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Gesellschafter Wolfgang Bergmann und sein Team wollen mit innovativen Ideen ihre Position am Markt ausbauen  etwa mit einem System, das Transporteuren ermöglicht, ihr Fahrzeug samt Fracht beim Empfänger zu jeder Tages- und Nachtzeit selbstständig zu wiegen. Foto: be
Gesellschafter Wolfgang Bergmann und sein Team wollen mit innovativen Ideen ihre Position am Markt ausbauen  etwa mit einem System, das Transporteuren ermöglicht, ihr Fahrzeug samt Fracht beim Empfänger zu jeder Tages- und Nachtzeit selbstständig zu wiegen. Foto: be

Expansion mit Wägetechnik

pet Bardowick. 120 Tonnen können Eisenbahnwaggons auf die Waage bringen, die von dem Bardowicker Betrieb installiert wurden. Fahrzeugwaagen haben eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen. Achslastwaagen wiegen jede Achse einzeln bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen. Angeboten werden die Komplettlösungen von einem ursprünglich Hamburger Unternehmen, das sich nach seinem Umzug ins Bardowicker Gewerbegebiet ,,Wittorfer Heide“ aber schon längst in der Region heimisch fühlt der ,,Hamburger Waagenbau“.

1979 wurde das Unternehmen in Hamburg-Billbrook gegründet, mehrfach wurde der Betrieb am Standort erweitert, 1994 wurde ein Uelzener Mitbewerber übernommen. Eine Erweiterung am alten Standort war in den letzten Jahren nicht mehr möglich, ,,andere Flächen in Hamburg waren nicht zu finden“, berichtet Wolfgang Bergmann, neben Sohn Björn Gesellschafter des Unternehmens, zu dessen Kunden Firmen aus der Petrochemie ebenso gehören wie Kraftwerke, Transport-, Logistik- und Hafenunternehmen, das sich aber auch um kleinere Waagen kümmert.

Ihr ,,Traumgrundstück“ fanden die Bergmanns dann in Bardowick, wo sie Ende 2010 im Gewerbegebiet ,,Wittorfer Heide“ eine Fläche von 3000 Quadratmetern kauften und sich 2011 als eines der ersten Unternehmen ansiedelten. Eine gute Wahl, da sind sich die Bergmanns und Prokuristin Anika Riesche einig. Nach knapp drei Jahren wurde es ihnen jetzt auch schon wieder in Bardowick zu eng eine Erweiterung der Raumkapazitäten von 600 um weitere 110 Quadratmeter ist gerade fertiggestellt worden.
Und auch die Mitarbeiterzahl der Hamburger Waagenbau wächst. Mit zwölf Mitarbeitern, so Wolfgang Bergmann, sei man vor drei Jahren an den neuen Standort umgezogen. Mittlerweile ist die Mitarbeiterzahl auf 19 angewachsen. Und auch wenn die Unternehmensleitung nicht über Umsatzzahlen sprechen mag, erklärt Wolfgang Bergmann: ,,2013 war das umsatzstärkste Jahr unseres Unternehmens. Und das neue Jahr hat gut angefangen.“

Was am Standort Hamburg aus Platzgründen noch nicht möglich war, konnte die ,,Hamburger Waagenbau“ ebenfalls am neuen Standort verwirklichen: Seit 2012 gibt es im kaufmännischen Bereich erstmals eine Auszubildende, ab diesem Sommer soll auch ein Ausbildungsplatz im Bereich Mecha-troniker geschaffen werden.

Mit Bewährtem, das die Monteure zwischen Flensburg und Kassel, aber auch in den Niederlanden und Polen installieren, wollen die Waagenbauer aus Bardowick auch künftig überzeugen. Aber auch Neues wird in Bardowick entwickelt etwa ein Konzept für Logistiker, das es Lkw-Fahrern künftig ermöglichen soll, ihr Fahrzeug selbstständig, zu jeder Tages- und Nachtzeit, zu wiegen und die Ergebnisse entsprechend zu protokollieren.

Die Expansion der ,,Hamburger Waagenbau“ am Standort Bardowick soll weitergehen aber auch nach außen will die ,,Hamburger Waagenbau“ weiter wachsen: Seit dem vergangenen Jahr ist das Unternehmen an einem Mitbewerber in Stade beteiligt. Gesellschafter Wolfgang Bergmann: „Die Firma wollen wir ganz übernehmen.“ Er steht zum Wechsel von Hamburg nach Bardowick: „Für uns ist alles positiv gelaufen, es war eine richtige Entscheidung.“

Gewerbegebiet kommt gut an

Die Planungen für das Bardowicker Gewerbegebiet ,,Wittorfer Heide“, gelegen an der ehemaligen Bundesstraße 4, gehen weit mehr als zehn Jahre in die Vergangenheit. Aber schon längst ist für Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann (CDU) klar, dass das Areal eine ,,Erfolgsgeschichte“ ist: ,,Das ist sehr, sehr gut gelaufen.“ Mittlerweile sind 1. und 2. Bauabschnitt fast komplett verkauft, für den 3. Bauabschnitt gibt es zahlreiche Anfragen, ein 4. Bauabschnitt soll kommen.

Im Einzelnen: 13 Hektar rechts der Kreisstraße 46 in Richtung Winsen wurden im 1. und 2. Bauabschnitt als Gewerbefläche ausgewiesen – die Firma Sartissohn war Ende 2007 als erstes Unternehmen nach Bardowick gezogen, inzwischen haben elf Unternehmen dort ihren Betrieb aufgenommen, ein weiteres baut noch, das 13. Grundstück ist verkauft, für ein letztes Areal gibt es verschiedene Anfragen. Entstanden ist ein bunter Mix aus Produktion, Dienstleistung, Handwerk, Logistik und Großhandel. Ausgeschlossen von einer Ansiedlung sind Einzelhandel, Kfz-Handel und Versammlungsstätten.

Im 3. Bauabschnitt, der 6,8 Hektar umfasst, ist ein Grundstück mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern bereits verkauft, Anfragen interessierter Unternehmen liegen vor, so Bardowicks Kämmerin Evelin Zeyn. Die Erschließung wurde kürzlich abgeschlossen, Kabel und Rohre sind gelegt, eine Straße ist gebaut. Im vorgesehenen 4. Bauabschnitt, der 6,5 Hektar umfassen wird, aber noch nicht erschlossen und schon gar nicht im Verkauf ist, hat der bisherige Lüneburger Landmaschinenhändler und -dienstleister Agravis ein 15 000 Quadratmeter-Grundstück erworben. Luhmann: ,,Wenn der 3. Bauabschnitt gut verkauft wird, gehen wir den 4. Abschnitt an.“

Etwa 120 Arbeitsplätze, so schätzt Luhmann, sind bisher im Gewerbegebiet ,,Wittorfer Heide“ geschaffen worden. ,,Mit steigender Tendenz.“ Und die Ansiedlung der Unternehmen mache sich auch schon in der Kasse in Form von Gewerbesteuer bemerkbar, sagt Kämmerin Zeyn. ,,Man merkt, dass Firmen hier schon gut Fuß gefasst haben“, freut sich Bürgermeister Luhmann. pet