peter Dammann, Werner Burmester und Helmut Röttger, den ,,Bewicker Harmonikanten“. Die und auch das hat Tradition spielten das ,,Niedersachsenlied“. Mit dem schwungvollen Ehrentanz der ,,Äldermänner“ mit ihren Ehefrauen Leni und Margret, einem Wiener Walzer, ging der Ball dann richtig los. Schon zum neunten Mal sorgte die ,,Juri Davidoff Band“ dafür, dass die Tanzfläche selten leer wurde. Die über den Köpfen der Tanzenden schwebenden drei Schiffsmodelle wurden durch Anstoßen immer in Bewegung gehalten. ,,Das hat eine Bedeutung: Nur Schiffe, die sich bewegen, bringen Geld“, erklärte der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Werner.

Dass ihm ,,das Herz auf der einen Seite vor Freude hüpft“, berichtete Werner bei der Begrüßung, ,,denn es sind wieder so viele Gäste zu uns gekommen“. Auf der anderen Seite sei ihm das Herz aber auch schwer, denn für den 70-Jährigen war es der letzte Schifferball als 1. Vorsitzender. 1958 war Werner dem Verein beigetreten, von 1974 bis 1994 war er Schatzmeister, seitdem ist er 1. Vorsitzender. Zum Jahresende wird Hans-Jürgen Werner seinen Posten aufgeben. ,,Ein Nachfolger ist schon ausgeguckt“, sagte er.

Am Sonnabend um 23 Uhr leitete Werner auch wieder das Ritual der ,,Vereinsbank“ . Ausgestattet mit Zylinder, weißem Schal und Zeigestock dirigierte er die Festgesellschaft beim Bänkellied ,,Die Vereinsbank“: Diese alte Tradition wird Hans-Jürgen Werner, das kündigte er schon an, auch in Zukunft ,,gern fortsetzen“.